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EQS-News: La Française Group / Schlagwort(e): Marktbericht/Marktbericht 09.06.2026 / 08:51 CET/CEST EZB – zum Handeln gezwungen |
Von François Rimeu, Chief Strategist, Crédit Mutuel Asset Management
Angesichts des anhaltenden Inflationsdrucks, verursacht durch die hohen Energiepreise, wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Sitzung im Juni ihre Leitzinsen um 25
Basispunkte anheben wird. Dieser Schritt sollte jedoch nicht als Beginn eines neuen geldpolitischen Straffungszyklus interpretiert werden, sondern vielmehr als vorsichtige Anpassung, die darauf
abzielt, die Glaubwürdigkeit der EZB zu wahren, ohne weitere Zinserhöhungen im Voraus anzukündigen.
Unsere Erwartungen:
- Der Einlagensatz dürfte von 2,0 % auf 2,25 % steigen. Die Gesamtinflation blieb im Mai vor allem aufgrund der Energiepreise über 3 %, während die Kerninflation 2,5 % erreichte, was insbesondere
auf die Inflation bei den Dienstleistungen (3,5 %) zurückzuführen war. - Die EZB dürfte es vermeiden, sich explizit zu einer weiteren Zinserhöhung im Juli zu verpflichten, und stattdessen an ihrem datenabhängigen Ansatz festhalten, bei dem von Sitzung zu Sitzung
entschieden wird. - Die Korrektur der makroökonomischen Projektionen dürfte die anhaltende Wirkung des Energieschocks widerspiegeln und das Basisszenario näher an das im März vorgestellte Negativszenario rücken.
Für 2026 wird erwartet, dass das Wachstum von 0,9 % auf rund 0,6 % nach unten und die Gesamtinflation von 2,6 % auf über 3,0 % nach oben korrigiert wird, während die Kerninflation von zuvor 2,3 %
auf 2,4 % angehoben wird, bevor sie erst 2028 wieder auf das 2 %-Ziel zurückkehrt.
Fazit
Als Reaktion auf den erneuten Inflationsanstieg im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt wird erwartet, dass die EZB von einer weitgehend neutralen geldpolitischen Position aus begrenzte
Straffungsmaßnahmen ergreift. Gleichzeitig bleiben die Abwärtsrisiken für das Wachstum hoch. Eine verlangsamte Konjunkturentwicklung und ein Beschäftigungsrückgang dürften in Verbindung mit einer
schwächeren Nachfragedynamik dazu beitragen, den Inflationsdruck mittelfristig zu mindern. Daher dürfte die EZB hinsichtlich weiterer Straffungsmaßnahmen über diese Sitzung hinaus weiterhin
zurückhaltend bleiben.
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7 Kommentare
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