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Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht Deutschland in einer Studie Vorschläge, wie wir bis 2035 Ausgaben von bis zu 100 Milliarden Euro sparen könnten. Im Fokus steht dabei vor allem die Rente.
Die Bundesregierung hat für dieses Jahr gleich mehrere Kommissionen eingesetzt, die erarbeiten sollen, wie sich die immer teureren Sozialsysteme reformieren lassen. Doch auch ausländische Experten melden sich zu Wort.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat jetzt einen aktuellen Länderbericht veröffentlicht, in dem die Institution selbst einige Vorschläge macht. Gerade für die Rente haben die Experten einige interessante Ideen.
Bis 2035 Mehrkosten von 563 Milliarden Euro
So stellen sie erst einmal das offensichtliche Problem fest. Weil die deutsche Gesellschaft im Schnitt immer älter wird, steigt die Zahl der Rentner absolut an, vor allem aber auch im Vergleich zur Zahl der Erwerbstätigen. Immer weniger Arbeitende müssen also immer mehr Rentner über die Rentenversicherung versorgen.
Der IWF geht davon aus, dass die Kosten dafür von 2027 bis 2035 pro Jahr im Schnitt um 2,2 Prozent ansteigen werden. 2024 wurden 360,1 Milliarden Euro für Alters- und Erwerbsminderungsrenten ausgegeben. Bei dem vom IWF prognostizierten Verlauf wären das im Jahr 2035 schon 457 Milliarden Euro. Kumuliert läge die Summe der zusätzlichen Ausgaben bis dahin bei 563 Milliarden Euro.
Dass Renten grundsätzlich höhere Kosten verursachen werden, lässt sich nicht vermeiden. Die Zusatzausgaben ließen sich aber nach Meinung der IWF-Ökonomen begrenzen, insgesamt könnten rund 100 Milliarden Euro bis 2035 eingespart werden.
Sie schlagen dazu folgendes vor:
Rentenerhöhungen an Inflationsrate koppeln
Die Rentenerhöhung sollte sich nicht mehr wie bisher an den Erhöhungen der Bruttolöhne orientieren, sondern stattdessen an der Inflationsrate. Das hätte zur Folge, dass die Renten weniger stark steigen würden, denn in der Regel erhöhen sich Löhne stärker als die Teuerung. Dieses Phänomen war nur in den vergangenen Jahren wegen der Energiekrise und der damit verbundenen sehr hohen Inflation zeitweise außer Kraft gesetzt.
Für Rentner würde das bedeuten, dass in diesem Jahr die Renten nicht um 3,73 Prozent, sondern nur um 1,8 Prozent steigen würden. Bei einer monatlichen Rente von 1000 Euro wären das statt 37,30 Euro lediglich 18 Euro zusätzlich. Das würde dem Staat viel Geld sparen. Die IWF-Ökonomen rechnen, dass die jährlichen Rentenausgaben bis 2040 rund ein Prozent des Bruttoinlandproduktes niedriger liegen würden als ohne eine solche Reform. Ein Prozent des BIP entspricht aktuell rund 45 Milliarden Euro.
Weniger Frührenten
Der IWF betont auch ein Thema, das auch deutsche Politiker auf dem Schirm haben. 51 Prozent der Rentner, die 2023 den Ruhestand antraten, taten dies vor Erreichen der eigentlichen Regelaltersgrenze. Manche nutzten die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte („Rente mit 63“), andere nahmen schlicht Abschläge in Kauf. Tendenziell steigt die Zahl der Frührentner sogar an.
„Die Abschläge auf Frührenten zu prüfen, um Menschen zu längeren Lebensarbeitszeiten zu ermutigen, könnte weitere Einsparungen bringen“, schreibt der IWF in seinem Bericht. Damit spielt er auf Pläne an, die es etwa innerhalb der Union sowieso schon gibt und die auch deutsche Ökonomen wie die Wirtschaftsweisen empfehlen. Die Rente für besonders langjährig Versicherte soll wieder abgeschafft werden und Rentenabschläge für sonstige Frührentner angehoben werden. Allerdings betonen deutsche Wissenschaftler, dass in diesem Fall ein Ausgleich für Menschen geschaffen werden muss, die aufgrund von harter körperlicher Arbeit nicht bis zum Beispiel 67 arbeiten können.
Anhebung des Renteneintrittsalters
Bis 2031 steigt das Renteneintrittsalter in Deutschland auf 67 Jahre an. Der IWF erkennt an, dass wir damit eines der höchsten Eintrittsalter in Europa haben. Nur Italien und die Niederlande liegen auf dem gleichen hohen Niveau. Trotzdem sind auch die internationalen Experten wie manche konservative Politiker der Meinung, dass die Grenze nach 2031 weiter ansteigen sollte. Sie schlagen dabei den Mechanismus vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln.
Beispiele dafür gibt es aus anderen Ländern, etwa Estland, Finnland und Portugal, wo das Eintrittsalter alle zwei bis drei Jahre überprüft und erhöht wird. Die Idee wäre, ein Verhältnis von Versicherungsjahren zu Rentenbezugsjahren von 2:1 zu erhalten. Für jedes zusätzliche Jahr Lebenserwartung stiege das Renteneintrittsalter also um sechs Monate an.
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6 Kommentare
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