Listen to the article
Kernaussagen
🌐 Translate Article
📖 Read Along
💬 AI Assistant
Nach dem Angriff der USA auf den Iran ist der Ölpreis in die Höhe geschossen. Sollte Öl über eine längere Zeit deutlich mehr kosten, werden die Folgen spürbar sein.
US-Präsident Donald Trump hat seine Drohung wahr gemacht und greift seit Samstag den Iran an. Das große Risiko für die Weltwirtschaft geht dabei vom Ölpreis aus. Es besteht die Gefahr, dass der Iran die Straße von Hormus unpassierbar macht. Da 20 Prozent des weltweiten Ölproduktion durch diese Meerenge im Persischen Golf transportiert werden, würde eine solche Blockade die Versorgung empfindlich treffen.
Der Ölmarkt ist entsprechend nervös. Am Wochenende stieg der Ölpreis als Reaktion auf den Militärschlag bis knapp 84 Dollar je Barrel. Am Montag fiel der dann wieder unter die Marke von 80 Dollar. Er liegt aber immer noch zehn Prozent höher als vor einer Woche und fast 20 Prozent über dem Preis von Anfang Februar.
Sprunghafter Ölpreis
Kurzzeitige Preissprünge dürften nur wenig Folgen für Inflation und Weltwirtschaft haben. Schwankungen gehören beim Ölpreis dazu. Einen kurzeitigen Preisanstieg dürfte die Wirtschaft verkraften. Auch beim Zwölf-Tage-Krieg Israels gegen den Iran stieg der Ölpreis bis in die Region 80 Dollar. Nach Ende der Angriffe fiel er rasch wieder auf das alte Niveau.
finanzen100.de
Deutlich drastischer sind die Folgen, wenn es tatsächlich zu einer Eskalation kommt und der Iran die Straße von Hormus für längere Zeit unpassierbar macht. Der Ölpreis könnte dann nach Schätzungen bis auf 100 oder sogar 120 Dollar steigen. Ein Preisniveau in dieser Höhe über mehrere Monate wäre gravierend.
Inflation hoch, Wachstum runter
Die Berenberg Bank kalkuliert, dass bei einem Ölpreis um 100 Dollar über Monate die Euroraum-Inflation von aktuell ca. 1,7 Prozent Richtung 2,5 bis 3,0 Prozent klettern würde. Die Experten gehen davon aus, dass ein zehnprozentiger Ölpreisanstieg mit etwa 0,2 Prozentpunkte mehr Inflation einhergeht. Zudem würde das BIP-Wachstum um 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte geringer ausfallen. Da die Wirtschaftsaussichten ohnehin eingetrübt eher sind, wäre das ein schmerzhafter Rückgang. Eine Rezession würde jedoch vermieden werden. Die Commerzbank kommt in einer Analyse zu einem ähnlichen Ergebnis. Auch für die USA wären die Folgen erheblich.
Ein Beispiel dafür ist der Golfkrieg im Jahr 1990: Der Ölpreis, der im Jahr 1990 bis zu dem Überfall des Iraks auf Kuweit Anfang August im Durchschnitt bei 18 Dollar lag, stieg sprunghaft bis auf 36 Dollar an. In den USA begann eine Rezession, und der S&P 500 gab von 369 Punkten Mitte Juli auf 295 nach. Das ist ein Minus von knapp 20 Prozent. Die USA rutschten in die Rezession. Während sich die Rezession noch bis in den April 1991 hinzog, fand der Aktienmarkt im Oktober 1990 seinen Tiefststand und übertraf das Vorkriegsniveau im Februar 1991.
DWS
Momentan rechnen die Märkte nicht mit einer solchen Entwicklung. Die Erwartung ist, dass der Krieg schnell vorbei ist. Der Grund: Trump muss die innenpolitische Lage im Blick behalten. Im November stehen die Zwischenwahlen an. Kriege in fremden Ländern sind in seiner MAGA-Bewegung nicht populär. Zudem kann sich Trump einen dauerhaften Ölpreis über 100 Dollar nicht leisten. Schon jetzt klagen die Bürger über die hohen Kosten und machen Trump dafür verantwortlich.
Gibt Venezuela die Richtung vor?
Erste Signale in Richtung eines raschen Endes gibt es bereits. Er denke, dass die Operation etwa vier Wochen dauern werde, sagte Trump am Wochenende. Er machte der neuen Führung auch ein erstes Gesprächsangebot. Möglicherweise wird hier das „Venezuela-Playbook“ verfolgt, in dem es nicht um einen wirklichen Regimewechsel, sondern nur um eine maßgebliche Verhaltensänderung gegenüber den USA geht.
Einen gewissen Puffer bieten auch Öllager, die in den USA oder China gut gefüllt sind. Sie mildern die Folgen ab, sollte der Iran die Straße von Hormus für kürzere Zeit blockieren. Auch die Ankündigung der Opec, die Förderung zu erhöhen, sorgt für eine gewisse Entspannung.
Machen Sie mehr aus Ihrem Geld!
Finden Sie spannende Öl-Aktien und viele weitere Anlageideen bei „Money + Mind“. Werden Sie Mitglied und profitieren Sie von regelmäßigen Webinaren und Denkanstöße für mehr Zufriedenheit im Leben. Jetzt 30 Tage kostenlos testen!
Den vollständigen Artikel hier lesen


6 Kommentare
Solid analysis. Will be watching this space.
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
Interesting update on Ab 100 Dollar wird der Ölpreis richtig gefährlich. Looking forward to seeing how this develops.
Good point. Watching closely.
Great insights on News. Thanks for sharing!
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.