Die Fußball-Weltmeisterschaft hat adidas in die Bücher geholfen: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 6,7 Milliarden Euro – der bislang höchste Quartalswert in der Geschichte des Unternehmens. Das währungsbereinigte Wachstum lag bei 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr hat der Konzern angehoben.

adidas AG

WKN A1EWWW · ISIN DE000A1EWWW0

Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 21. August 2026

Statt eines Anstiegs im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet adidas nun ein Wachstum von neun bis zehn Prozent. An der Erwartung für das Betriebsergebnis ändert sich nichts: Rund 2,3 Milliarden Euro sind weiterhin das Ziel.

Der Direktvertrieb wuchs im zweiten Quartal um 25 Prozent, mit zweistelligen Zuwächsen in allen Märkten. Im E-Commerce legte der Umsatz um 27 Prozent zu, der eigene Einzelhandel um 23 Prozent. adidas betont, dabei konsequent auf Verkäufe zum vollen Preis gesetzt zu haben – was die Bruttomarge stützte. Diese verbesserte sich im Quartal um 0,8 Prozentpunkte auf 52,5 Prozent.

Das Betriebsergebnis stieg im zweiten Quartal um fünf Prozent auf 574 Millionen Euro. Das ist ein verhältnismäßig kleiner Sprung angesichts des Umsatzwachstums – der Grund ist bekannt: Die Marketingausgaben erhöhten sich auf 924 Millionen Euro, 212 Millionen Euro mehr als im Vorjahresquartal. Der WM-Auftritt kostete, und adidas hat ihn gezahlt.

Im Sportbereich stieg der Umsatz währungsbereinigt um 39 Prozent, getrieben von Fußball und Running. Im Bereich Bekleidung lag das währungsbereinigte Wachstum bei 35 Prozent. Bei Schuhen fiel das Plus mit einem Prozent deutlich kleiner aus – adidas schränkte den Großhandels-Sell-in bei Lifestyle-Schuhen bewusst ein, um die Vollpreisquote zu schützen.

Im ersten Halbjahr 2026 zusammengenommen erreichte der Umsatz 13,3 Milliarden Euro, was einem währungsbereinigten Wachstum von 14 Prozent entspricht. In Euro ausgedrückt waren es zehn Prozent, da der starke Euro einen Umrechnungseffekt von knapp 400 Millionen Euro verursachte. Das Betriebsergebnis legte im Halbjahr um elf Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu.

Beim Aktienrückkaufprogramm hat adidas die erste Tranche von 500 Millionen Euro abgeschlossen und die zweite gestartet. Insgesamt ist das Programm für 2026 auf bis zu eine Milliarde Euro ausgelegt; die erste Jahreshälfte wurde weitgehend genutzt, um diesen Rahmen zu füllen.

Die adidas-Aktie schloss am 21. August bei 154,45 Euro und legte damit gegenüber dem Vortag rund 2,3 Prozent zu.

Ob adidas die neue Prognose halten kann, hängt auch davon ab, wie das Konsumklima im zweiten Halbjahr verläuft – besonders in Europa, wo der Konzern im Großhandel bereits vorsorglich zurückhaltend agiert.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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