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Chuljoong Kim von Mirae Asset Securities hat am 29. Mai 2026 die Sektoranalyse „Batteries (Overweight/Maintain) – The pieces are falling into place“, in der er die globale Batterieindustrie auf „Overweight“ hochstuft. Kurz zu Mirae Asset Securities. Das ist eine der größten Investmentbanken und Wertpapierfirmen Südkoreas. Das Unternehmen erstellt institutionelles Research zu Aktien, Branchen, Makroökonomie und Anlagestrategien, verwaltet Vermögen in Milliardenhöhe und gehört zur globalen Mirae Asset Gruppe mit Aktivitäten in Asien, Europa und Nordamerika. Mirae geht davon aus, dass der Sektor den schlimmsten Teil seiner Nachfrageschwäche hinter sich gelassen hat. Als Haupttreiber für diese Wende nennt Analyst Chuljoong Kim den Ausbruch des US-Iran-Konflikts, der zu deutlich höheren Ölpreisen geführt hat und damit die Kaufmentalität für Elektrofahrzeuge spürbar verbessert. In Europa und anderen Regionen kommt es bereits zu einem bedeutsamen Wiederanstieg der Elektrofahrzeug-Nachfrage, während in China und den USA der Rückgang der Jahresvergleichszahlen zwar anhält, aber ab dem zweiten Quartal 2026 an Intensität verliert. Das bedeutet, dass die Verkaufszahlen zwar weiterhin unter dem Vorjahresniveau liegen, der Abwärtstrend aber deutlich an Schwung verliert und damit die Bodenbildung für eine spätere Erholung einläutet. Gleichzeitig beschleunigen sich bei Energiespeichersystemen die Investitionen in Energieunabhängigkeit im Gefolge des Krieges und treiben die Nachfrage für solar-gekoppelte, großflächige ESS-Projekte in allen Regionen voran.
Die Branche der Batteriehersteller beginnt zunehmend von dem Boom der KI-Rechenzentren zu profitieren:
Ein besonders wichtiger Wachstumstreiber, den der Bericht herausstellt, ist das Datacenter-ESS. Big-Tech-Unternehmen zeigen hier eine bemerkenswert hohe Preistoleranz, was sich bereits in der Prämienpreisgestaltung für zylindrische Zellen zeigt, die für BBU-Anwendungen, also Battery-Backup-Units, in Datencentern verwendet werden. Das ist ein Markt, der im Vorjahr erst richtig Fahrt aufgenommen hat. Zudem bereiten die Technologiegiganten bereits Supply Chains für den Einsatz von Festkörperbatterien in Datencentern vor und priorisieren bei der Auswahl ihrer Batterieprodukte eindeutig die Performance gegenüber reinen Kostenvorteilen. Dabei machen Batterien und Energiespeichersysteme nur etwa 3 bis 5 Prozent der gesamten Datacenter-Investitionen aus. Ihre strategische Bedeutung steigt jedoch rapide, da sie die Stromversorgung stabilisieren und Spitzenlasten reduzieren, während der potenzielle Schaden bei einem Batterieausfall enorm wäre. Mirae Asset prognostiziert, dass der Anteil der Datacenter an der US-ESS-Nachfrage von 10% im Jahr 2025 auf 26% im Jahr 2030 ansteigen wird.
Darüber ist davon auszugehen, dass die Preisdynamik im gesamten Batterie-Sektor aufwärtsgerichtet bleibt, insbesondere bei Lithiumcarbonat, Nassprozess-Separatoren und den Verarbeitungsgebühren für Kupferfolie. Der Grund dafür liegt auf der Angebotsseite: Führende globale Materialzulieferer, vor allem die chinesischen Top-Tier-Player, sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich vorsichtiger geworden, was ihre Kapazitätsexpansion sowohl im Inland als auch im Ausland betrifft. Zugleich beschleunigt der chinesische Politik-Wechsel hin zu qualitativ hochwertigem Wachstum in der EV-Batterie- und ESS-Industrie den Ausstieg von minderwertigen Zulieferern, was das Gesamtangebot weiter reduziert.
Hinzu kommen anhaltende Lieferstörungen, die aus der weltweiten Entkopplung von China resultieren, sowie andauernde Exportkontrollen und Lieferbeschränkungen für kritische Mineralien aus Ländern wie Indonesien, der Demokratischen Republik Kongo und Simbabwe. Preis- und Volumen-Aufwärtstrends bei EV-Batterien und Energiespeichersystemen halten an, während sich die Angebotsseite durch geopolitische und strukturelle Faktoren weiter verschärft.
Laut der Analyse von Chuljoong Kim profitieren von diesen positiven Entwicklungen insbesondere die Unternehmen entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette. Bei den koreanischen Zellherstellern stehen dabei Samsung SDI und LG Energy Solution im Fokus. Samsung SDI profitiert besonders von der Nachfrage nach zylindrischen Zellen für Datacenter-BBU-Anwendungen, da das Unternehmen als Premium-Anbieter in diesem Segment positioniert ist und von der hohen Preistoleranz der Technologiegiganten unmittelbar profitiert. LG Energy Solution wiederum gilt als Marktführer bei EV- und ESS-Batterien und ist bestens aufgestellt, um von der erwarteten steigenden US-Nachfrage zu partizipieren, zumal der Datacenter-Anteil an der US-ESS-Nachfrage bis 2030 auf 26% steigen soll. Auch LG Chem kommt als Muttergesellschaft von LG Energy Solution und über ihre Advanced-Materials-Sparte für Separatoren und Kathodenmaterialien in den Genuss der Aufwärtsbewegung.
Darüber hinaus hebt das Research eine Reihe koreanischer Materialzulieferer hervor, die direkt von den steigenden Rohstoffpreisen und der knapper werdenden Angebotslage profitieren. Dazu gehören L&F als Hersteller von Kathodenaktivmaterialien, die von der höheren Nachfrage nach qualitativ hochwertigen NCM- und LCO-Kathoden profitiert, sowie EcoPro und dessen Tochtergesellschaft EcoPro BM, die ebenfalls im Kathodenmaterialien-Segment tätig sind und direkt von der erwarteten Preisaufwärtsbewegung bei Lithiumcarbonat und Nassprozess-Separatoren partizipieren. Auch POSCO Future M, das ehemalige POSCO Chemical, wird als wichtiger Zulieferer für Kathoden- und Anodenmaterialien genannt, insbesondere als Partner für LG Energy Solution und Samsung SDI.
Neben den koreanischen Playern werden auch eine Reihe chinesischer Unternehmen genannt, die von der globalen Erholung profitieren. An erster Stelle steht hier CATL als weltgrößter Batteriehersteller, der sowohl von der ESS- als auch der EV-Nachfrageerholung profitiert. BYD profitiert als integrierter EV- und Batteriehersteller davon, dass steigende Ölpreise die Kaufmentalität für Elektrofahrzeuge generell verbessern. EVE Energy wird als Zellhersteller hervorgehoben, der besonders im ESS- und Datacenter-Bereich aktiv ist. Auf der Materialseite werden Guangzhou Tinci Materials als führender Anbieter von Elektrolyt-Materialien, Putailai als Spezialist für Anodenmaterialien aus Graphit, Ronbay Technology und Xiamen Tungsten New Energy als chinesische Top-Tier-Player im Kathodenmaterialien-Sektor genannt. Diese Unternehmen profitieren davon, dass chinesische Zulieferer ihre Kapazitätsexpansion bremsen und Low-Tier-Anbieter aus dem Markt gedrängt werden, was den etablierten Top-Playern bessere Preisrealisierungen ermöglicht.
Interessante Information: Die koreanische Diaspora. Mit geschätzt 15.000 bis 20.000 Personen im Großraum beherbergt Frankfurt neben London eine der größten koreanischen Communities Europas. Während die Wurzeln in den Anwerbeabkommen der 1960er/70er Jahre liegen (Bergarbeiter und Krankenschwestern), wird die heutige Demografie durch eine hochspezialisierte „Expat-Migration“ gesteuert. Frankfurt ist das europäische Entscheidungszentrum für Global Player wie Samsung, LG, Hyundai und Kia. Über 300 koreanische Unternehmen und ein großes Generalkonsulat bilden das Rückgrat. Räumlich konzentriert sich diese Gruppe im Westen und Nordwesten (Vordertaunus, Oberursel, Bad Homburg), getrieben durch die Nähe zu internationalen Schulen (ISF, FIS). Meine Mutter stammt übrigens aus Südkorea, mein Vater ist Deutscher (Rheinhesse).
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5 Kommentare
Solid analysis. Will be watching this space.
Interesting update on Batteriehersteller im Zentrum des KI-Rechenzentrums-Booms!. Looking forward to seeing how this develops.
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.
Good point. Watching closely.