Listen to the article

0:00
0:00

Kernaussagen

🌐 Translate Article

Translating...

📖 Read Along

💬 AI Assistant

🤖
Hi! I'm here to help you understand this article. Ask me anything about the content!

Bitcoin verliert 50 Prozent seit Oktober – Milliarden fließen jetzt in KI-Aktien. Kryptoexperte Eric Heinemann erklärt die Auswirkungen der Marktverschiebung und welche Chancen sich daraus ergeben.

Noch im Oktober 2025 feierte Bitcoin mit rund 126.000 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Fünf Monate später notiert die Kryptowährung bei etwa 63.500 US-Dollar. Ein Minus von fast 50 Prozent, das viele Anleger kalt erwischt hat. Gleichzeitig boomen KI-Aktien und Energiewerte wie selten zuvor. Was passiert da gerade – und was bedeutet das für Kleinanleger?

Darum ist Bitcoin so stark gefallen

Der Absturz kam nicht über Nacht, sondern in Wellen. Den Anfang machte Trumps Ankündigung massiver China-Zölle im Oktober 2025, die Bitcoin innerhalb von Stunden um 17.000 US-Dollar einbrechen ließ.

Danach ging es weiter bergab: Die Nominierung von Kevin Warsh als neuem Fed-Chef im Januar 2026 schürte Angst vor dauerhaft hohen Zinsen, und Anfang Februar fiel Bitcoin kurzzeitig unter 61.000 US-Dollar.

Der sogenannte Fear & Greed Index – eine Art Angstbarometer für den Kryptomarkt – stand zuletzt bei 5 von 100 Punkten. So niedrig war er nicht einmal beim FTX-Zusammenbruch 2022.

Eric Heinemann ist Krypto-Experte und Gründer von Crypto Nerds. Er vermittelt Wissen zu digitalen Assets praxisnah über Podcasts, Kurse und Events und berät Unternehmen zu Vertrieb und Strategie. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Das große Geld wandert in Richtung KI

Was den Kryptomarkt zusätzlich unter Druck setzt: Institutionelle Anleger ziehen massiv Kapital ab. Allein aus Bitcoin-ETFs flossen in fünf Wochen 3,8 Milliarden US-Dollar ab. Und dieses Geld verschwindet nicht – ein großer Teil landet im boomenden KI-Sektor.

Die fünf größten Tech-Konzerne planen für 2026 KI-Investitionen von über 600 Milliarden US-Dollar. Laut State Street flossen im Januar 60 Prozent aller thematischen ETF-Zuflüsse in KI und Robotik. Morningstar spricht sogar von der großen Sektorrotation 2026.

Wichtig: Es fließt nicht alles eins zu eins von Krypto in KI. Auch Gold und Energieaktien profitieren. Was wir sehen, ist ein breiter Rückzug aus spekulativen Anlagen hin zu Sektoren mit sichtbarem Wachstum – KI ist dabei der stärkste Magnet.

Deutsche Konzerne als große KI-Gewinner

Vom KI-Boom profitieren auch deutsche Unternehmen. Der auffälligste Gewinner ist Siemens Energy: Die Aktie legte seit Jahresbeginn über 33 Prozent zu und erreichte ein neues Allzeithoch. Mittlerweile gehen 28 Prozent aller Gasturbinen-Bestellungen auf KI-Rechenzentren zurück, der Auftragsbestand liegt bei zirka 146 Milliarden Euro.

Infineon profitiert als Europas größter Chipkonzern vom Strombedarf neuer Rechenzentren und hat seine KI-Umsatzprognose auf 1,5 Milliarden Euro angehoben. Im Sommer eröffnet in Dresden eine neue Fabrik speziell für KI-Leistungshalbleiter.

Ein Leuchtturmprojekt ist die Industrial AI Cloud in München: Die Deutsche Telekom betreibt gemeinsam mit Nvidia ein Rechenzentrum mit bis zu 10.000 Hochleistungs-GPUs. SAP liefert die Software, Siemens die Simulationstechnik – zusammen bilden sie eine Art deutsches KI-Komplettpaket mit Partnern wie Mercedes-Benz und DeepL.

Auch SAP, RWE und AIXTRON gelten als Profiteure. Insgesamt soll der deutsche KI-Markt von 9 Milliarden Euro 2025 auf 37 Milliarden bis 2031 wachsen.

Kleinanleger trifft es am härtesten

Der Crash verteilt seine Schmerzen ungleich. Kleinanleger, die nahe dem Allzeithoch eingestiegen sind, verkaufen in Panik – während Großinvestoren die niedrigen Kurse nutzen. Anfang Februar akkumulierten sogenannte Wale (Personen die viel Krypto halten) über 70.000 Bitcoin im Wert von rund 4,6 Milliarden US-Dollar.

CoinDesk brachte es auf den Punkt: Wale kaufen den Dip (Preisfall), während alle anderen zur Tür rennen. Die Zuflüsse von frischem Kapital an Kryptobörsen sind praktisch auf null gefallen.

Warum der Crash trotzdem eine Chance sein könnte

Bei aller Panik lohnt ein Blick in die Geschichte: Bitcoin hat jeden bisherigen Crash überstanden und danach neue Höchststände erreicht. Der Einbruch 2011 betrug über 93 Prozent, 2018 waren es 84 Prozent, 2022 rund 78 Prozent – die Rückgänge werden tendenziell kleiner, und jedes Mal folgte eine Erholung.

Namhafte Analysten bleiben optimistisch. Bernstein hält an einem Kursziel von 150.000 US-Dollar für 2026 fest und argumentiert, es gebe diesmal keine Insolvenzen oder Betrugsfälle – nur eine Vertrauenskrise.

Cathie Wood sieht Bitcoin langfristig als Absicherung gegen durch KI ausgelöste Umwälzungen. Und fundamental bleibt das Angebot knapp: Nach dem Halving 2024 werden jährlich nur noch 164.000 neue Bitcoin geschürft – weniger, als die ETF-Nachfrage in Boomzeiten absorbiert.

Kurzfristig kann es noch weiter runter gehen – die 60.000-US-Dollar-Marke gilt als entscheidende Unterstützung. Aber wer einen langen Atem hat, findet in der aktuellen Preiszone ein Niveau, das viele Profis als attraktiv einstufen.

Bitcoin und KI sind kein Entweder-oder

Bitcoin und KI sind kein Entweder-oder. Der KI-Boom ist real, die Gewinne deutscher Konzerne wie Siemens Energy sind es auch. Gleichzeitig hat Bitcoin bisher jeden Crash überlebt.

Wer investieren möchte, sollte sich nicht von Panik leiten lassen – aber auch nicht von blindem Optimismus. Nur investieren, was man bereit ist zu verlieren, breit streuen und eigene Recherche betreiben. Dieser Artikel ist keine Finanzberatung.

Eric Heinemann

Den vollständigen Artikel hier lesen

Teilen.

Über Finanzen100 Finanzen100 wurde 2009 gegründet und ist eines der führenden Finanzportale Deutschlands. Als Marke von BurdaForward hat sich die Plattform darauf spezialisiert, komplexe Börsennachrichten für Privatanleger und Entscheider verständlich aufzubereiten. Finanzen100 bietet Echtzeitkurse für über 2 Millionen Wertpapiere, fundierte Marktanalysen und personalisierte Portfolio-Tools.

6 Kommentare

  1. Interesting update on Bitcoin-Milliarden fließen in KI – das eröffnet Chance für Anleger. Looking forward to seeing how this develops.

Einen Kommentar hinterlassen

Exit mobile version