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Kernaussagen
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- Continental AG – WKN: 543900 – ISIN: DE0005439004 – Kurs: 66,820 € (XETRA)
Nach dem Verkauf von Teilen des Industriegeschäfts und der Abspaltung der Autozuliefersparte Aumovio rückt deutlicher in den Vordergrund, worauf der neue Continental-Kern künftig bauen soll: Reifen mit hoher Marge und ein verschlanktes Industriegeschäft, das auch in schwachen Märkten Ergebnisqualität liefern muss.
Der Umsatz sank im ersten Quartal um 10,4 % auf 4,4 Mrd. EUR. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte, lag das Minus allerdings nur bei 0,9 %. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 6,1 % auf 522 Mio. EUR, die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 10,7 % auf 11,9 %. Damit schnitt Continental beim Ergebnis besser ab als von Analysten erwartet. Das Nettoergebnis legte kräftig von 68 Mio. EUR auf 200 Mio. EUR zu. Auch der bereinigte Free Cashflow drehte mit 35 Mio. EUR ins Positive, nach minus 216 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Die Investitionen gingen leicht auf 209 Mio. EUR zurück, die Nettofinanzschulden lagen bei 5,1 Mrd. EUR.
Reifen tragen den Konzern
Die wichtigste Botschaft kommt aus dem Reifengeschäft. Tires erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 3,3 Mrd. EUR, nach 3,4 Mrd. EUR im Vorjahr. Trotz negativer Währungseffekte und schwächerer Volumina stieg das bereinigte EBIT von 457 Mio. EUR auf 467 Mio. EUR. Die Marge verbesserte sich von 13,4 % auf 14,4 %. Continental profitierte hier vor allem von einem besseren Preis- und Produktmix, insbesondere bei margenstarken Pkw-Reifen ab 18 Zoll. In der Investorenpräsentation verweist das Unternehmen zudem auf eine robuste Entwicklung im Ersatzreifengeschäft und auf noch niedrigere Rohstoffkosten im Vergleich zum Vorjahr.
Der Markt blieb jedoch anspruchsvoll. Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen lag im ersten Quartal um 4 % unter dem Vorjahreswert. Besonders deutlich war der Rückgang in China mit 10 %, während auch Europa und Nordamerika rückläufig waren. Im Ersatzreifengeschäft zeigte sich ein gemischtes Bild: China wuchs, Europa und Nordamerika blieben schwächer. Bei Lkw-Reifen verbesserten sich die europäischen Märkte, während Nordamerika weiter unter Druck stand.
Vorstandschef Christian Kötz fasste die Lage entsprechend vorsichtig zusammen: „Operativ sind wir gut in das Jahr gestartet. Im Vergleich zum Vorjahresquartal haben wir unsere Profitabilität sowohl bei Tires als auch bei ContiTech gesteigert.“ Zugleich verwies er auf die geopolitische Unsicherheit, die Verbraucher und Unternehmen belaste.
ContiTech liefert trotz Portfolioeffekten
Auch ContiTech machte Fortschritte, wenngleich der Umsatz deutlich zurückging. Die Sparte erzielte 1,2 Mrd. EUR Umsatz, nach 1,5 Mrd. EUR im Vorjahr. Der Rückgang erklärt sich vor allem durch den Verkauf des Geschäftsfelds Original Equipment Solutions Anfang Februar sowie durch negative Wechselkurseffekte. Operativ entwickelte sich ContiTech dennoch besser: Das bereinigte EBIT stieg von 78 Mio. EUR auf 92 Mio. EUR, die bereinigte Marge von 6,2 % auf 7,9 %. Ohne das verkaufte OESL-Geschäft hätte die Marge laut Unternehmen bei 8,7 % gelegen.
Das ist für Continental strategisch wichtig. ContiTech steht seit längerem unter besonderer Beobachtung, weil der Konzern das Geschäft weiterentwickeln und perspektivisch verkaufen will. Die Präsentation an Investoren hält fest, dass der Verkaufsprozess „on track“ sei. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass die Sparte trotz schwacher Automobil-Erstausrüstermärkte und verhaltener Industriekonjunktur Ergebnisbeiträge liefern kann. Rückenwind kam aus margenstärkeren Produkten, dem Handelsgeschäft und Kostensenkungen.
Finanzvorstand Roland Welzbacher stellte die Fortschritte in den Kontext einer strikteren Ergebnissteuerung. Continental habe von margenstarken Produkten, Kostendisziplin und geringeren Rohstoffkosten profitiert. Zugleich warnte er, dass jüngste Veränderungen bei Rohstoffen erst verzögert durchschlagen würden. „Wir analysieren und bewerten die Situation fortlaufend und ergreifen sofern erforderlich Maßnahmen zur Ergebnissicherung“, sagte Welzbacher.
Ausblick bleibt trotz geopolitischer Risiken stehen
Für das Gesamtjahr bestätigte Continental die Prognose. Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz von rund 17,3 bis 18,9 Mrd. EUR und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 11,0 bis 12,5 %. Für Tires stellt das Management 13,2 bis 14,2 Mrd. EUR Umsatz und eine Marge von 13,0 bis 14,5 % in Aussicht. ContiTech soll 4,2 bis 4,8 Mrd. EUR Umsatz und 7,0 bis 8,5 % Marge erreichen. Der bereinigte Free Cashflow wird unverändert bei 0,8 bis 1,2 Mrd. EUR erwartet.
Die Prognose steht allerdings unter einem geopolitischen Vorbehalt. Continental rechnet infolge des militärischen Konflikts im Nahen Osten mit einer Bruttobelastung im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich im Reifengeschäft, vor allem durch höhere Rohstoffpreise. Die Effekte sollen ab dem zweiten Quartal sichtbar werden. Das Unternehmen will mit Effizienzmaßnahmen in der Produktion, Sicherheitsbeständen bei kritischen Rohstoffen und kommerziellen Maßnahmen gegensteuern.
Fazit: Unter dem Strich liefert Continental ein Quartal, das operativ stärker ist, als der Umsatzrückgang vermuten lässt. Die Margen steigen, der Free Cashflow ist positiv, und beide Kernbereiche zeigen Fortschritte. Doch der Konzern profitiert noch von niedrigeren Rohstoffkosten, während neue Belastungen erst zeitverzögert wirken. Auch die neuen US-Zölle könnten künftig einen negativen Einfluss haben. Continental bleibt einer der besseren Autozulieferer und unterlegt das auch mit soliden Zahlen.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 19,68 | 18,20 | 18,38 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 7,99 | 6,58 | 7,27 |
| KGV | 8 | 10 | 9 |
| Dividende je Aktie in EUR | 2,70 | 3,00 | 3,50 |
| Dividendenrendite | 4,22% | 4,69% | 5,47% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |
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6 Kommentare
Interesting update on CONTINENTAL zeigt, wie viel Rendite im Restkonzern steckt. Looking forward to seeing how this develops.
Solid analysis. Will be watching this space.
Good point. Watching closely.
Great insights on Aktien-News. Thanks for sharing!
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.