Listen to the article
Kernaussagen
🌐 Translate Article
📖 Read Along
💬 AI Assistant
Der Dax ist 2025 auf neue Rekorde gestiegen und damit weltweit trotzdem nur durchschnittlich. Währenddessen wurde Strom teurer, Erdöl und Erdgas günstiger und die Leitzinsen sinken wieder. Wir fassen das Börsenjahr 2025 in fünf Grafiken zusammen.
1. Der Dax erklimmt die 24.000 Punkte
Für Anleger auf dem deutschen Aktienmarkt war 2025 ein gutes Jahr. Der Dax legte um rund 23 Prozent zu. Seinen Höhepunkt erreichte er mit 24.661 Punkten am 9. Oktober. Der Endstand von 24.490 Punkten lag aber an Silvester nur leicht darunter. Bis Oktober erklomm der Leitindex dabei 34 Mal einen neuen Rekord. Im Jahr zuvor geschah dies noch an 45 Tagen.
Mit dem Kursgewinn von 23 Prozent hatte der Dax dabei sein bestes Jahr seit 2019 – damals ging es um 25 Prozent nach oben – und in 67 Jahren deutscher Börsengeschichte des Dax und seiner Vorgänger reicht es für Platz 18. Den Dax gibt es dabei erst seit 1987 und in diese Zeit kommt er jetzt auf eine durchschnittliche Rendite von 11,2 Prozent pro Jahr.
2. Malawi war der beste Aktienmarkt 2025
Trotz der guten Performance liegt der Dax weltweit damit nur knapp über dem Durchschnitt. Die 120 größten Börsen der Welt legten im vergangenen Jahr im Schnitt um 20,7 Prozent zu. Das ist besser als im Vorjahr, als es rund 16 Prozent waren.
Vorne gibt es dabei zwei Ausreißer. Der eine ist Venezuela, dessen Leitindex IBVC um fast 1600 Prozent stieg. Das liegt aber fast ausschließlich an der horrenden Inflation in dem Land, weswegen wir es aus der Wertung nehmen. Dahinter landet der afrikanische Staat Malawi mit 258 Prozent Kursplus. Zwar ist auch hier die Inflation mit rund 25 Prozent sehr hoch, erreicht aber bei weitem nicht venezolanische Ausmaße. Auf Platz 2 steht Ghana mit einem Plus von 79 Prozent bei seinem Leitindex vor Südkorea mit plus 76 Prozent. Aus der EU platziert sich Tschechien mit plus 53 Prozent in den Top Ten.
Deutschland kommt mit seinen 23 Prozent auf den 50. Platz. Verluste fuhren die Leitindizes dieses Jahr in 22 Ländern ein. Schlusslicht ist der BVRM, ein gemeinsamer Index der afrikanischen Staaten Benin, Burkina Faso, der Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo. Er gab 27 Prozent nach. Zu den Verlierern gehören auch Dänemark mit minus 24 Prozent, Island mit minus 9 Prozent, die Philippinen mit minus 7 Prozent, Russland mit minus 4 Prozent, Saudi-Arabien mit minus 13 Prozent und die Ukraine mit minus 8 Prozent.
3. Strom wurde teurer, Erdöl und Erdgas günstiger
2024 hatte sich Erdgas noch verteuert, während Strom günstiger wurde, 2025 ist es genau umgekehrt. Der Preis für Gas sank am für Deutschland entscheidenden niederländischen Handelspunkt TTF um rund 42 Prozent. Mit aktuell 29 Euro pro Megawattstunde ist es so günstig wie vor dem Ukraine-Krieg. Auch die Erdölpreise sanken, mit 18 Prozent aber nicht ganz so stark. Gemessen ist das hier an der Nordsee-Sorte Brent, die für Deutschland der Referenzwert ist.
Strom hingegen wurde teurer. An der Leipziger Strombörse stiegen die Großhandelspreise um rund 37 Prozent von Silvester zu Silvester an. Die gute Nachricht dabei: Als Verbraucher merken Sie davon wenig, zumindest als Neukunde. Laut der Vergleichswebseite Check24 sanken die Preise für private Haushalte mit neuem Vertrag auf nur noch 23,22 Cent pro Kilowattstunde. Das sind rund 18 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die schlechte Nachricht: Mit einem Bestandsvertrag wurde Strom im vergangenen Jahr teurer. Verivox schätzt den Kostenanstieg für einen durchschnittlichen Haushalt mit 4000 kWh Verbrauch auf rund 2,4 Prozent.
4. Die Leitzinsen sinken wieder
Fast alle großen Industrienationen haben im vergangenen Jahr ihre Leitzinsen gesenkt. Für Deutschland hat das die Europäische Zentralbank (EZB) übernommen. Gestartet mit 3,0 Prozent ging es in vier Schritten um einen ganzen Prozentpunkt nach unten. Seit Anfang Juni liegt das Niveau jetzt bei 2,0 Prozent. So niedrig war es zuletzt Ende 2022, kurz nachdem die EZB die Niedrigzinsphase beendet hatte.
Das spiegelt sich auf anderen Märkten wider. So sanken entsprechend auch die durchschnittlichen Zinsen für Tagesgeld im vergangenen Jahr von 2,2 auf 1,7 Prozent. Auf den Immobilienmarkt hatten die niedrigeren Leitzinsen hingegen keine Auswirkung. Für einen Baukredit mit zehn Jahren Zinsbindung zahlen Sie aktuell im Schnitt laut dem Finanzierer Interhyp 3,85 Prozent jährliche Zinsen. Vor einem Jahr waren es noch 3,24 Prozent.
5. Bitcoin macht eine Pause vom Kurs-Wahnsinn
In den vergangenen Jahren stieg der Bitcoin-Kurs für gewöhnlich in rasantem Maße. 156 Prozent waren es 2023, 121 Prozent dann ein Jahr später. 2025 gibt es eine kleine Verschnaufpause. Gemessen am US-Dollar sank der Kurs der Kryptowährung sogar erstmals seit 2022, wenngleich mit 5,3 Prozent nur leicht. Ganz ohne die Bitcoin-typischen Ausschläge blieb das Jahr aber nicht. Erst im Oktober erreicht die digitale Münze mit 126.000 Dollar einen neuen Rekordwert und büßte seitdem rund 30 Prozent in drei Monaten ein. Der sinkende Kurs passt zur größeren Unsicherheit von Anlegern am globalen Aktienmarkt, ausgelöst durch die zahlreichen geopolitischen Probleme wie den Ukraine-Krieg oder Trumps universelle Zölle. In solchen Zeiten werden riskantere Anlagen als erstes verkauft. Den Status als „digitales Gold“, also als sicherer Hafen in Krisenzeiten, hat sich Bitcoin damit noch nicht verdient.
Folgen Sie dem Autor auf Facebook
Den vollständigen Artikel hier lesen


15 Kommentare
Es ist interessant zu sehen, dass Tschechien mit einem Plus von 53 % in den Top Ten der Börsenperformances liegt. Gibt es bestimmte Branchen oder politische Entscheidungen, die diesen Erfolg antreiben?
Russland und Saudi-Arabien verzeichnen in diesem Jahr Verluste an ihren Leitindizes. Wie wirken sich die geopolitischen Spannungen und die Ölpolitik auf diese Märkte aus?
Mich wundert, dass der Dax trotz des globalen Durchschnitts von 20,7% bei Börsenkursen „nur“ um 23% gestiegen ist. Wie beeinflussen politische Faktoren in Deutschland diesen vergleichsweise moderaten Anstieg?
Es ist bemerkenswert, dass der Dax trotz der günstigen Entwicklung bei Öl und Gas nicht stärker gestiegen ist. Spielt hier möglicherweise die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit eine Rolle?
Die Tatsache, dass der Dax mit 23% auf Platz 50 liegt, sollte Anleger zu einer diversifizierteren Strategie ermutigen. Ist es klug, das Portfolio nicht zu stark auf den deutschen Markt zu konzentrieren?
Der Dax hat im Oktober 34 neue Rekorde erzielt, aber im Vorjahr waren es noch 45. Deutet das auf eine nachlassende Dynamik im Laufe des Jahres hin, oder eine Anpassung an stabilere Verhältnisse?
Dass der BVRM-Index der westafrikanischen Staaten um 27% gefallen ist, zeigt deutlich die unterschiedlichen wirtschaftlichen Realitäten in Afrika. Welche spezifischen Herausforderungen belasten diese Länder?
Mit einer durchschnittlichen Rendite von 11,2% pro Jahr seit 1987 ist der Dax historisch betrachtet solide, aber eben auch nicht außergewöhnlich. Wird diese Rendite angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage nachhaltig sein?
Ein Zuwachs von 23% für den Dax ist beachtlich und stellt das beste Jahr seit 2019 dar, als es um 25% nach oben ging. Welche Faktoren haben besonders zu diesem Anstieg beigetragen?
Es ist beruhigend zu sehen, dass die Erdgaspreise am TTF um 42% gesunken sind und sich dem Niveau vor dem Ukraine-Krieg annähern. Allerdings ist der gleichzeitige Preisanstieg bei Strom besorgniserregend – welche spezifischen Gründe sehen die Experten dafür?
Die Tatsache, dass Malawi mit einem Kursplus von 258% den weltweiten Rekord hält, ist wirklich erstaunlich, besonders wenn man bedenkt, dass die Inflation dort bei etwa 25% liegt. Ist das ein Hinweis auf ein extrem spekulatives Umfeld dort?
Der Vergleich zeigt ein großes Spannungsfeld: Während einige Länder wie Venezuela und Malawi extrem volatil sind, verzeichnen andere wie Dänemark und Island Verluste. Wie erklärt sich diese Divergenz?
Der Rückgang der Ölpreise um 18 % und die gleichzeitige Teuerung von Strom sind ein ungewöhnliches Muster. Könnte das auf eine Umstellung auf erneuerbare Energien und die damit verbundenen Kosten hinweisen?
Mit einem Endstand von 24.490 Punkten an Silvester, nur leicht unter dem Höchststand von 24.661 Punkten am 9. Oktober, zeigt sich eine beeindruckende Stabilität. Ist das ein Zeichen für eine gesunde Marktentwicklung?
Das könnte ein Hinweis auf eine Konsolidierung nach dem starken Anstieg im Oktober sein. Es bleibt abzuwarten, ob diese Stabilität anhält.