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Der Krieg im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus haben eine irreversible Eskalationsspirale in Gang gesetzt – mit weitreichenden Folgen.
Unsere Welt steht durch den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus an einem kritischen Punkt. Immer mehr Sektoren geraten gleichzeitig unter Druck: Energie, Logistik, Industrie, Landwirtschaft und Teile der Gesundheitsversorgung sind bereits davon betroffen. Weitere werden folgen.
Was lange wie ein theoretisches Risiko erschien, manifestiert sich nun auf dramatische Weise: Die globalen Liefer- und Produktionsketten sind fragiler als viele geglaubt haben.
Und der aktuelle Ausblick auf weitere Eskalationen wird diese Entwicklungen noch verschlimmern.
Herbert Saurugg, MSc, ist ein anerkannter Experte für Krisenvorsorge und Blackout-Management sowie Präsident der GfKV. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
Ein Tsunami rollt auf uns zu
Der globale Systembruch gleicht einem Tsunami: Das „zurückweichende Meer“ zeigt sich in Form von Preisanstiegen und Transportverzögerungen. Doch im Hintergrund bauen sich bereits gewaltige Wellen auf, die häufig noch nicht erkannt werden.
Aufgrund fehlender Erfahrungswerte werden die schwachen Signale häufig auch noch falsch gedeutet. Gerade in komplexen Umwelten kommen starke Signale oft zu spät, was auch daran liegt, dass die zeitverzögerten Wirkungen unterschätzt werden.
Die Frage ist daher nicht mehr, ob weitere Krisenwellen auf uns zukommen werden, sondern nur noch, wie gut wir ihnen begegnen können.
Wer vorbereitet ist, kann gestalten. Wer abwartet, wird überrascht und getrieben. Spätestens jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um mit der eigenen Vorsorge zu beginnen – bevor die nächste Welle eintrifft.
Aktuelle Simulationen zeigen, dass kritische Kipppunkte bereits überschritten wurden
Bereits jetzt werden wichtige Grundstoffe knapp und Transportwege immer instabiler. Weitere politische Konflikte könnten die Lage noch verschärfen. Zwar spiegeln manche Marktverwerfungen zunächst nur die Preise wider, doch sie sind oft ein Frühzeichen realer Versorgungsprobleme.
Fehlen Vorprodukte, stockt die Produktion oder fallen Transporte aus, kippt die Lage schnell von „teuer“ zu „nicht verfügbar“ – und reißt weitere Sektoren mit. Aktuelle Simulationen zeigen, dass kritische Kipppunkte bereits überschritten wurden und eine Normalisierung nicht mehr möglich ist. Wir befinden uns in einem globalen Systembruch, wie es ihn noch nicht gegeben hat, und niemand kann abschätzen, wo die Lawine zum Stehen kommen wird.
Auswirkungen auf die DACH-Region
Für die DACH-Region – Deutschland, Österreich und die Schweiz – ist das besonders kritisch. Unsere Wirtschaft lebt vom Export, von sicheren Energieimporten und funktionierenden Transportkorridoren. Werden diese Achsen gestört, entstehen Kettenreaktionen:
- Energiepreise steigen, Produktionsprozesse geraten ins Stocken.
- Transportengpässe treffen Industrie und Handel.
- Krankenhäuser und kritische Infrastruktur geraten unter Druck.
Schon kleine Störungen können große Folgen haben
Ein Beispiel: Wenn, wie zu erwarten, AdBlue knapp wird, stehen plötzlich Diesel-Lkw und Traktoren still – sie sind das Rückgrat unserer Versorgung. Bereits jetzt müssen Baustellen eingestellt werden, weil Teile nicht mehr geliefert werden können.
Fehlende Einmalhandschuhe können rasch zu einem Problem im Gesundheitssystem werden. Erinnerungen an den Beginn der Pandemie mit fehlenden Masken, Desinfektionsmitteln und anderen Gütern werden wach.
Die eigentliche Gefahr entsteht durch die Gleichzeitigkeit der Krisen
Nur diesmal liegt es nicht an einer zu hohen Nachfrage, sondern an einem Angebotschock, der nicht so rasch aufzulösen sein wird.
Doch die eigentliche Gefahr entsteht durch die Gleichzeitigkeit der Krisen. Ein globaler Systembruch ist kein singuläres Ereignis, sondern das zeitgleiche Überschreiten mehrerer Belastungsgrenzen in vernetzten Systemen.
Wenn Energie, Transport und Produktion gleichzeitig schwächeln, verstärken sich die Effekte gegenseitig – mit Folgen, die weit über eine temporäre Krise hinausgehen.
Darum ist jetzt der Moment zum Handeln. Nicht später, wenn die Regale leer sind oder die Preise explodieren. Vorsorge ist wirksamer als Reaktion. Jede Organisation – vom Unternehmen über die Gemeinde bis zum Staat – sollte jetzt prüfen:
- Welche Prozesse hängen von externen Zulieferungen ab?
- Wo können noch Reserven oder Puffer aufgebaut werden?
- Welche Abläufe braucht es, um im Krisenfall gezielt zu reagieren?
Krisenfitness herstellen
Resilienz und Krisenfitness beginnen nicht mit großen Worten, sondern mit praktischen Schritten: Dazu gehören Frühwarnsysteme, Puffer und Reserven – auch beim Personal –, vorbereitetes Personal sowie Priorisierungen und Rationierungen.
In dieser Lage zählt nicht mehr, ob man eine Krise vermeiden kann („Widerstandsfähigkeit“), sondern nur noch, ob man ihr vorbereitet begegnen und sich rasch genug anpassen kann.
Kooperation ist jetzt unerlässlich
Nur gemeinsam kann die DACH-Region widerstandsfähiger werden. Von Wien über Berlin bis Bern ist ein koordinierter „Schulterschluss“ zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Bevölkerung erforderlich.
Polarisierung und gegenseitige Schuldzuweisungen helfen niemandem. Sie binden Energie, die wir für den echten Umbau und die Anpassung dringend benötigen, um hin zu einem robusten, flexiblen System zu gelangen, das schwere Erschütterungen aushält.
- Die Grundlage für diesen Beitrag bildet die ausführliche systemische Betrachtung „Die vierte systemische Krise und ihre Architektur – Globaler Systembruch.”
Den vollständigen Artikel hier lesen


6 Kommentare
Great insights on News. Thanks for sharing!
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
Solid analysis. Will be watching this space.
Interesting update on Der globale Systembruch durch den Iran-Krieg wird zum Tsunami. Looking forward to seeing how this develops.
Good point. Watching closely.
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.