Wer Schienen schleift, muss dafür üblicherweise Züge aufhalten. Vossloh hat das anders gelöst. Seit 2023 arbeiten die Hochgeschwindigkeitsschleifmaschinen des Unternehmens im laufenden Fahrplan des deutschen Schienennetzes – und die DB InfraGO hat den Rahmenvertrag dafür nun um ein weiteres Jahr verlängert.
WKN 766710 · ISIN DE0007667107
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 8. September 2026
Der Vertrag sichert die sogenannte präventive Schienenpflege: Schäden werden beseitigt, bevor sie entstehen. Rund 40.000 Kilometer Gleise wurden seit Vertragsbeginn geschliffen und vermessen, ohne dass dafür eine Strecke gesperrt werden musste. Weil die Maschinen vollständig im regulären Fahrplan eingesetzt werden können, sind mehr als 4.800 Stunden zusätzliche Netzkapazität entstanden, die andernfalls für Sperrpausen ausgefallen wären.
Das zählt vor allem dann, wenn Baustellen ohnehin knapp sind. Ein Netz, das weniger Streckenabschnitte mit Langsamfahrstellen braucht, lässt mehr Züge pünktlich ankommen. Wer Vossloh-Aktien hält, sieht hier einen stabilen Auftraggeber aus dem öffentlichen Infrastrukturbereich – der Vertrag verlängert sich mit einem bereits laufenden Betrieb, nicht als Erstauftrag.
Vossloh-Chef Oliver Schuster kündigte an, die Technologie gemeinsam mit der DB InfraGO weiterzuentwickeln. Imke Kellner, Vorstand Fahrweg der DB InfraGO, betonte den Nutzen für Fahrgäste und Güterverkehr. Laut Mitteilung lässt sich durch regelmäßige präventive Bearbeitung die Lebensdauer der Schienen um bis zu hundert Prozent verlängern; Geräuschemissionen sinken dabei um bis zu zehn Dezibel.
Flankiert werden die Arbeiten von Vossloh-eigenen digitalen Systemen: Querprofilüberwachung, Lasersensoren zur Längsprofilmessung, Rissdetektion durch Wirbelstromsonden sowie automatisierte Planungs- und Auswertungstools. Alle Arbeitsschritte – Planung, Ausführung, Analyse und Dokumentation – laufen in einem integrierten System zusammen.
Die Vossloh-Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 61,65 Euro und legte damit gegenüber dem Vortag rund 2,6 Prozent zu. Offen bleibt, ob der Vertrag nach diesem weiteren Jahr erneut verlängert oder in eine längere Laufzeit überführt wird.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.


