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3400 Euro blockiert für 10 mickrige Aktien? Das Vincorion-IPO ist eine Gebührenfalle mit Ansage. Warum man sich diese „Alibi-Zuteilung“ besser gespart hätte.

Ich habe heute Morgen in mein Depot geschaut und wusste ehrlich gesagt nicht, ob ich lachen oder weinen soll: 10 Aktien von Vincorion. Bei einem Ausgabepreis von 17 Euro sind das gerade mal 170 Euro Gesamtwert. 

Mal ganz im Ernst: Was soll das? Das ist kein Investment, das ist reine Depot-Kosmetik. 

Wenn man sich den Spaß mal durchrechnet, wird es erst richtig absurd. Wer wie ich bei der Consorsbank oder der comdirect gezeichnet hat (die einzigen, die den Privatmarkt überhaupt bedient haben), zahlt pro Trade knapp 10 Euro Gebühren. Beim Kauf weg, beim Verkauf wieder weg. Das heißt: Ich starte mit fast 12 Prozent Minus, nur weil die Banken die Gebühren kassieren. Damit ich auch nur einen Cent echten Gewinn sehe, müsste die Aktie auf über 19 Euro steigen.

Klar, der Erstkurs lag heute bei 19,30 Euro – aber nach Abzug der Kosten bleibt mir am Ende vielleicht der Gegenwert eines Kaffees übrig. Das Risiko trage ich aber voll.

Besonders perfide war das Prozedere bei der Zeichnung selbst: Bei der comdirect musste das Konto komplett gedeckt sein. Wer also 200 Aktien wollte, musste satte 3400 Euro auf dem Verrechnungskonto parken – nur um dann am Ende mit mickrigen 10 Stück abgespeist zu werden. Bei der Consorsbank war man da flexibler, aber das Ergebnis ist am Ende das gleiche: Man blockiert Kapital für ein Versprechen, das nie eingehalten wurde.

Wer hier wirklich feiert, ist Star Capital

Der britische Investor hat den Laden 2022 für schmale 130 Millionen Euro von Jenoptik abgegriffen. Heute, beim Börsengang, wird Vincorion mit 850 Millionen bewertet. Eine Versechsfachung in weniger als vier Jahren – Respekt, das ist ein verdammt guter Deal für die Briten. Dass dem Unternehmen selbst beim IPO kein einziger Cent zufließt, weil es ein reiner Sekundärverkauf ist, setzt dem Ganzen die Krone auf. Wir füllen hier nur die Kassen des Großaktionärs. Der trägt seinen Namen zurecht…

Und während wir Privaten mit 10-Stück-Alibi-Paketen abgespeist werden, haben sich die „Großen“ wie Fidelity und Invesco schon vorab die dicken Brocken für über 100 Millionen Euro gesichert.

Besonders bitter: Wer bei Trade Republic, Scalable oder der ING ist, war ohnehin komplett außen vor. Die „Neobroker-Generation“ durfte gar nicht erst zeichnen, weil sie nicht zum exklusiven Club der Konsortialbanken gehört. Wer dort heute Morgen einsteigen wollte, musste den Aufschlag von 13 Prozent direkt bezahlen.

Mein Fazit

Solche „Homöopathie-Zuteilungen“ schaden der Aktienkultur in Deutschland massiv. Man lockt die Leute mit dem Versprechen auf eine „breite Streuung“ an, benutzt sie als statistisches Beiwerk für eine „mehrfache Überzeichnung“ in der Pressemitteilung und lässt sie dann auf den Gebühren sitzen.

Wenn man uns Privatanleger nicht wirklich mitspielen lassen will, dann lasst es doch bitte gleich ganz bleiben. Dann spart man uns wenigstens die Zeit für die Zeichnung und das Geld für die Mindestprovisionen. 10 Aktien sind eine Farce, kein Angebot.

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Volker Tietz



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6 Kommentare

  1. Karl I. Schäfer am

    Interesting update on Die 170-Euro-Falle: Warum uns das Vincorion-IPO veralbert. Looking forward to seeing how this develops.

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