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Kernaussagen
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Israel und die USA führen Krieg gegen den Iran. Im Liveticker erfahren Sie mehr über die Auswirkungen auf die Börse und die Weltwirtschaft sowie über Reaktionen und Experteneinschätzungen.
E10 knackt wieder 2-Euro-Marke – Diesel noch teurer
9.35 Uhr: Tanken wird in Deutschland erneut deutlich teurer. Wie der ADAC auf Basis bundesweiter Daten mitteilt, lag der durchschnittliche Preis für Super E10 am Montag bei 2,028 Euro pro Liter – erstmals seit Mai 2022 über der Marke von zwei Euro. Diesel kostete im Schnitt 2,171 Euro je Liter.
Im Vergleich zum Vortag verteuerte sich E10 damit um 4,4 Cent, Diesel um 5,4 Cent. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Preise deutlich gestiegen: E10 kostet rund 25 Cent mehr als zuvor, Diesel sogar etwa 42,5 Cent.
Am Dienstagmorgen lagen die Preise bereits noch höher. Gegen 7.15 Uhr kostete ein Liter E10 im Schnitt 2,095 Euro, Diesel 2,237 Euro. Zu dieser Uhrzeit ist Sprit üblicherweise besonders teuer, dennoch deutet der Trend laut ADAC eher nach oben.
Dabei hat sich der Ölpreis zuletzt wieder etwas abgeschwächt und liegt unter der Marke von 100 Dollar je Barrel. Eigentlich müssten sinkende Rohölpreise auch zu niedrigeren Spritpreisen führen. Allerdings könnte laut ADAC der sogenannte „Rakete-und-Feder-Effekt“ greifen: Steigende Kosten werden schnell an Verbraucher weitergegeben, während sinkende Preise oft nur verzögert ankommen.
Die aktuellen Preise bewegen sich damit wieder in Regionen wie kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022. Die damaligen Rekordstände sind jedoch noch nicht erreicht: Diesel kostete am 10. März 2022 bis zu 2,321 Euro pro Liter, E10 am 14. März 2022 bis zu 2,203 Euro.
Tankstellenverband erwartet Spritpreis von 2,50 „oder sogar mehr“
Dienstag, 10. März, 7.30 Uhr: Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) erwartet, dass der zwischenzeitig über 100 Dollar gestiegenen Ölpreis umgehend an die Autofahrer weitergeben werde. „Ich fürchte, die Ölkonzerne reichen die hohen Ölpreise sofort weiter und erhöhen die Spritpreise noch stärker“, sagte TIV-Sprecher Herbert Rabl der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). „Die Vermutung drängt sich auf, dass die Mineralölkonzerne den deutschen Markt nutzen, um zu sehen, was geht: Auch 2,50 Euro und sogar mehr pro Liter sind am Ende denkbar“.
„Die Tankstellenpächter werden an den sprudelnden Gewinnen nicht beteiligt, sie bekommen den Ärger der Verbraucher ab – und ein oder zwei Cent Provision je verkauftem Liter Sprit“, fügte Rabl hinzu. „Zugleich verderben die hohen Preise die Stimmung und damit das Shop-Geschäft, das zirka 60 Prozent der Einnahmen ausmacht.“
Nirgendwo in Europa seien die Spritpreise in der vergangenen Woche so stark gestiegen wie in Deutschland, sagte Rabl weiter. „Meine Vermutung: Die Konzerne wissen, dass sie von Bundesministerin (Katharina) Reiche (CDU) nichts zu befürchten haben.“
Trump erwägt Lockerung der Russland-Sanktionen – Ölpreis fällt
21.31 Uhr: Leise Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges hat am Montagabend den Ölpreis überraschend abrutschen lassen. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel auf 89,20 US-Dollar pro Fass (159 Liter) – gut 30 Dollar weniger als noch in der Nacht zu Montag. Auslöser war ein Interview des US-Präsidenten Donald Trump. Der US-Sender CBS News zitierte ihn mit den Worten: «Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet.»
An den US-Börsen drehte sich daraufhin die Stimmung. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte am Ende um 0,50 Prozent auf 47.740,80 Punkte zu. Im frühen Handel war das Börsenbarometer noch auf den tiefsten Stand seit Ende November abgesackt.
Trump sagte laut CBS über den Iran: „Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe.“ Der Krieg verlaufe „weit vor dem Zeitplan“. Mit Blick auf die Straße von Hormus – einem derzeit durch den Iran weitgehend blockierten Nadelöhr im weltweiten Öl- und Gashandel – habe Trump gesagt, er erwäge, diese zu übernehmen.
Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen. Die Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. An den deutschen Tankstellen stiegen die Spritpreise zeitweise auf mehr als zwei Euro je Liter.
Furcht vor Ölknappheit hatte den Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten noch in der Nacht zu Montag auf mehr als 120 Dollar nach oben getrieben, den höchsten Stand seit dem Sommer 2022. Nun ist Rohöl sogar etwas günstiger zu haben als am Freitag, jedoch weiterhin teurer als vor dem Krieg. Vor dem Angriff Israels und der USA auf den Iran war Brent für etwas mehr als 70 Euro pro Fass zu haben.
Klingbeil spricht von Sprit-Preistreiberei
17.30 Uhr: Die Spritpreise legen am Montag erneut deutlich zu. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sieht den aktuellen Anstieg als ungerechtfertigt an und will ein schnelles Handeln der Bundesregierung. „Wir sehen, dass eine Preistreiberei stattfindet, dass die aktuelle geopolitische Situation ausgenutzt wird, um die eigenen Gewinne nach oben zu schrauben“, sagte er bei einem EU-Finanzministertreffen in Brüssel. Er halte es für unanständig, auf dem Rücken von Pendlerinnen und Pendlern, von Handwerksbetrieben und Beschäftigten die Gewinne zu maximieren. Da müsse die Politik zügig handeln. „Wir besprechen jetzt innerhalb der Bundesregierung die konkreten Maßnahmen“, sagte er.
Klingbeil warb dafür, festzulegen, dass die Spritpreise nur noch einmal am Tag erhöht werden dürften. Dies könne sehr schnell ohne langwierigen Gesetzgebungsprozess umgesetzt werden, erklärte er.
Freigabe von Öl-Notreserven: G7-Staaten „noch nicht soweit“
15.57 Uhr: Die G7-Staaten haben eine Freigabe ihrer Ölreserven angesichts der steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs vorerst abgelehnt. „Wir sind noch nicht soweit“, sagte der französische Finanzminister Roland Lescure am Montag nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien. In den kommenden Wochen sei eine Freigabe aber denkbar.
„Wir haben vereinbart, bei Bedarf alle notwendigen Instrumente einzusetzen, um den Markt zu stabilisieren – einschließlich einer möglichen Freigabe der nötigen Lagerbestände“, sagte Lescure in Brüssel, wo er anschließend an einem Treffen der Finanzminister der Eurogruppe teilnahm.
Wall Street startet schwächer in den Handel
14.45 Uhr: Die US-Börsen beginnen die Woche mit Verlusten. Der Dow Jones eröffnet bei 46.945 Punkten und notiert damit im Minus. Auch der Nasdaq 100 gibt zum Handelsstart nach.
Belastet werden die Märkte vor allem durch den starken Anstieg der Energiepreise infolge der Eskalation im Nahen Osten. Der Preis für US-Rohöl der Sorte WTI war zuvor zeitweise um rund 30 Prozent auf fast 120 Dollar je Barrel gestiegen.
IW warnt: Ölpreisschock kann deutsches Wirtschaft fressen
12.49 Uhr: Der starke Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs könnte die deutsche Konjunktur deutlich treffen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt laut „NTV“ vor spürbaren Wachstumsverlusten, sollte der Ölpreis länger auf hohem Niveau bleiben.
IW-Ökonomin Samina Sultan sagt: „Zieht sich die Krise über Monate, könnte es für die deutsche Wirtschaft ernst werden.“ Nach Berechnungen des IW würde ein Ölpreis von 150 Dollar je Barrel das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um rund 0,5 Prozent und bis 2027 um etwa 1,3 Prozent drücken. „Real verliert Deutschland damit über 80 Milliarden Euro in zwei Jahren“, so Sultan.
Zugleich steigt das Inflationsrisiko. „Hält die Krise an, droht eine neue Inflationswelle“, warnt die Ökonomin. Höhere Energiepreise verteuerten nicht nur Transport und Produktion, sondern auch Düngemittel – mit möglichen Folgen für Lebensmittelpreise.
Dax sackt zum Start um 2,5 Prozent ab
9.30 Uhr: Die Eskalation im Iran-Krieg belastet die Börsen zunehmend. Der Dax ist zum Wochenstart abgesackt. Zum Börsenstart um 9 Uhr fiel der Index um 2,52 Prozent auf 23.011 Punkte ab und damit auf den niedrigsten Stand seit mehreren Monaten. Zeitweise rutschte der deutsche Leitindex auch wieder unter die Marke von 23.000 Punkten.
Auslöser ist vor allem der kräftige Anstieg der Energiepreise. Der Konflikt im Nahen Osten stört zentrale Lieferketten: Der Transport von Flüssiggas aus der Golfregion durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ist derzeit weitgehend zum Erliegen gekommen.
US-Benzinpreise steigen binnen Woche um 14 Prozent
9.28 Uhr: Die Energiepreise steigen auch in den USA deutlich. Wie die „New York Times“ berichtet, kletterte der durchschnittliche Benzinpreis zuletzt auf 3,41 Dollar je Gallone – ein Plus von rund 14 Prozent innerhalb einer Woche und der höchste Stand seit 2024.
Hintergrund sind die stark gestiegenen Ölpreise infolge der Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Weil Tanker aus dem Persischen Golf derzeit kaum auslaufen, ist ein bedeutender Teil der weltweiten Ölversorgung unterbrochen. Rund ein Fünftel des globalen Angebots könnte dadurch zeitweise fehlen.
Die Folgen reichen über den Benzinpreis hinaus: Auch Diesel, Flugtreibstoff und andere raffinierte Produkte verteuern sich deutlich. Ökonomen warnen, dass selbst ein vorübergehender Preisschub Haushalte und Wirtschaft spürbar belasten könnte.
Bericht: G7-Staaten beraten über Freigabe von Öl-Notreserven
8.41 Uhr: Die Finanzminister führender westlicher Industriestaaten (G7) werden einem Zeitungsbericht zufolge im Verlauf dieses Tages über eine mögliche Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten. Ziel der Dringlichkeitssitzung sei es, den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten rasanten Ölpreisanstieg abzufedern, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf G7-Vertreter.
Die Minister und IEA-Direktor Fatih Birol sollen demnach um 8.30 Uhr New Yorker Zeit (14.30 Uhr MEZ) telefonieren, um die Auswirkungen des Iran-Krieges zu erörtern. Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten bereits drei G7-Staaten, darunter die USA, dem Vorschlag ihre Unterstützung zugesagt.
Europas Börsen drohen zum Wochenstart kräftig einzubrechen
8.32 Uhr: Die Eskalation im Nahen Osten belastet zum Wochenstart die Finanzmärkte. Der deutsche Dax wird laut Marktdaten rund 2,7 Prozent im Minus erwartet, auch der französische CAC 40 und der italienische FTSE MIB könnten jeweils mehr als zwei Prozent verlieren.
Auslöser ist vor allem der Ölpreissprung: Rohöl stieg am Wochenende erstmals seit 2022 wieder über 110 Dollar pro Barrel, nachdem wichtige Förderländer im Nahen Osten ihre Produktion gedrosselt haben. Auch in Asien gaben die Börsen deutlich nach, US-Aktienfutures rutschten vorbörslich ab.
„Größte Ölkrise der Geschichte“
7.58 Uhr: Die Angriffe der USA und Israels auf Iran haben laut einer Analyse der US-Beratung Rapidan Energy Group die größte Störung der globalen Ölversorgung in der Geschichte ausgelöst. Demnach sind derzeit rund 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen betroffen, berichtet die „Financial Times“.
Damit übertreffe die aktuelle Krise sogar die Auswirkungen der Suezkrise 1956/57, als etwa zehn Prozent der globalen Ölversorgung unterbrochen waren.
„Der Konflikt hat sowohl die Produktionsströme als auch die Reservekapazitäten gestört, auf die sich die Märkte normalerweise verlassen, um Lieferausfälle auszugleichen“, schreibt Rapidan Energy Group in ihrer Analyse.
Besonders problematisch sei, dass auch die üblichen Puffer des Ölmarkts derzeit nur eingeschränkt wirken. „Die wichtigsten Inhaber von Reservekapazitäten – Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – sind derzeit von den globalen Ölmärkten abgeschnitten. Damit fällt der traditionelle Stoßdämpfer der Branche faktisch aus“, so die Berater.
Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel zeitweise um rund 20 Prozent auf 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter).
Mehr als 37.000 Flüge im Nahen Osten ausgefallen
7.11 Uhr: Der Luftverkehr im Nahen Osten ist aufgrund des Kriegs mit dem Iran weiterhin stark eingeschränkt. Zwischen dem 28. Februar und dem 8. März waren laut Daten des Analyseunternehmens Cirium mehr als 65.500 Flüge in der Region vorgesehen. Tatsächlich durchgeführt wurden jedoch deutlich weniger: Über 37.000 Verbindungen fielen aus. Damit lag die durchschnittliche Stornierungsrate bei etwa 56 Prozent.
Am Sonntag, dem 8. März, zeigte sich eine leichte Verbesserung. Von insgesamt 3571 geplanten Flügen wurden 1601 abgesagt, was einer Quote von rund 45 Prozent entspricht. Besonders gering war der Flugbetrieb in Doha, wo lediglich fünf Maschinen abhoben. In Bahrain startete an diesem Tag sogar überhaupt kein Flug.
Andere Flughäfen der Region verzeichneten dagegen mehr Bewegung. In Dubai hoben 151 Flugzeuge ab, in Muscat waren es 55 und in Abu Dhabi 26. Die genannten Werte beziehen sich ausschließlich auf Abflüge – berücksichtigt man auch die entsprechenden Ankünfte, lägen die Zahlen etwa doppelt so hoch.
Börsen in Asien brechen ein
6.37 Uhr: Die Börsen in Ostasien haben mit heftigen Verlusten auf den rasanten Anstieg der Ölpreise reagiert.
In Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte im frühen Handel um mehr als 6 Prozent unter die Marke von 53.000 Zählern. Rund 25 Minuten nach Handelsbeginn notierte der asiatische Leitindex bei einem satten Minus von 3409,92 Punkten oder 6,13 Prozent bei einem Zwischenstand von 52.210,92 Punkten.
Hohe Verluste verzeichnete auch die Börse in Südkorea. In Seoul verzeichnete der KOSPI nach Handelsbeginn zeitweise ein Minus von 378,55 Punkten – oder knapp 7 Prozent – bei einem Stand von 5200,17 Zählern.
Ölpreis springt auf über 110 Dollar
Montag, 9. März, 6.30 Uhr: Der Ölpreis ist infolge des Iran-Kriegs erstmals seit Jahren wieder über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel zeitweise um rund 20 Prozent auf 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter).
Trump sagte als Reaktion, ein „kurzfristiger Anstieg“ des Ölpreises sei ein „sehr geringer Preis“ für die Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran.
Dieselpreis springt auf über zwei Euro pro Liter
9.41 Uhr: Der Dieselpreis ist infolge der Verwerfungen des Iran-Krieges auf mehr als zwei Euro geklettert. In der morgendlichen Preisspitze um 7.15 Uhr ermittelte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter.
Im Tagesverlauf kann er allerdings auch wieder fallen – um 8.30 Uhr waren es noch 1,991 Euro. An normalen Tagen sind Benzin und Diesel morgens in der Regel mehr als 10 Cent teurer als am Abend. Zuletzt hatte der schnelle Anstieg diese Entwicklung aber zumindest teilweise überlagert.
Dax stabilisiert sich – Asienbörsen brechen ein
9.20 Uhr: Nach dem Kurssturz zu Wochenbeginn zeigt sich der deutsche Aktienmarkt etwas stabiler. Der Dax liegt am Mittwochmorgen rund 0,5 Prozent im Plus bei etwa 23.900 Punkten. Zuvor hatte der Leitindex innerhalb von zwei Tagen fast 1500 Punkte verloren – der stärkste Rückgang seit Monaten. Einige Investoren greifen nach dem Einbruch wieder zu, während der Volatilitätsindex zwar erhöhte Nervosität signalisiert, aber noch keine Panik anzeigt.
In Asien fallen die Reaktionen deutlich drastischer aus: Mehrere Börsen sind stark unter Druck geraten, der südkoreanische Kospi bricht zeitweise um mehr als zwölf Prozent ein. Gleichzeitig steigen die Energiepreise weiter an: Brent-Öl verteuert sich wieder auf rund 84 Dollar je Barrel, während sich der europäische Gaspreis nach dem jüngsten Sprung knapp unter den Höchstständen stabilisiert.
Ruhe bewahren ist im Iran-Krieg die erste Anlegerpflicht
16.40 Uhr: Trotz der massiven Verunsicherung durch den militärischen Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran rät Marktexperte Robert Halver Anlegern zur Besonnenheit, da Panikverkäufe historisch gesehen meist die schlechteste Entscheidung sind. Während kurzfristig mit Schocks bei der Ölversorgung über die Straße von Hormus, steigenden Energiekosten für die Chemieindustrie und Druck auf Tech-Aktien durch ausbleibende Zinssenkungen zu rechnen ist, betont Halver die langfristige Chance auf Stabilität in der Region durch einen möglichen Regimewechsel in Teheran. Er sieht in der Verhinderung einer nuklearen Aufrüstung des Irans einen entscheidenden Sicherheitsgewinn und empfiehlt Investoren, sich in der Zwischenzeit auf Verteidigungswerte, den Energiesektor sowie Gold zu fokussieren, getreu der Börsenweisheit, dass politische Börsen meist kurze Beine haben.
Katar stoppt weitere Produktion nach Angriffen
15.20 Uhr: Katar fährt nach dem Stopp seiner LNG-Produktion auch weitere Industrieanlagen herunter. Wie der Staatskonzern QatarEnergy mitteilte, werden infolge iranischer Raketenangriffe nun auch Anlagen für Polymer, Methanol und Aluminium vorübergehend stillgelegt. Bereits am Montag war die Flüssigerdgas-Produktion ausgesetzt worden – mit spürbaren Folgen für die Gaspreise in Europa.
Auch der Aluminium-Markt reagiert: Rund acht Prozent der weltweiten Produktion entfallen auf den Golf und hängen stark vom Transport durch die Straße von Hormus ab, so Analysten der ING. Nach der Ankündigung stieg der Aluminiumpreis in London um mehr als zwei Prozent.
Tauziehen zwischen Europa und Asien
14.56 Uhr: Analystin Natasha Fielding warnt vor weiter explodierenden Gaspreisen:
„Wir könnten mit jedem weiteren Tag, an dem die Straße von Hormus faktisch geschlossen bleibt und katarische LNG-Lieferungen ausfallen, eine neue Preisreaktion sehen“, sagt die leitende Expertin für den globalen Gas- und LNG-Markt bei der Preisberichtsagentur Argus Media.
Besonders brisant: Es droht laut Fieldung ein Tauziehen zwischen Europa und Asien um US-Flüssiggas. China ist stark von Lieferungen aus Katar abhängig und müsste bei Ausfällen verstärkt andere Märkte anzapfen – während Europa dringend LNG braucht, um seine Speicher vor dem Winter zu füllen.
„Sehr brenzlige Situation“ im Iran
14.00 Uhr: Die extremen Preissprünge bei Öl und Gas flachen etwas ab, bleiben aber hoch. TTF-Gas – der maßgebliche europäische Großhandelspreis – kostet mit gut 55 Euro je Megawattstunde weniger als in der Spitze von 60 Euro, aber deutlich mehr als am Vortag. Brent-Öl notierte kurzzeitig über 84 Dollar je Barrel (159 Liter) und liegt nun bei etwas über 83 Dollar. Die US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) steigt auf rund 76 Dollar je Barrel.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann warnt im Gespräch mit „Welt TV“ vor einem heißen Sommer: Steigt der Ölpreis über 100 Dollar, drohe neuer Inflationsdruck. Das könnte die Europäische Zentralbank zu weiteren Zinsschritten zwingen – mit Folgen für Unternehmen und Verbraucher. Die Lage sei „sehr, sehr brenzlig“, sagte er und äußerte die Hoffnung auf eine rasche Entspannung.
Börse in Panik
12.30 Uhr: Der Iran-Krieg schlägt an der Börse voll ein: Zum Dienstagmittag stürzt der Leitindex Dax um mehr als 900 Punkte ab. Am härtesten traf es Beiersdorf mit minus 17 Prozent, das gestern nach Börsenschluss Zahlen gemeldet hatte. Bei Siemens Energy steht ein Verlust von etwa 5,7 Prozent auf dem Papier, Infineon Technologies verliert 5,6 Prozent. Die Krise im Iran lässt auch den Kurs der Deutschen Bank einbrechen: minus 5,5 Prozent.
„Am Montag haben die Börsen noch relativ besonnen reagiert. Doch jetzt ist die Panik da. Wir sehen einen großen Abverkauf bei Aktien“, sagt FOCUS-online-Börsenexperte und „Money + Mind“-Gründer Clemens Schömann-Finck dazu. „Der Ölpreis hingegen steigt deutlich. Die Investoren preisen gerade ein, dass der Krieg heftiger wird und länger dauern könnte als ursprünglich gedacht. Selbst Bodentruppen schließt Trump nicht aus.“
Ökonomen gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Folgen für Europa gut zu stemmen sind, solange der Krieg nicht allzu lang dauert. Schwere Auswirkungen seien nur bei einer langfristigen Sperrung der Straße von Hormus zu erwarten, weil in dem Fall massiv Öl- und Gaslieferungen ausbleiben würden.
Börsenexperte Schömann-Finck bleibt optimistisch: „Ich glaube nicht, dass Trump es tatsächlich auf eine solche Eskalation anlegt. Er hat die Stimmung in den USA genau im Blick. Der Einsatz im Iran ist alles andere als populär, wie Umfragen zeigen. Werden die politischen Kosten zu hoch, wird er schnell den Krieg beenden – egal, was er vorher gesagt hat. Beispiele für solche Kehrtwenden gibt es genug. Der Tod von Ali Chamenei bietet Trump Möglichkeit, sich in jedem Fall als Sieger zu präsentieren.“
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Dax stürzt um mehr als 800 Punkte ab, Gas wird teurer
11.05 Uhr: Der Leitindex Dax setzt seine Talfahrt fort. Am Dienstagvormittag verlor er mehr als 800 Punkte und befindet sich damit auf dem tiefsten Stand seit Anfang Dezember. Beim Euro Stoxx 50 ist die Entwicklung ähnlich: Minus 188 Punkte, der Index ist unter die Marke von 5800 Punkten gerutscht.
Gleichzeitig steigen die Gaspreise im Großhandel immer weiter. Der TTF-Erdgaskontrakt kostete am Dienstagvormittag knapp 58 Euro pro Kilowattstunde. Eine Woche zuvor hatte der Preis noch um die 30 Euro rangiert. Bis die Verbraucherpreise die Großhandelspreise spiegeln, dauert es beim Gas immer mehrere Monate.
Screenshot: FOCUS online
Experte rät im Nahost-Konflikt zur Besonnenheit
10.50 Uhr: Anleger sollten durch den Krieg im Nahen Osten nicht in Panik verfallen, rät Robert Greil, Chefstratege bei der Privatbank Merck Finck. „Entscheidend für Anleger ist jetzt weniger die Frage nach kurzfristigen Reaktionen als nach der Robustheit der eigenen Portfoliostruktur.“ Zwar können schon begrenzte Störungen in der wichtigen Straße vom Hormus „erhebliche Auswirkungen“ auf Energiepreise und Inflation haben, aber die genauen Einflüsse lassen sich nicht konkret vorhersagen.
Er rät weiter zu konstanter Diversifikation. Verluste in einzelnen Segmenten wie beispielsweise Aktien lassen sich laut dem Experten durch Gewinne in anderen Anlageklassen abfedern. Paradebeispiele dafür sind Rohstoffe und Edelmetalle, die klassisch als Krisenwährungen gelten. „Phasen erhöhter Unruhe an den Finanzmärkten sind aber selten der ideale Moment, die Ausrichtung des Portfolios grundsätzlich zu hinterfragen. Die Devise sollte lauten: investiert und diversifiziert bleiben.“
Dax bricht um mehr als 500 Punkte ein
9.38 Uhr: Der Iran-Krieg reißt den Dax weiter nach unten. Mehr als 500 Punkte verliert der Leitindex am Dienstag, er rutscht auf den tiefsten Stand seit Dezember. Auch Europas Börsen geben deutlich nach. Von klassischer Panik sprechen Händler zwar nicht – doch die Märkte preisen das Risiko einer weiteren Eskalation zunehmend ein.
Brandbeschleuniger sind die Energiepreise. Brent klettert wieder über 80 Dollar, der europäische Gaspreis TTF schießt zeitweise auf 58 Euro je Megawattstunde – fast doppelt so viel wie noch vor wenigen Tagen. Im Zentrum steht die Straße von Hormus, Nadelöhr für rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Bleibt die Route unsicher, droht aus dem Börsenbeben ein handfester Energie- und Inflationsschock.
Dax rutscht weiter ab
8.55 Uhr: Der Dax rutscht weiter ab und dürfte zur Eröffnung erneut rund 300 Punkte verlieren, warnt Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Der Krieg im Nahen Osten hält die Börsen im Griff, die gegenseitigen Raketenangriffe treiben die Eskalationsspirale weiter an. Die Lage gleicht „einem Pulverfass mit brennender Lunte“, während steigende Energiepreise zusätzlichen Druck auf die Aktienmärkte ausüben. Anleger hoffen, dass eine diplomatische Lösung die Entwicklung noch vor einer weiteren Zuspitzung stoppt.
Besonders Europa gerät durch seine hohe Abhängigkeit von Energieimporten unter Druck, nachdem die Gaspreise zuletzt zeitweise um mehr als 40 Prozent sprangen und auch beim Öl Niveaus jenseits der 100-Dollar-Marke nicht mehr unrealistisch erscheinen. Am Dienstag dürfte der Dax im Sog dieser Entwicklung bleiben und sich zugleich mit schwachen Zahlen von Beiersdorf auseinandersetzen, die die Aktie vorbörslich um rund neun Prozent belasten. Im Tagesverlauf stehen außerdem Geschäftszahlen von Kühne+Nagel, Schäffler und Thales sowie Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA an. „In der weiterhin unübersichtlichen Gesamtmarktlage könnte sich der Dax heute aus technischer Sicht in der Kursspanne zwischen 24.000 und 24.500 Punkten aufhalten.“
Iran-Krieg lässt Ölpreise weiter steigen
Dienstag, 3. März, 8.35 Uhr: Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel weiter zugelegt. Nach einem kräftigen Anstieg am ersten Handelstag nach dem Beginn des Iran-Kriegs legten die Preise zunächst bis zu rund drei Prozent zu, blieben aber unter dem Höchststand aus den ersten Handelsstunden am Montag. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Dienstag gegen 8 Uhr um drei Prozent oder 2,35 Dollar auf 80,09 Dollar. Steigende Rohölpreise verteuern üblicherweise auch Sprit und Heizöl für Verbraucher in Deutschland.
Nach Preisanstieg: EU kündigt Energie-Krisenstab an
19.38 Uhr: Die EU bereitet sich auf mögliche Notlagen infolge des Iran-Kriegs vor. Wie die EU-Kommission von Ursula von der Leyen nach einer Sondersitzung in Brüssel mitteilte, wird infolge der Entwicklungen ein Energie-Krisenstab mit den Mitgliedstaaten einberufen. Er könnte Reaktionen auf rasant steigende Öl-, Sprit- und Gaspreise planen.
Darüber hinaus intensiviert die EU nach eigenen Angaben die Beobachtung von Risiken durch Verkehrsunterbrechungen, insbesondere rund um die Straße von Hormus und das Rote Meer. Mit Fluggesellschaften, Reedereien und nationalen Behörden soll es eine verstärkte Koordinierung geben.
Zur Unterstützung für Evakuierungs- und Rückführungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten werden nach Angaben der Kommission bereits jetzt Katastrophenschutz-Kapazitäten und das Notfall-Koordinierungszentrum genutzt. Im Bereich der Migration gebe es eine genaue Trendbeobachtung und eine verstärkte Zusammenarbeit mit den zuständigen Agenturen der Vereinten Nationen und Partnerländern, hieß es.
Rüstungskonzerne profitieren stark – Reise-Anbieter verlieren
18.30 Uhr: Die Wall Street zeigt sich heute von ihrer nervösen Seite. Der S&P 500 notiert zur Mittagszeit kaum verändert, mit einem Mini-Minus von 0,05 Prozent. Das klingt harmlos, täuscht aber über das Durcheinander hinweg, das sich darunter abspielt.
Was den Markt aufschreckt
Nach Berichten über koordinierte Angriffe der USA und Israels auf den Iran trifft die Angst vor einem Flächenbrand bestimmte Branchen mit voller Wucht. Delta und United Airlines verlieren jeweils um die zwei Prozent, Norwegian Cruise bricht sogar um über acht Prozent ein. AES Corp sackt nach einer Übernahmeankündigung durch ein BlackRock-Konsortium um über 17 Prozent ab – der gebotene Preis liegt weit unter dem Marktwert.
Nvidia legt knapp vier Prozent zu, Microsoft gewinnt 1,7 Prozent. Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin und Palantir ziehen deutlich an. Ein Bitcoin-Rally reißt Coinbase und Strategy mit – beide über 5 Prozent im Plus.
Analysten warnen
Wells Fargo sieht noch Luft nach unten. Überschreitet der Ölpreis die Marke von 100 Dollar je Barrel, könnte der S&P 500 um bis zu 13 Prozent auf 6000 Punkte fallen. Bis zum Börsenschluss sind es noch mehrere Stunden. Die Stimmung bleibt angespannt.
16.40 Uhr: Die US-Börsen haben mit moderaten Verlusten auf den Militärschlag reagiert. Der S&P 500 notierte eine Stunde nach Handelsstart rund 0,5 Prozent im Minus. In einer ähnlichen Größenordnung lagen die Verluste beim Nasdaq.
„Die Investoren reagieren mit Augenmaß auf die Angriffe“, kommentierte FOCUS-online-Börsenexperte Clemens Schömann-Finck. „Panikverkäufe bleiben aus. Die Märkte gehen davon aus, dass die Militäroperation zeitlich begrenzt ist und eine längere Störung der Ölversorgung ausbleibt.“
„Schlicht und ergreifend Abzocke“: Scharfe Kritik an Tankstellen
16.00 Uhr: Aus der SPD kommt scharfe Kritik an Tankstellenbetreibern, die im Zuge des Iran-Kriegs die Preise für Benzin und Diesel erhöht haben. „Was wir an vielen Tanksäulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend Abzocke!“, sagte Esra Limbacher, Sprecher des Seeheimer Kreises.
Benzin und Diesel, die aktuell verkauft würden, seien überwiegend zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden. Preisaufschläge allein in Erwartung steigender Kosten seien deshalb nicht gerechtfertigt.
Zwischen Rohölmarkt und Zapfsäule liege normalerweise ein Zeitverzug von mehreren Wochen, betonte Limbacher. „Es ist inakzeptabel, wenn geopolitische Unsicherheiten als Vorwand für überzogene Margen genutzt werden.“ Wer steigende Weltmarktpreise sofort weitergebe, müsse dies auch bei sinkenden Preisen tun.
Getty Images/Dragan Mihajlovic
Gaspreise im Höhenflug: Katar-Ausfall schockt den Markt
14.01 Uhr: Die Eskalation im Nahen Osten bringt die Energiemärkte massiv unter Druck: Der staatliche Produzent QatarEnergy hat seine LNG-Produktion vorerst gestoppt. Der Ausfall eines der weltweit wichtigsten Flüssiggaslieferanten könnte die größten Störungen auf dem globalen Gasmarkt seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 auslösen. Besonders Europa und Asien sind betroffen, da viele Länder stark auf LNG-Lieferungen aus Katar angewiesen sind.
Die Reaktion an den Börsen fiel entsprechend heftig aus. An der europäischen Großhandelsplattform stiegen die Preise für TTF-Erdgaskontrakte am Montag zeitweise um nahezu 50 Prozent. Aktuell liegt der Preis bei rund 47 Euro pro Megawattstunde.
Marktbeobachter warnen jedoch vor weiterem Aufwärtspotenzial: Laut dem Analysehaus ICIS könnten die Notierungen auf bis zu 90 Euro steigen, falls der Produktionsausfall und mögliche Lieferstörungen über längere Zeit anhalten.
Noch dürfte sich der Preissprung nicht sofort bei Verbrauchern bemerkbar machen, da Großhandelspreise mit Verzögerung auf Haushalte und Unternehmen durchschlagen. Hält die Krise jedoch an, drohen erneut steigende Energiekosten – mit Risiken für Inflation, Wirtschaftswachstum und die Stabilität der europäischen Energieversorgung.
Gold gefragt wie lange nicht: Krisenangst treibt Preis über wichtige Marke
15.03 Uhr: Die Eskalation im Nahen Osten treibt Anleger verstärkt in sichere Anlagen: Seit den US-Angriffen auf den Iran ist der Goldpreis deutlich gestiegen. Am Montag übersprang das Edelmetall erstmals seit einem Monat wieder die Marke von 5400 Dollar.
„Gold erfüllt damit mal wieder zuverlässig seinen Ruf als sicherer Hafen in Krisenzeiten“, kommentiert FOCUS-online-Börsenexperte Clemens Schömann-Finck die Entwicklung. In geopolitisch unsicheren Phasen suchen Investoren traditionell Schutz im Edelmetall. „Anleger tun deshalb gut daran, einen Teil ihres Geldes in Gold zu investieren“, so Schömann-Finck weiter.
Die jüngste Preisrally zeigt, wie sensibel die Märkte auf die zunehmenden Spannungen reagieren. Sollte sich der Konflikt weiter verschärfen oder die Unsicherheit an den Finanzmärkten anhalten, könnte Gold als Krisenwährung weiter gefragt bleiben.
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Ölschock nach US-Angriff: Droht Inflation statt Rezession?
13.47 Uhr: Nach den US-Angriffen auf den Iran ist der Ölpreis deutlich gestiegen – aktuell rund 10 Prozent höher als vor einer Woche. Eskaliert der Konflikt und wird die Straße von Hormus blockiert, könnten Preise auf 100 bis 120 Dollar steigen. Wie FOCUS-online-Börsenexperte Clemens Schömann-Finck in seiner Analyse schreibt, würde das die Inflation im Euroraum auf bis zu 3 Prozent treiben und das Wachstum spürbar bremsen – auch wenn eine Rezession derzeit nicht erwartet wird.
Deka-Chefvolkswirt: Märkte bleiben bislang gelassen
12.50 Uhr: Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater sieht trotz der Eskalation im Iran bislang keine dramatischen Folgen für die Finanzmärkte. „Der DAX hat mit moderaten Abschlägen reagiert, weil die Marktteilnehmer zur Stunde nicht mit wesentlichen Konsequenzen des Irankrieges für die Weltwirtschaft rechnen.“
Die größten Risiken lägen laut Kater in einer möglichen Zerstörung von Ölanlagen in der Region oder einer längerfristigen Sperrung der Straße von Hormus. Beides sei bislang nicht eingetreten. Entsprechend blieben die Reaktionen an Rohstoff- und Kapitalmärkten überschaubar.
Am Ölmarkt wurde die Lage bereits im Vorfeld antizipiert: Der Preis hatte sich von rund 60 auf über 70 Dollar pro Barrel verteuert. Sollte es jedoch zu einer wochenlangen Blockade der Transportwege kommen, seien auch Preise von über 100 Dollar denkbar. Danach sehe es derzeit aber nicht aus.
Dax macht Verluste wett – Rüstungsrally flacht ab
12.40 Uhr: Nach einem schwachen Start in den Handelstag kann der Dax einen Teil seiner Verluste aufholen. Gegen 11.40 Uhr liegt der Index nur noch 1,25 Prozent im Minus, nachdem er am Morgen zeitweise mehr als zwei Prozent eingebüßt hatte. Angeführt wird die Gewinnerliste von der Deutschen Börse mit plus 1,4 Prozent, Rheinmetall steigt um 1,35 Prozent – allerdings deutlich unter dem Tageshoch.
Im MDax verlieren Rüstungswerte ebenfalls an Schwung. Hensoldt (4,2 Prozent), Renk (3,5 Prozent) und TKMS (2,5 Prozent) geben einen Teil ihrer frühen Kursgewinne wieder ab. Die anfängliche Dynamik am Morgen ist damit spürbar abgeebbt.
Belastet bleiben vor allem Reise- und Autotitel. Tui notiert mit minus 7,5 Prozent am Ende des MDax. Lufthansa kann sich zwar auf 8,50 Euro erholen, liegt aber weiter rund sechs Prozent im Minus. Im Dax verlieren VW, BMW, Commerzbank und Zalando jeweils mehr als drei Prozent.
China erhöht Ölimporte aus Russland
12.23 Uhr: China weitet nach der Eskalation im Nahen Osten seine Ölimporte aus Russland aus. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, setzt Peking verstärkt auf Seetransporte, um die Abhängigkeit von Lieferungen aus Iran und den Golfstaaten zu verringern und Risiken durch die stärkere US-Präsenz in der Region zu umgehen. Russland ist bereits wichtigster Lieferant, die Exporte stiegen im Februar auf bis zu 2,1 Millionen Barrel pro Tag.
Auslöser ist auch die faktische Blockade der Straße von Hormus, über die ein Großteil der chinesischen Öl- und LNG-Importe läuft. Laut Experten will China durch breitere Bezugsquellen seine Energieversorgung krisenfester machen. Kurzfristig helfen hohe Lagerbestände, doch steigende Ölpreise und gestörte Schifffahrtswege könnten das Wachstumsziel belasten.
Moskau nutzt laut Bericht zunehmend eine sogenannte Schattenflotte mit großen Tankern, um Sanktionen zu umgehen und Transporte zu verschleiern. Frankreich schätzt deren Umfang auf bis zu 1200 Schiffe, viele davon sanktioniert. Die engere Energiepartnerschaft sichert Russland Einnahmen und verschafft China günstige Rohstoffe – sorgt international aber für politische Spannungen.
Nahost-Krieg belastet globale Kreditmärkte
11.42 Uhr: Die Eskalation im Nahen Osten setzt die internationalen Kreditmärkte spürbar unter Druck. Laut „Bloomberg“ weiteten sich die Risikoaufschläge für asiatische Investment-Grade-Dollaranleihen (ohne Japan) auf den höchsten Stand seit sieben Monaten aus. Auch Kreditausfallversicherungen (CDS) verteuerten sich deutlich – in Asien wie in Europa.
Die Lage verschärft die Unsicherheit bei der Unternehmensfinanzierung. Einige Emittenten erwägen, geplante Anleiheemissionen zu verschieben, während andere versuchen, das schwierige Marktumfeld zu navigieren.
Peter Tchir, Chefstratege von Academy Securities, warnt: „Wir müssen insgesamt deutlich vorsichtiger werden.“ Vor allem Anleihen mit niedrigerer Bonität geraten stärker unter Druck – ein typisches Zeichen für eine zunehmende Flucht in Qualität.
Iran-Krieg treibt Dollar an – Euro fällt unter Druck
11.13 Uhr: Die Eskalation im Iran-Krieg treibt zum Wochenstart die Nachfrage nach dem US-Dollar. Der Euro gerät unter Druck und fällt am Montagvormittag auf 1,1703 Dollar – mehr als ein Cent weniger als vor dem Wochenende.
Commerzbank-Devisenexpertin Thu Lan Nguyen verweist auf den klassischen Kriseneffekt: „Zunächst einmal profitiert der US-Dollar in Kriegssituationen in der Regel, da er die Weltleitwährung ist.“ Viele internationale Kredite und Anleihen seien in Dollar denominiert, weshalb in unsicheren Zeiten die Nachfrage steige.
Zugleich gilt die US-Wirtschaft als robuster gegenüber einem Ölpreisschock als die Eurozone, die Netto-Ölimporteur ist. Als „ultimativen sicheren Hafen“ sieht Nguyen aktuell jedoch den Schweizer Franken. Bei einer weiteren Eskalation sei mit zusätzlicher Franken-Stärke zu rechnen.
Iran-Krieg belastet Börsen – Gold und Gas steigen
10.57 Uhr: Die Eskalation im Iran-Konflikt setzt die Finanzmärkte im Tagesverlauf unter Druck. Der DAX verlor zum Wochenstart zeitweise rund 2,3 Prozent, bevor sich die Verluste etwas verringerten. Besonders stark betroffen waren Chemie- und Tourismuswerte.
Gleichzeitig zogen Energiepreise deutlich an. Der europäische Gaspreis sprang zum Handelsbeginn um rund 25 Prozent nach oben. Auch die Ölpreise stiegen zunächst kräftig, gaben aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Brent notiert zuletzt bei rund 78 Dollar je Barrel, US-Öl bei gut 71 Dollar – jeweils etwa sieben Prozent über dem Niveau vor dem Wochenende.
Anleger suchen Schutz in Gold. Der Preis je Feinunze nähert sich mit knapp 5400 Dollar wieder dem Rekordhoch von Ende Januar.
Wie stark die wirtschaftlichen Folgen ausfallen, hängt laut Experten vor allem von der Dauer des Konflikts ab. Bei einem kurzen Verlauf dürften die Effekte begrenzt bleiben.
IAEA warnt vor Risiko eines Atomunfalls
10.50 Uhr: Nach den Angriffen im Nahen Osten mahnt Rafael Grossi, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), zur Vorsicht. „Wir können einen möglichen Strahlungsaustritt mit schwerwiegenden Folgen nicht ausschließen“, sagt er bei einer Sondersitzung in Wien. Der Kontakt zu den iranischen Aufsichtsbehörden sei abgerissen und müsse „so schnell wie möglich“ wiederhergestellt werden.
Bislang gebe es keine Hinweise auf erhöhte Strahlenwerte. Ein iranischer Diplomat berichtete jedoch von einem Angriff auf die Atomanlage in Natans. Grossi forderte „äußerste Zurückhaltung bei allen militärischen Operationen“.
US-Futures fallen, Öl nahe 80 Dollar
9.46 Uhr: Zum Wochenbeginn tendieren die US-Aktienfutures deutlich schwächer: Futures auf den S&P 500 lagen zeitweise rund 1,6 Prozent im Minus, während Nasdaq 100-Kontrakte um etwa 2 Prozent zurückgingen – ein Zeichen für flächendeckenden Risiko-Abverkauf, berichtet „Bloomberg“.
Gleichzeitig notiert Brent-Rohöl nahe 80 Dollar pro Barrel, da der Konflikt im Nahen Osten den Durchgang durch die Straße von Hormus – einen zentralen Energiehandelsweg – stark beeinträchtigt.
Deutsche Bank: Höhere Ölpreise könnten „Deeskalationsdynamik auslösen“
9.33 Uhr: Nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank werden Ausmaß und Tempo der Eskalation der Lage im Nahen Osten in den kommenden Tagen von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Unter anderem könnten die höheren Ölpreise „eine Deeskalationsdynamik auslösen“.
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. „Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken“, sagt Krämer. (dpa)
DAX startet angeschlagen in die Woche
9.15 Uhr: Der DAX eröffnet bei 24.707 Punkten und verliert damit 576 Zähler beziehungsweise 2,28 Prozent. Die Eskalation im Nahen Osten sorgt zum Xetra-Start für spürbaren Verkaufsdruck. Anleger ziehen Kapital aus Risikoanlagen ab.
Die Tops und Flops im Dax am Montagmorgen:
- Rheinmetall +5,11 %
- RWE +0,40 %
- E.ON -0,38 %
- Deutsche Börse -0,69 %
- Deutsche Telekom -0,88 %
- Fresenius Medical Care -1,17 %
- Vonovia -1,60 %
- Münchener Rück -1,84 %
- Scout24 -1,94 %
- Qiagen -1,94 %
- Beiersdorf -2,09 %
- Fresenius -2,18 %
- SAP -2,19 %
- Deutsche Post -2,26 %
- Allianz -2,51 %
- Henkel Vz -2,69 %
- Brenntag -2,72 %
- Hannover Rück -2,72 %
- Merck -2,73 %
- GEA Group -2,73 %
- Airbus -2,76 %
- Siemens Healthineers -2,80 %
- Symrise -2,81 %
- Heidelberg Materials -2,85 %
- MTU Aero Engines -2,90 %
- Siemens Energy -2,97 %
- Mercedes-Benz Group -3,05 %
- Commerzbank -3,15 %
- Bayer -3,19 %
- BASF -3,24 %
- Adidas -3,29 %
- Porsche Automobil Holding -3,47 %
- Volkswagen Vz -3,54 %
- BMW -3,71 %
- Infineon -3,76 %
- Continental -3,88 %
- Daimler Truck -3,90 %
- Siemens -4,14 %
- Deutsche Bank -4,26 %
- Zalando -4,39 %
„Der Dax verliert wie erwartet zum Börsenstart. Es sieht aber nicht nach Panik aus. Die Märkte scheinen in ihrem Basisszenario von einem zeitlich begrenzten Konflikt auszugehen“, sagt FOCUS-online-Börsenexperte Clemens Schömann-Finck.
Auch der MDax gibt zum Wochenstart 2,7 Prozent nach und rutscht auf 30.706 Punkte. Der EuroStoxx 50 verliert 2,3 Prozent – die Schwäche erfasst damit weite Teile des europäischen Aktienmarkts.
Aktienkurse an den Börsen in Asien sinken
8.49 Uhr: Die Aktienkurse an den Börsen in Asien sind am Montagmorgen gesunken. In Tokio, Hongkong, Singapur, Mumbai, Bangkok, Taipeh und Wellington öffnete der Handel überall im Minus. Vor allem die Kurse von Fluggesellschaften fielen stark – sie müssen vorerst Flüge in die Region streichen. Die Kurse von Energiefirmen dagegen stiegen – der Konflikt in Nahost hat den Ölpreis bereits deutlich nach oben getrieben.
08.26 Uhr: FOCUS-online-Börsenexperte Clemens Schömann-Finck sieht nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran vor allem zwei Gefahren für Anleger.
Er warnt: „Ich sehe zwei große Gefahren aus dem Angriff der USA und Israels auf den Iran für die Märkte: Die eine Gefahr ist, dass der Krieg zum Katalysator für einen groß angelegten Ausverkauf wird, da die Märkte hoch bewertet sind. Die andere Gefahr ist der Anstieg des Ölpreises.“
Kamran Jebreili/AP/dpa
Ein kurzfristiger Preissprung bei Rohöl sei verkraftbar. Problematisch werde es, wenn das Niveau länger hoch bleibe. „Sollte der Preis aber über längere Zeit oben bleiben, hat das Auswirkungen auf die Inflation und das Wirtschaftswachstum. Der Konflikt käme dann in der Realwirtschaft an mit Folgen für die Unternehmen.“
Für die kommenden Tage erwartet Schömann-Finck hohe Schwankungen. Anleger müssten die Folgen der Eskalation neu bewerten. Zugleich verweist er auf historische Muster: „Die Lage wird sich aber wieder beruhigen, sobald etwas mehr Klarheit herrscht. Historisch gesehen sind geopolitische Dips oft gute Kaufgelegenheiten.“
8.23 Uhr: Experte: DAX dürfte deutlich schwächer starten
Der deutsche Leitindex steht zum Wochenauftakt vor kräftigen Verlusten. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, erwartet den DAX zum Handelsstart unter 24.700 Punkten – mehr als zwei Prozent unter dem Freitagsschluss.
Die Marktreaktionen auf die Eskalation im Nahen Osten seien insgesamt „relativ moderat“, so Lipkow. In Asien hätten vor allem rohstoffabhängige Volkswirtschaften wie Japan und China auf die gestiegenen Ölpreise reagiert. Besonders unter Druck standen Fluggesellschaften, während Öl- und Rüstungswerte zulegen konnten.
Für Deutschland sieht Lipkow die Lage kritisch. Eine mögliche Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus treffe die energieabhängige deutsche Wirtschaft besonders hart. Nach dem Wegfall russischer Lieferungen seien Unternehmen stärker den Schwankungen am Weltmarkt ausgesetzt.
Aus technischer Sicht erwartet Lipkow für den DAX eine Handelsspanne zwischen 24.400 und 24.900 Punkten.
Privatbank Berenberg rechnet kurzfristig mit Ölpreissprung
8.15 Uhr: Für die Märkte entscheidet sich viel an der Straße von Hormus. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Privatbank Berenberg, warnt vor klaren ökonomischen Folgen einer längeren Blockade.
„Die entscheidende Frage für die Weltwirtschaft liegt auf der Hand: Wird die Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte mehr als nur ein paar Wochen faktisch geschlossen? Wenn ja, würde das das globale Wachstum spürbar belasten und die weltweite Inflation merklich erhöhen.“
Ein dauerhafter Anstieg des Ölpreises um 15 Dollar je Barrel könnte laut Schmieding das Preisniveau in der Eurozone um fast 0,5 Prozent erhöhen – und damit die Kaufkraft der Verbraucher schmälern.
Kurzfristig rechnet Berenberg zwar mit einem Ölpreissprung. In der Basisprognose erwarten die Ökonomen jedoch, dass sich Brent nach der akuten Phase wieder im Bereich von 65 bis 70 Dollar je Barrel einpendelt.
Nasa/dpa
Börsenstart in Frankfurt
8.00 Uhr: Jetzt ist Börsenstart in Frankfurt und die Anleger blicken gespannt darauf. Vorbörslich lag der Dax rund 400 Punkte im Minus, ein kleiner Schock, aber kein Beben.
Ölpreise springen zweistellig nach oben
7.50 Uhr: Nach der Eskalation im Nahen Osten haben die Rohölmärkte zunächst heftig reagiert. In den ersten Handelsminuten legten sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Sorte WTI jeweils um mehr als zehn Prozent zu. Brent kletterte in der Spitze auf 82,37 Dollar je Barrel – so hoch wie seit Juli 2024 nicht mehr. WTI erreichte mit 75,33 Dollar den höchsten Stand seit Juni 2025.
Im weiteren Verlauf gaben die Notierungen einen Teil der Gewinne wieder ab. Brent zur Lieferung im April notierte zuletzt bei 78,05 Dollar, rund 7,5 Prozent beziehungsweise gut 5 Dollar über dem vorherigen Schluss. WTI verteuerte sich um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar je Barrel. (dpa)
Experte: Rohölpreis könnte bis 100 Dollar pro Barrel steigen
7.45 Uhr: Nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank werden das Ausmaß und das Tempo der Eskalation der Lage im Nahen Osten in den kommenden Tagen von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Unter anderem könnten die höheren Ölpreise „eine Deeskalationsdynamik auslösen“.
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. „Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken“, sagte Krämer. (dpa)
Gold gefragt – US-Futures im Minus
7.34 Uhr: Anleger flüchten in sichere Häfen. Gold verteuert sich um 2,1 Prozent auf 5359 Dollar je Feinunze, Silber um ein Prozent. Gleichzeitig geben die US-Aktien-Futures nach: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq liegen jeweils rund 0,7 Prozent im Minus.
Analysten rechnen mit hoher Volalitilät
7.30 Uhr: Analysten rechnen zum Handelsauftakt mit hoher Volatilität und Risikoaversion an den Märkten. Globale Aktien dürften unter Druck eröffnen, da Investoren auf Unsicherheit reagieren und Risikoassets meiden. Die Gefahr einer Sperre der Straße von Hormus – durch die rund 20 Prozent des Weltöls transportiert werden – lässt Energiepreise steigen und könnte Inflation und Wachstum belasten.
Öl und Energie im Fokus: Stark steigende Ölkurse belasten konjunkturempfindliche Branchen und Druck auf Flug- und Logistikwerte könnte vor Börsenöffnung zunehmen, während Energie- und Verteidigungswerte als „sichere Häfen“ attraktiver werden.
Sichere Häfen gefragt: Gold und Staatsanleihen stehen hoch im Kurs, während Aktienindizes belastet sind und asiatische Börsen schwächer starten.
In Summe erwarten Anleger beim Marktstart Unsicherheit, Sektorverschiebungen und erhöhte Nachfragedynamik bei sicheren Anlageklassen.
„Geopolitische Schocks meist nur von kurzer Dauer“
Straße von Hormus rückt in den Fokus
7.29 Uhr: Am Wochenende attackierten Israel und die USA Ziele im Iran. Dabei wurde auch das Staatsoberhaupt und geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Teheran antwortete mit militärischen Gegenschlägen und begrenzte zudem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus – eine Schlüsselroute des globalen Energiehandels.
Durch die Meerenge am Persischen Golf wird täglich rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Schon kleinere Störungen können die Preise nach oben treiben und die Finanzmärkte unter Druck setzen.
Parallel dazu beschloss die Opec+ bei einem regulären Treffen eine Ausweitung der Fördermenge. Der Verbund, dem neben den Opec-Staaten auch Produzenten wie Russland angehören, will die tägliche Produktion um 206.000 Barrel erhöhen. In der offiziellen Mitteilung wurde die Entscheidung mit robusten Konjunkturaussichten und vergleichsweise niedrigen Lagerbeständen begründet – auf die jüngsten Kampfhandlungen ging die Gruppe nicht ein. (dpa)
„Dies ist nicht Venezuela“
07.27 Uhr: Frank Kelly vom Analysehaus Fulcrum Macro mahnt im „Handelsblatt“ zur Vorsicht. „Dies ist nicht Venezuela.“ Die Lage im Iran sei deutlich komplexer. Zwar seien Führungspersonen getötet worden. „Doch es gibt eine Reihe darunter, die fähig und sehr darauf aus ist, die Macht zu übernehmen.“ Märkte müssten sich „möglicherweise auf Instabilität in der Region einstellen“.
(mit Agenturmaterial)
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6 Kommentare
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