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Technische Probleme können dazu führen, dass Nutzende keinen Zugriff mehr auf ihr Trade Republic-Konto haben. Schuld ist der Kundendienst.

Neobroker wie Trade Republic erlauben es auch unerfahrenen Kleinanlegern, das eigene Geld zu vermehren. Zwar haben sie das Handeln mit Aktien, ETF und Co. deutlich zugänglicher gemacht. Kundenfreundlich sind die Dienste deswegen allerdings noch lange nicht. Im Gegenteil.

Trade Republic: Kontosperrung wegen unfähigem Support

Über ein solches Beispiel berichtete unter anderem Golem. Demnach wollte eine Person mit Konto bei Trade Republic nur ihre persönlichen Daten bestätigen – durch eine technische Störung in der App und einen überforderten Kundendienst kam es letztlich jedoch zur Kontosperrung.

Hintergrund: Vor kurzem forderte Trade Republic einen Nutzer dazu auf, seine persönlichen Daten zu verifizieren. Die App zeigte dabei eine Fehlermeldung an – der Kunde dokumentierte das Problem per Screenshot und wandte sich an den Support. Doch dort begann ein wochenlanges Hin und Her, weil die Bank keinen telefonischen Kundendienst anbietet. Der Betroffene war deshalb auf den Chat in der App angewiesen.

Immer wieder schilderte er dort den Fehler, wurde aber offenbar nicht verstanden. Statt einer individuellen Lösung gab es lediglich allgemeine Hinweise wie die App zu löschen, das Handy neu zu starten und die Anwendung erneut zu installieren. Der Kunde probierte all das Dutzende Male aus, blieb aber erfolglos. Eine genauere Analyse hätte wohl gezeigt, dass es sich um einen Fehler in der Datenbank handeln könnte. Trotz Zusagen von „Fachleuten“, die sich angeblich kümmern wollten, änderte sich nichts.

Letzte Frist nicht umsetzbar

Sieben Wochen nach dem ersten Kontakt mit dem Support erhielt der Kunde eine E-Mail von Trade Republic: Wenn er seine Daten nicht bis zum nächsten Tag bestätige, werde sein Konto gesperrt. Dass er seit Wochen aktiv versuchte, das Problem zu klären, spielte offenbar keine Rolle. Die Bank hatte keine der zahlreichen Kontaktversuche erkannt oder berücksichtigt.

Die Sperrung erfolgte schließlich nicht – wie angedroht – am 21. April, sondern eine Woche später, am 28. April 2025. Rückfragen durch Golem zu dem Fall beantwortete Trade Republic nicht. Auch zu den technischen Hintergründen oder dem offenbar fehlenden Support-Prozess äußerte sich das Unternehmen nicht.

Beschwerden über Trade Republic reißen nicht ab

Dass dies kein Einzelfall ist, zeigt ein Blick auf Bewertungsplattformen wie Trustpilot. Dort erreicht Trade Republic aktuell eine Bewertung von 3,5 von fünf Sternen („akzeptabel“) Noch im Juli 2025 lag dieser Wert bei 4,1 („gut“). Gleichzeitig finden sich zahlreiche Berichte über ähnliche Probleme. Immer wieder beschweren sich Nutzer*innen über eine nicht nachvollziehbare Kommunikation und die ausbleibende Hilfe durch den Support: „Individuelle Anfragen per E-Mail werden nicht beantwortet. Man soll’s über die App probieren. Man dreht sich im Kreis. Die Fragen bleiben einfach unbeantwortet.“

Auch andere haben mit derartigen Problemen zu kämpfen: „Es gibt wohl gar keinen Support mehr. Man geht auf Hilfe, dann kommen 30 Themen, dann geht man auf einen und bekommt entweder einen bot aus den 90ern oder einen Artikel, der einem bei seinem Problem nicht hilft. Einfach nur unprofessionell.“

Seit Jahresbeginn 2025 berichten Verbraucherschützer laut der Tagesschau von einem deutlichen Anstieg an Eingaben: Von Januar bis September gingen bei den 16 Verbraucherzentralen mehr als 300 Beschwerden ein. Das entspricht einem Plus von 133 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erklärte. Auch bei der Finanzaufsicht BaFin sollen sich die Meldungen zuletzt vermehrt haben – konkret zu Trade Republic wollte sich die Behörde nicht äußern, bestätigte aber, dass Beschwerden über Neobroker allgemein zunehmen.

Schon im Sommer 2024 hatte Trade Republic angekündigt, den Kundendienst auszulagern und bei komplexeren Fällen gezielter zu helfen. Der vorliegende Fall wirft allerdings Zweifel an der Umsetzung auf. Trotz inzwischen rund acht Millionen Kund*innen in Europa bleibt unklar, wie gut der Service im Ernstfall wirklich funktioniert – vor allem, wenn es technische Probleme gibt, die du nicht selbst lösen kannst.

Quellen: Golem, Trustpilot, Tagesschau

Von Dana Neumann

Das Original zu diesem Beitrag „Trade Republic: Dieser Nachteil trifft Sparer hart – „einfach nur unprofessionell““ stammt von futurezone.de.

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23 Kommentare

  1. Jonas Hoffmann am

    Wenn die App eine Fehlermeldung anzeigt und der Support diese nicht versteht, deutet das auf eine fehlende Schulung der Mitarbeiter oder eine schlechte Dokumentation der Fehlercodes hin.

  2. Hans S. Hoffmann am

    Es ist ironisch, dass ein Neobroker, der den Zugang zum Aktienmarkt erleichtern will, seine Kunden durch einen ineffektiven Kundenservice so stark behindert. Das Ziel wird dadurch konterkariert.

  3. Die Tatsache, dass Golem keine Antwort von Trade Republic auf ihre Rückfragen erhalten hat, spricht Bände. Das Unternehmen scheint nicht an Transparenz interessiert zu sein.

  4. Jonas A. Meyer am

    Es ist bedenklich, dass Trade Republic unerfahrenen Kleinanlegern den Zugang zum Aktienmarkt erleichtert, aber gleichzeitig einen unzureichenden Kundenservice bietet, der diese Anleger schutzlos macht.

  5. Es ist frustrierend zu hören, dass ein Unternehmen, das auf Technologie setzt, grundlegende Probleme bei der Kommunikation und Problemlösung hat. Das ist ein Widerspruch in sich.

  6. Die Schilderung des Kunden, der immer wieder aufgefordert wurde, die App neu zu installieren, obwohl das Problem offensichtlich tiefer lag, erinnert an typische Standardantworten ohne echtes Verständnis.

  7. Es ist beunruhigend zu lesen, dass Trade Republic trotz der Zusicherung von ‚Fachleuten‘, die sich kümmern wollten, keine Lösung für den Fehler in der Datenbank gefunden hat. Das wirft Fragen nach der Kompetenz des Supports auf.

  8. Lukas Hoffmann am

    Es wäre interessant zu wissen, wie viele Kunden von ähnlichen Problemen betroffen sind und ob es eine systematische Ursache für diese Kontosperrungen gibt.

  9. Die Tatsache, dass Trade Republic keine telefonische Unterstützung anbietet, scheint ein Kernproblem zu sein, wenn man bedenkt, dass der Kunde wochenlang im Chat gefangen war. Ein direkter Ansprechpartner hätte hier vielleicht schneller helfen können.

  10. Ich habe selbst schon von ähnlichen Problemen mit Online-Brokern gehört. Es scheint, als ob der Kundenservice oft vernachlässigt wird, sobald man eine große Nutzerbasis hat.

  11. Die Kontosperrung am 28. April 2025, eine Woche nach der ursprünglichen Ankündigung, zeigt eine mangelnde interne Koordination bei Trade Republic. Das ist unprofessionell.

  12. Die Bewertung auf Trustpilot, die von 4,1 auf 3,5 gefallen ist, deutet auf einen klaren Trend hin. Es scheint, als ob die Kundenzufriedenheit bei Trade Republic in letzter Zeit deutlich abgenommen hat.

  13. Ich finde es gut, dass Golem diesen Fall öffentlich gemacht hat. Nur so kann Druck auf Trade Republic aufgebaut werden, um den Kundenservice zu verbessern.

  14. Dass die Bank die zahlreichen Kontaktversuche des Kunden nicht erkannte, ist schlichtweg inakzeptabel. Eine funktionierende Kommunikation sollte für ein Finanzinstitut Priorität haben.

  15. Die Aussage, dass es sich um einen möglichen Fehler in der Datenbank handeln könnte, ist entscheidend. Das zeigt, dass das Problem nicht beim Kunden lag, sondern bei Trade Republic selbst.

  16. Die Entwicklung der Trustpilot-Bewertung ist ein deutliches Warnsignal für potenzielle Neukunden. Man sollte sich vor der Kontoeröffnung gründlich informieren.

  17. Laura A. Fischer am

    Die Beschwerde auf Trustpilot, dass Fragen unbeantwortet bleiben, bestätigt den Eindruck, dass der Support bei Trade Republic eher ein Hindernis als eine Hilfe ist.

  18. Die Tatsache, dass Trade Republic sich nicht zu den technischen Hintergründen äußert, lässt vermuten, dass das Unternehmen selbst nicht genau weiß, wo das Problem liegt.

  19. Ich bin gespannt, ob die Aufsichtsbehörden diese Vorfälle bei Trade Republic untersuchen werden, um sicherzustellen, dass die Interessen der Anleger geschützt werden.

  20. Anna K. Müller am

    Die Fristsetzung zur Datenbestätigung, obwohl der Kunde bereits seit Wochen an der Lösung des Problems arbeitete, wirkt wie eine gezielte Provokation. Das ist kein kundenfreundliches Verhalten.

  21. Die lange Bearbeitungszeit von sieben Wochen für ein so grundlegendes Problem wie die Datenbestätigung ist schlichtweg inakzeptabel und deutet auf massive Ineffizienz hin.

  22. Ich frage mich, ob Trade Republic überhaupt in der Lage ist, mit komplexen technischen Problemen umzugehen, wenn selbst die Bestätigung persönlicher Daten zu einer wochenlangen Odyssee führt.

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