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Wer Timing richtig definiert, kann es nutzen. Dann wird auch klar, woher die Behauptung kommt, es sei nicht möglich.

Jeder kennt vermutlich die Aussage, dass Timing beim Vermögensaufbau nur eine untergeordnete Rolle spielt: „Time in the market beats timing the market.“ Übersetzt also: „Langfristiges Engagement ist wichtiger als der Versuch, den richtigen Zeitpunkt für den Markteinstieg zu treffen.“  

Aber einfach so als Wahrheit und ohne Begründung sollte das niemand glauben. Denn was sich bei Finanzen intuitiv richtig anhört, ist in den meisten Fällen falsch.

Dr. Daniel Walther ist Finanzexperte mit 30 Jahren Erfahrung in Vermögensanlage, -verwaltung und Vertriebssteuerung. Er schreibt Kolumnen für FAZ und das Deutsche Institut für Altersvorsorge und ist Gründer der Finanz-App Vermögensheld. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Pauschal-Aussagen zum Timing helfen Anlegern nicht

Nur weil Timing – also kaufen bei Tiefstständen und verkaufen bei Rekordkursen – in einer Anlageklasse nicht funktioniert, könnte es in einer anderen Anlageklasse – auf welche Art auch immer – durchaus möglich sein.

Warum überhaupt sollte Timing auf eine einzelne Anlageklasse beschränkt sein? Schon das ist eine willkürliche Annahme, die dem Anleger viele Chancen nimmt.

Ohne Voreingenommenheit und Restriktionen an die Aufgabe heranzugehen, durch Timing die Rendite zu steigern, ist ein spannendes Vorhaben. Die Ausgangssituation ist einfach: Jeder Anleger hat sein Vermögen auf verschiedene Anlageklassen aufgeteilt. Timing bedeutet, den Anlagezeitraum nicht zu langfristig zu wählen, sondern kürzere Zeiträume zu betrachten.

Timing will definiert sein

Also nicht an einer konstanten Verteilung der Anlageklassen festzuhalten und Abweichungen immer wieder auszugleichen, sondern vielmehr darüber nachzudenken, ob die gewählte Aufteilung in der vorliegenden Marktsituation geeignet ist.

Dabei ist es unerheblich, welche durchschnittliche Rendite mit einer Anlageklasse erzielt werden kann. Wichtig ist, welche Rendite in naher Zukunft zu erwarten ist, selbst wenn das niemand mit Sicherheit sagen kann. Der Schlüssel liegt in der aktuellen Bewertung jeder einzelnen Anlageklasse und in der regelmäßigen Prüfung, ob sich daran etwas geändert hat.

Große Vermögen werden auf diese Art gemacht, und wenn es um den Vermögensaufbau geht, müssen Risiken eingegangen werden. Jeder Anleger muss sich also überlegen, welches Risiko für ihn das richtige ist. 

Je größer der Einsatz ist und je extremer die Position, die er einzunehmen bereit ist, desto größer kann der Gewinn sein, falls die Zukunft so aussehen wird, wie er es sich wünscht. Stellt sich die Zukunft, aus welchen Gründen auch immer, jedoch anders dar, hat er mit Zitronen gehandelt.

Es führt kein Weg an Bewertungen vorbei

Ein Anleger, der mit Timing den Vermögensaufbau beschleunigen möchte, hat dazu viele Möglichkeiten. Nicht jede Anlageklasse ist gleich bewertet und selbst innerhalb der Anlageklassen gibt es noch unterschiedliche Bewertungen. 

Darauf zu spekulieren, dass eine zu hohe Bewertung sinkt, ist dabei schwerer, als dass eine zu niedrige Bewertung steigt. Die gemeinsame Grundlage beider Varianten ist jedoch Erfahrung, um überhaupt eine Bewertung der Marktpreise vornehmen zu können.

Es hat einen Grund, wann große Vermögen gemacht werden

Unabhängig davon ist es von Vorteil, wenn das Vermögen auf mehrere Anlageklassen verteilt ist. Denn am leichtesten lässt sich von einer Überbewertung einer Anlageklasse oder einer Vermögensposition profitieren, wenn sie überhaupt vorhanden ist und dann verkauft wird. 

Außerdem lässt sich die Unterbewertung einer Anlageklasse schwer ausnutzen, wenn das ganze Vermögen bereits in dieser Anlageklasse investiert ist. Vielmehr ist genau das der ideale Zeitpunkt für Timing: Vermögen aus einer zu hoch bewerteten Anlageklasse in eine zu niedrig bewertete Anlageklasse umschichten.

Es hat einen Grund, dass große Vermögen gemacht werden, wenn alles zusammenbricht. Denn dann lassen sich Vermögenswerte zu Spottpreisen einkaufen, oft sogar für weniger als die Hälfte ihres Wertes. Aber eben nur von Anlegern, die noch liquide sind oder aus anderen Anlageklassen umschichten können. 

Und natürlich genügend Geduld haben, auf die richtigen Zeitpunkte vom Einstieg bis zur Korrektur zu warten.

Daniel Walther

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Über Finanzen100 Finanzen100 wurde 2009 gegründet und ist eines der führenden Finanzportale Deutschlands. Als Marke von BurdaForward hat sich die Plattform darauf spezialisiert, komplexe Börsennachrichten für Privatanleger und Entscheider verständlich aufzubereiten. Finanzen100 bietet Echtzeitkurse für über 2 Millionen Wertpapiere, fundierte Marktanalysen und personalisierte Portfolio-Tools.

22 Kommentare

  1. Karl O. Schneider am

    Der Artikel impliziert, dass es nicht darum geht, ‚den‘ perfekten Zeitpunkt zu finden, sondern eher darum, kurz- bis mittelfristige Marktsituationen auszunutzen.

  2. Hans H. Becker am

    Es ist auffällig, dass Dr. Walther die Voreingenommenheit gegenüber Timing kritisiert. Das deutet darauf hin, dass viele Anleger dies von vornherein ausschließen.

  3. Karl L. Becker am

    Die Idee, dass Timing in manchen Anlageklassen besser funktioniert als in anderen, ist logisch. Aber wie findet man diese ‚geeigneten‘ Klassen heraus?

  4. Dr. Walther betont, dass die Behauptung, Timing beim Vermögensaufbau keine Rolle spiele, unbegründet ist – das deckt sich mit meiner Erfahrung, dass starre Anlagepläne oft Renditechancen verpassen.

  5. Laura Schneider am

    Der Artikel legt nahe, dass die ‚konstante Verteilung der Anlageklassen‘ und das Ausgleichen von Abweichungen ein hinderliches Konzept sein könnte – bedeutet das, man sollte aktiver sein und seine Allokation anpassen?

    • Das ist eine gute Frage! Er argumentiert ja, dass die Annahme, Timing sei nur für einzelne Klassen relevant, willkürlich und einschränkend ist.

  6. Die Aussage, dass ‚was sich bei Finanzen intuitiv richtig anhört, in den meisten Fällen falsch ist‘, ist ein gutes Mantra für jeden Anleger.

  7. Die Unterscheidung zwischen durchschnittlicher Rendite und erwarteter zukünftiger Rendite ist entscheidend, wie Dr. Walther erklärt. Viele Anleger fokussieren sich fälschlicherweise nur auf historische Daten.

  8. Ich finde es gut, dass der Artikel die Grenzen des ‚Buy and Hold‘ Ansatzes beleuchtet und andere Strategien in Betracht zieht, wie das Timing.

  9. Laura Schäfer am

    Mich interessiert, wie die Finanz-App ‚Vermögensheld‘, gegründet von Dr. Walther, Anlegern bei der Umsetzung dieser Timing-Strategien helfen kann.

  10. Ich finde es wichtig, dass er hervorhebt, dass Timing nicht auf eine einzelne Anlageklasse beschränkt sein sollte; das eröffnet viel mehr Flexibilität für Anleger, oder?

  11. Ich stimme zu, dass die persönliche Risikobereitschaft entscheidend ist. Je höher das Risiko, desto größer das Potenzial, aber auch der potenzielle Verlust, wie Dr. Walther deutlich macht.

  12. Die Notwendigkeit, regelmäßig die Bewertung von Anlageklassen zu prüfen, unterstreicht, wie dynamisch der Markt ist und wie wichtig eine aktive Herangehensweise sein kann.

  13. Emma K. Fischer am

    Der Experte argumentiert, dass Timing nicht nur eine Frage des Markteinstiegs ist, sondern auch der Wahl des Anlagezeitraums – ein interessanter Ansatz.

  14. Ich frage mich, ob die 30 Jahre Erfahrung von Dr. Walther in den Bereichen Vermögensanlage und -verwaltung ihm eine besonders gute Perspektive auf die Bedeutung von Timing geben.

  15. Der Vergleich mit ‚Zitronen‘ bei falscher Einschätzung der Zukunft ist treffend. Timing erfordert also ein gewisses Maß an Spekulation und Risikomanagement.

  16. Die Aussage, dass große Vermögen oft durch aktives Timing entstanden sind, ist provokant, aber regt zum Nachdenken an. Gibt es Beispiele, die Dr. Walther anführen könnte?

    • Er nennt keine spezifischen Beispiele im Auszug, aber impliziert, dass das Erkennen günstiger Bewertungen ein Schlüsselfaktor ist.

  17. Dr. Walther stellt die weit verbreitete Vorstellung von ‚Time in the market beats timing the market‘ in Frage. Das ist mutig und sollte diskutiert werden.

  18. Die Betonung auf die ‚aktuelle Bewertung jeder einzelnen Anlageklasse‘ ist ein guter Ausgangspunkt. Aber wie bewertet man diese zuverlässig, ohne in Vorurteile zu verfallen?

  19. Die Idee, dass man durch Timing die Rendite ’steigern‘ kann, klingt natürlich attraktiv. Aber ist das realistisch, ohne professionelle Hilfe?

  20. Es ist beruhigend zu lesen, dass ein Experte wie Dr. Walther mit 30 Jahren Erfahrung die traditionelle Weisheit in Frage stellt und Timing als potenziell nützlich betrachtet.

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