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Die spekulative Euphorie um Betreiber von Rechenzentren wird in Enttäuschungen enden. Profitieren aber werden die Anlagenbauer der Chipindustrie.
Der KI-Boom scheint kein Ende zu nehmen. Überall entstehen riesige Rechenzentren und Milliarden an Investitionen werden zugesagt. Die Umsätze im KI-Geschäft sollen bald Dimensionen von Billionen Dollar erreichen.
Doch gleichzeitig erleben wir ein Paradoxon, denn die Aktien vieler Softwareunternehmen stürzen dramatisch ab. Dahinter steckt die These, dass Software zwar die Welt beherrschen wird, aber eben nicht mehr die von Menschen geschriebene.
In Phasen der Überinvestition gibt es meist „wenige Gewinner, viele Verlierer“
Künftig wird KI die Software selbst erstellen. Eine solche Euphorie verbunden mit der Sorge um den Verlust von Arbeitsplätzen gab es in der Geschichte schon oft. Wir sahen das beim mechanischen Webstuhl, beim Bau der großen Eisenbahnlinien, bei der Einführung der Elektrizität und zuletzt bei der Popularisierung des Internets.
Es lohnt sich, aus diesen historischen Parallelen zu lernen. Solche Phasen waren stets mit massiven Überinvestitionen verbunden. Darauf folgten oft Pleiten und Bankenkrisen. Am Ende gab es meist nur wenige Gewinner und viele Verlierer. Es kam zu einer Transformation der gesellschaftlichen Struktur, aber nicht zur befürchteten Massenarbeitslosigkeit.
„Ein Rechenzentrum von heute ist in drei Jahren veraltet“
Schauen wir uns den aktuellen KI-Boom in der Lieferkette genauer an. Wir beginnen bei den Herstellern von Anlagen für die Wafer-Produktion. Das sind die Zulieferer für große Chipproduzenten wie Taiwan Semiconductor. Diese Firmen arbeiten bereits an der vierten Chipgeneration der Zukunft, die erst in den 2030er Jahren auf den Markt kommen wird. Egal, wer am Ende die führende KI programmiert, an diesen Ausrüstern führt kein Weg vorbei.
Der Investmentexperte Dr. Hendrik Leber ist Gründer und Geschäftsführer der ACATIS Investment KVG mbH und wurde 2017 als Fondsmanager des Jahres ausgezeichnet. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
Auch die Chipproduzenten selbst, etwa Taiwan Semiconductor, AMD oder Samsung Electronics, werden ihre unverzichtbare Stellung behalten. Problematisch wird es jedoch bei den Betreibern von Rechenzentren wie etwa Nebius, die diese Chips bestellen und installieren.
Hier droht eine Falle. Der rasende technologische Fortschritt sorgt dafür, dass ein Rechenzentrum von heute in nur drei Jahren veraltet ist. Wenn Firmen wie Nvidia jährlich neue Chipgenerationen ankündigen, die um den Faktor zehn leistungsfähiger sind, sinkt der Wert bestehender Infrastruktur rasant. Ein aktuelles Beispiel ist die Vera-Rubin-Architektur von Nvidia.
Es ist zu vermuten, dass die installierten Kapazitäten schneller veralten als gedacht. Die jährlichen Abschreibungen in den Bilanzen werden vermutlich nicht ausreichen, um die jeweils nächste Chipgeneration zu finanzieren. Gleichzeitig wird die Software immer effizienter.
Rechenzentren „so attraktiv wie Eisenbahnnetze“
Derzeit gibt es Bestrebungen, große Sprachmodelle direkt auf den Chip zu brennen. Das soll den Stromverbrauch massiv senken und die Antwortgeschwindigkeit extrem erhöhen. Schließlich könnten viele bombastische Ankündigungen an der Realität scheitern, weil schlicht die Stromerzeugungskapazitäten für den Neubau fehlen. Schon jetzt findet ein Drittel der angekündigten Projekte gar nicht den Weg in die Umsetzung.
Aus diesem Grund ist Skepsis bei der Finanzierung von Firmen geboten, die reine Rechenzentrumskapazitäten bereitstellen. In ein paar Jahren werden diese Zentren die nüchterne Attraktivität von Eisenbahnnetzen oder Kraftwerken haben.
Man braucht sie täglich und sucht sich den günstigsten Anbieter. Dass es einmal einen riesigen Hype um sie gab, wird man dann fast vergessen haben. Seien Sie also vorsichtig bei den reinen Hardware-Betreibern. Behalten Sie stattdessen die Aktien im Blick, welche die Rechenzentren mit dieser hochwertigen und unverzichtbaren Technik ausstatten.
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6 Kommentare
Interesting update on Finanzexperte zu KI-Boom
"Ein Rechenzentrum von heute ist in drei Jahren veraltet"
Finanzen100
09:26. Looking forward to seeing how this develops.
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