Listen to the article
Kernaussagen
🌐 Translate Article
📖 Read Along
💬 AI Assistant
Jeder weitere Tag Krieg und die Hormus-Blockade steigert die Inflation – eine weitere Eskalation träfe Deutschland besonders. Worauf wir uns vorbereiten müssen.
Deutschland hat sich mit seiner Energiewende in eine denkbar ungünstige Situation gebracht. Energie ist teuer, sowohl Strom als auch Öl und Gas, und durch den Iran-Krieg, insbesondere die gescheiterten Verhandlungen und die geplante US-Blockade, steigen die Preise weiter.
In der Landwirtschaft ist Dünger das wichtigste Vorprodukt, durch welches die erzeugten Mengen immens gesteigert werden. Bei Dünger, hergestellt mit Erdgas, spielt der Nahe Osten eine bedeutende Rolle. Die Ausfuhr ist eingeschränkt, weshalb er teurer geworden ist und die Preise der Landwirtschaft für die nächsten Ernten beeinflussen werden.
Dr. Daniel Walther ist Finanzexperte mit 30 Jahren Erfahrung in Vermögensanlage, -verwaltung und Vertriebssteuerung. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
Ebenso beeinflusst Energie alle Produkte, weil sie zur Herstellung benötigt wird. Je mehr Energie benötigt wird, umso größer ist der Einfluss der steigenden Preise auf den Preis des Produktes. Außerdem müssen die Produkte noch zum Kunden transportiert werden, wozu ebenfalls Energie benötigt wird. Das ist zudem hauptsächlich Öl, weil Lkws nicht mit Strom fahren.
Preissteigerungen beeinflussen Inflation unterschiedlich schnell
Deswegen ist es nachvollziehbar, wenn Ökonomen mit einem Anstieg der Inflation auf vier bis fünf Prozent rechnen. Aber ob das ausreichen wird, ist schwer abzuschätzen. Denn der zeitliche Versatz aus den einzelnen Auswirkungen muss berücksichtigt werden und gleichzeitig nimmt die Bevölkerung über ihr Kaufverhalten Einfluss auf die Preisentwicklung, bestimmt also, bei welchen Produkten sich höhere Preise leichter durchsetzen lassen.
Auch wenn die höheren Preise an der Tankstelle sofort sichtbar sind und auch entsprechend schnell zu höherer Inflation beitragen, ist das bei anderen Produkten nicht der Fall. Kunden haben bei Strom- und Gas-Anbietern ebenso langfristige Verträge wie Lebensmittelgeschäfte bei Lieferanten und Produzenten.
„Inflation wird das ganze Jahr hindurch steigen“
Je kürzer der Herstellungsprozess ist, um so schneller wird die Inflation sichtbar. Es ist daher anzunehmen, dass die Inflation das ganze Jahr hindurch steigen wird, weil sich die Energiepreise Schritt für Schritt in den einzelnen Produkten bemerkbar machen werden. Ob die maximale Inflation anschließend bei vier bis fünf Prozent oder bei acht bis zehn Prozent liegen wird, ist schwer abzuschätzen.
Eines ist jedoch sicher: Eine Eskalation der Situation wird alles verschärfen. Viele Tanker waren bereits unterwegs und jedes Land hatte zudem einen mehr oder weniger großen Vorrat an den Produkten, so dass das reduzierte Angebot erst mit Versatz spürbar wurde.
„Effekte noch nicht eingepreist“
Aber jeder Tag, an dem zu wenig Öl, Gas oder Dünger durch die Straße von Hormus verschifft wird, senkt das Angebot und wird zu höheren Preisen führen. Zumal selbst eine sofortige Öffnung aufgrund der langen Transportwege etwaigen Mangel erst mit Verzug mildern wird.
Eine Zerstörung der Infrastruktur führt nicht nur zu notwendigen Investitionen, um die Schäden zu beseitigen, sondern außerdem zu einer geringeren Kapazität in der Zwischenzeit. Bis die vor dem Krieg ursprünglichen Kapazitäten wieder durch die Straße von Hormus verschifft werden, wird eine gewisse Zeit vergehen.
All das wird zu einer höheren Inflation führen, weil die Effekte noch nicht vollständig eingepreist sind. Jede Eskalation wird die Situation noch verschärfen, weil Anlagen zerstört werden und das aktuelle und zukünftige Angebot weiter eingeschränkt wird.
Eine Rezession wäre der logische nächste Schritt
Die Inflation könnte also durchaus allein durch die geschilderten Effekte zweistellig werden. Das führt jedoch mit Sicherheit zu einer Rezession, weil den Bürgern einfach Geld fehlt, welches von anderen Produkten abgezogen wird. Nur die reichsten Bevölkerungsgruppen werden in der Lage sein, ihren Konsum exakt wie vorher weiterzuführen, ohne sich einzuschränken.
Die sinkenden Umsätze sorgen anschließend für niedrigere Gewinne der Unternehmen und damit ebenfalls zu einem Rückgang der Mittel, die ausgegeben werden. Im Ergebnis wird es die Rezession noch verschärfen.
Worst Case Szenario Stagflation und die Folgen
Damit tritt die schlimmste Situation ein, die denkbar ist: Stagflation. Die Wirtschaft wird nicht mehr wachsen aber die Inflation wird trotzdem für steigende Preise sorgen. Spätestens dann bekommen die Notenbanken ein Problem. Sie müssen die Zinsen anheben, um die Inflation zu begrenzen, und gleichzeitig die Zinsen senken, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Damit müssen sie eine Entscheidung treffen. Wollen sie Wachstum oder Preisstabilität? Im Ergebnis werden sie sich vermutlich zunächst für Wachstum entscheiden, und die Inflation laufen lassen. Es sieht zudem wie ein Ausweg aus der Verschuldung aus.
Aber letztlich führt es jedoch zu einer hohen Inflation, vielleicht 20 Prozent oder mehr im Jahr und damit irgendwann zu Hyperinflation. Der Staat wird gezwungen einzugreifen und die Phase der zu niedrigen Zinsen zu beenden.
Das geht jedoch nur, indem die Zinsen steigen und der Staat seine Ausgaben massiv einschränkt. Damit würde er die Rezession allerdings noch mehr verschärfen. Eine solche Krise will niemand – aber eine Eskalation im Krieg führt noch schneller auf eine solche Situation hin.
Den vollständigen Artikel hier lesen


5 Kommentare
Interesting update on Folgen des Iran-Kriegs
Experte: "Die Inflation wird das ganze Jahr hindurch steigen"
Finanzen100
08:55. Looking forward to seeing how this develops.
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.
Solid analysis. Will be watching this space.
Great insights on News. Thanks for sharing!
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.