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Seit langer Zeit geraten die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien in Fragen der Ölpolitik aneinander. Jetzt ziehen die VAE die Reißleine.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen zum 1. Mai aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) austreten. Jetzt ist das Ölkartell geschwächt, und das auch noch in einer schwierigen Phase. Ein Experte des US-Mediums „The Conversation“ findet, dass der Schritt keineswegs überraschend kam. Im Gegenteil: Er war lange abzusehen. 

Nach langen Spannungen treten VAE aus Opec aus

Aus dem erweiterten Kartell Opec+, zu dem auch Russland gehört, traten die VAE ebenfalls aus. Beide Organisationen verlieren damit einen ihrer wichtigsten Ölproduzenten. Der Austritt soll „anhaltende Spannungen“ zwischen den VAE und Saudi-Arabien verdeutlichen, die schon seit Jahren schwelen. Er folgt auf Jahre der Kritik, die die VAE an der Opec geübt hatten. Darüber hinaus waren die VAE und Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren immer wieder aneinandergeraten. In regionalen Fragen war ihre Konkurrenz zuletzt deutlich gewachsen.

Schon im Juli 2023 führte das „Baker Institute for Public Policy“ die seit mehreren Jahren erstarkende Führung Saudi-Arabiens und Russlands an der Opec-Spitze als Quelle für „Unwohlsein“ in den VAE auf. Die beiden Ölförderländer hätten wiederholt den Bedarf der USA für eine größere Verfügbarkeit von Öl ignoriert, was den VAE übel aufgestoßen war. 

„Das Geld einstecken und abhauen“

Außerdem driftete die Ölpolitik der beiden Länder immer weiter auseinander. „Seit 2022 haben aggressive Kürzungen in der Ölproduktion die VAE mit einer überproportional großen Menge ungenutzter Ölförder-Kapazitäten zurückgelassen“, schrieb das Baker Institute. Das wiederum hatte dazu geführt, dass die VAE die Nützlichkeit ihrer Opec-Mitgliedschaft hinterfragten.

„Der Krieg machte für die VAE plötzlich ‚Das Geld einstecken und abhauen‘ zu ihrer obersten Priorität“, sagt Steve H. Hanke, Professor für angewandte Wirtschaftswissenschaften an der Johns Hopkins University, zu „Fortune“. „Zuerst stand die OPEC dem teilweise im Weg, nun stellt der Iran-Krieg eine viel größere Gefahr für lange Zeit dar.“

Opec verliert wichtige Stärke

Es ist nicht der erste Austritt eines Opec-Lands in letzter Zeit. 2019 war Katar ausgetreten, 2024 folgte Angola. Der Abgang der VAE hat allerdings eine andere Dimension als der ihrer Vorgänger: Er betrifft rund zwölf Prozent der Gesamtfördermenge der Opec. Darüber hinaus haben die VAE eigentlich eine besondere Rolle innerhalb der Opec.

Das Baker Institute bezeichnet das Land als einen Swing Producer: ein Land, das erhebliche Reservekapazitäten hat. Swing Producer können flexibel und schnell auf Veränderungen am globalen Ölmarkt reagieren und ihren Output anpassen. Damit stabilisieren sie die globalen Preise und damit schlussendlich den Markt. 

Gewinner vom VAE-Austritt

Die großen Gewinner dabei: Abu Dhabi, Verbraucher und Trump. Der VAE-Staatskonzern Adnoc peilt eine viel höhere Produktionskapazität an, als er unter Opec-Regeln durchsetzen konnte. Bis 2027 will er die Produktion von fünf Millionen Barrel pro Tag an. Wenn das gelingt, steigt die Ölmenge am Markt, was die Preise senken würde. Das wiederum kommt am unteren Ende der Lieferketten beim Verbraucher an: Tanken und Heizen können billiger werden.

Und zuletzt freut sich US-Präsident Trump. Seit Jahren hat er die Opec angegriffen und wollte durchsetzen, dass sie ihre Fördermenge erhöht. 

Unbehagen am Persischen Golf

Jetzt werden in der Golfregion die Karten neu gemischt. Die Entscheidung der VAE signalisiert deutlich, dass die Regierung keinen Nutzen mehr darin sieht, in der von den Saudis dominierten Opec zu bleiben. Weitere Austritte der VAE könnten folgen: Sie ist noch Mitglied in der Arabischen Liga, in der Organization of Islamic Conference und im Gulf Cooperation Council. Diese könnte das Land ebenfalls re-evaluieren, während andere Golfstaaten sich ebenfalls mit der Frage befassen müssen, wie es nach dem Irankrieg weitergeht.

Lars-Eric Nievelstein

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6 Kommentare

  1. Interesting update on „Geld einstecken und abhauen“: Abu Dhabi zieht die Reißleine. Looking forward to seeing how this develops.

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