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54.066 Euro hat der mittlere Deutsche im vergangenen Jahr brutto verdient. Die Gehaltsstatistik zeigt, wie viele Menschen vor Ihnen stehen – und wie weit das oberste Prozent enteilt ist.
Wenn Sie 2025 brutto 54.066 Euro verdient haben, liegen Sie beim Lohn genau in der Mitte. Nach neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lag der mittlere Lohn inklusive aller Boni und Sonderzahlungen im vergangenen Jahr bei diesem Wert. Dabei haben die Statistiker aber nur die Einkommen von Vollzeitbeschäftigten verglichen.
Aus dem Medianlohn lassen sich weitere Größen ableiten. So ist die Grenze zur Armutsgefährdung üblicherweise bei 60 Prozent des Medians definiert. Hierbei nehmen Statistiker aber das Nettoeinkommen und nicht brutto. Als grobe Orientierung gilt: Wer deutlich unter diesem Wert liegt, gehört als Single eher zum unteren Einkommensbereich. Das gilt zumindest, sofern es in Ihrem Haushalt keine weiteren Verdiener gibt. Nach der Gehaltsstatistik haben fast zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten weniger Bruttoeinkommen.
Oberstes Prozent ist weit enteilt
Umgekehrt greift der Spitzensteuersatz ab rund 82.000 Euro Bruttoeinkommen für Alleinstehende. Diesen Wert überschreiten nicht einmal 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten. Fast 30 Prozent überschreiten zudem die Beitragsbemessungsgrenzen der Kranken- und Pflegeversicherung von knapp 70.000 Euro.
Mit einem sechsstelligen Jahresgehalt gehören Sie bereits zu den oberen zehn Prozent. Um von dort in das oberste Prozent zu gelangen, müssen Sie Ihr Einkommen aber noch einmal mehr als verdoppeln. Rund 400.000 Menschen in Deutschland erhalten demnach mehr als 219.000 Euro im Jahr für ihre Arbeit.
Je höher Ihr Einkommen schon ist, desto größer werden die Sprünge bis zur nächsten Gruppe. Von den untersten bis zu den obersten 20 Prozent liegen Gehaltssteigerungen von rund 10 bis 16 Prozent zwischen den einzelnen Quintilen. Um in die oberen zehn Prozent zu gelangen, brauchen Sie dann schon 26 Prozent mehr. Von dort ins oberste Prozent sind es 118 Prozent.
Hier selbst rechnen mit dem Gehaltsvergleich von FOCUS Online: zum Rechner.
Löhne steigen an
Gegenüber 2024 sind die Löhne in Deutschland gestiegen. Nominal stieg der Durchschnittsverdienst von 62.235 auf 64.441 Euro pro Jahr. Der Unterschied zum Medianlohn zeigt auch, wie stark die hohen Einkommen diesen beeinflussen. Real, also abzüglich der Inflation, blieb davon ein Plus von 1,9 Prozent.
Zudem gibt es auch weiterhin einen großen Unterschied zwischen West und Ost. In den alten Bundesländern inklusive Berlins lag der Medianlohn bei 55.435 Euro. In den neuen Bundesländern waren es nur 46.013 Euro. Das ist ein Unterschied von 9422 Euro. Wer im Westen lebt, verdient damit im Mittel rund 20 Prozent mehr Gehalt.
Noch größer sind die Unterschiede nach Branchen. Ganz vorne steht die Energieversorgung mit einem Medianeinkommen von 77.522 Euro. Dicht dahinter folgen Arbeitnehmer bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern mit 76.594 Euro. Die am schlechtesten bezahlten Branchen liegen nicht einmal bei der Hälfte dieses Niveaus. Im Gastgewerbe bekommen Sie im Mittel nur 35.545 Euro. Die Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei zahlt mit 35.689 Euro nur knapp mehr.
Zwei Millionen Menschen arbeiten unter Mindestlohn
Wie ungleich die Löhne verteilt sind, zeigt auch eine Auswertung des Statistischen Bundesamts vom April. Damals ordnete das Statistische Bundesamt die Arbeitnehmer nach Stundenlöhnen – jeweils in Ein-Euro-Schritten. Dabei fallen mehrere Dinge auf. So gibt es trotz Mindestlohns noch immer rund zwei Millionen Jobs in Deutschland, in denen Unternehmen diesen nicht zahlen. Zur Erinnerung: 2025 lag der Mindestlohn noch bei 12,82 Euro. Hier sind auch Teilzeitstellen erfasst, aber nur, sofern sie sozialversicherungspflichtig sind. Minijobs fallen dadurch etwa aus der Statistik heraus.
Die größte Gruppe der deutschen Arbeitnehmer verdient zwischen 12 und 16 Euro pro Stunde. 9,4 Millionen Menschen fallen in diesen Bereich. Hochgerechnet auf ein Jahr in Vollzeit mit knapp 1600 Arbeitsstunden ergäbe das einen Bruttolohn von 20.000 bis 24.500 Euro. Je höher der Stundenlohn, desto geringer wird die Anzahl der Arbeitnehmer. Den Medianlohn von rund 24 Euro erhalten nur noch 1,3 Millionen Menschen. 30 Euro pro Stunde gibt es noch für 819.000 Beschäftigte, 40 Euro nur noch für 316.000 Beschäftigte.
Die Statistik geht bis zu einer Schwelle von 65 Euro die Stunde. In der vorletzten Gruppe mit einem Stundenlohn von 64 bis 65 Euro sind nur noch 42.000 Beschäftigte. Sie ist damit die kleinste aller Arbeitnehmer. Es gibt dreimal mehr Jobs, die weniger als fünf Euro die Stunde auszahlen. Ab 65 Euro pro Stunde steigt die Zahl der Beschäftigten wieder deutlich an. In diesem absoluten Spitzenbereich tummeln sich noch einmal 701.000 Arbeitnehmer. Hochgerechnet auf ein Jahr bekommen sie mindestens rund 148.000 Euro brutto.
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6 Kommentare
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Interesting update on Gering- oder Spitzenverdiener? Hier landen Sie mit Ihrem Lohn. Looking forward to seeing how this develops.
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