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Finanzexperte Daniel Walther erklärt, wie die Ölkrise und der Liquiditätsdruck aktuell Gold bremsen, langfristig aber Chancen für den Edelmetallpreis entstehen.
Um zu beurteilen, welche Entwicklung für den Goldpreis bei einer weiteren Eskalation des Iran-Krieges wahrscheinlicher ist, muss zunächst verstanden werden, was zuletzt mit dem Goldpreis passiert ist. Mit Beginn der Krise wäre ein Anstieg des Goldpreises zu erwarten gewesen, weil Gold in der Krise seine Stärken ausspielen kann. Wenn man sich auf nichts mehr verlassen kann, sind Vermögenswerte wichtig, die von niemandem abhängen.
Dr. Daniel Walther ist Finanzexperte mit 30 Jahren Erfahrung in Vermögensanlage, -verwaltung und Vertriebssteuerung. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
Außerdem sind Kriege teuer und damit verschlechtert sich die Finanzsituation der Kriegsparteien. In der Folge werden deren Währungen abwerten und im Gegenzug sollte der Wert des Goldes in diesen Währungen steigen.
Der Irankrieg, Öl und die Liquiditätskrise
Andererseits ist es zu einer Liquiditätskrise gekommen, weil die Preise für Öl angestiegen sind und Öl lebenswichtig für die Wirtschaft ist. Eine Einschränkung ist schwer, zumal dann irgendetwas eingeschränkt werden müsste. Also wird plötzlich mehr Geld gebraucht, um die gleiche Menge Öl zu kaufen, als die Liquiditätsplanung vorgesehen hat.
Darüber hinaus haben die Öl-exportierenden Länder Einbußen bei den Einnahmen hinnehmen müssen, weshalb ihnen ebenfalls Liquidität fehlt. Liquidität wird aber nur gewonnen, wenn Vermögenswerte verkauft werden. Was sollte in einer solchen Situation verkauft werden?
Gold ist oft der Vermögenswert, der sich am besten verkaufen lässt
Diese Antwort ist schwerer, als es zunächst den Anschein hat. Es wird nicht unbedingt verkauft, was für das Portfolio am geeignetsten wäre, sondern das, was sich in einer solchen Situation überhaupt gut verkaufen lässt. Also Dinge, bei denen der Markt liquide ist und die Kurse immer noch so gut sind, dass es nicht zu außerordentlichen Verlusten führt.
Daher ist in vielen Fällen Gold der Vermögenswert, der sich am besten verkaufen lässt. Das hat auch zu dem deutlichen Rückgang des Goldpreises geführt, weil mindestens die Notenbank der Türkei sich von rund 80 Tonnen des Edelmetalls getrennt hat, immerhin gut 2,5 Millionen Unzen.
Spekulationen mit Hebelwirkung mögen ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen haben, weil spekulative Long-Positionen, Wetten auf einen steigenden Preis, im Zuge des Preisverfalls geschlossen werden mussten. Die Positionen dürften nach einem Rückgang um gut 25 Prozent aber überschaubar sein.
Zwei Gold-Szenarien bei einer weiteren Iran-Eskalation
Damit bleiben zwei Möglichkeiten im Falle einer weiteren Eskalation:
- Die Golfstaaten und andere Länder benötigen noch mehr Liquidität und der Preis fällt.
- Der Währungsverfall rückt in den Vordergrund und der Preis steigt.
Neben Gold sind aber auch amerikanische Staatsanleihen ein liquides Gut, welches entsprechend gut verkauft werden kann – wenn man noch Staatsanleihen hält. Staatsanleihen wurden in der Krise ebenfalls verkauft, was man ansteigenden Zinsen sehen konnte.
Die steigenden Zinsen sorgen mit der sinkenden Nachfrage nach Staatsanleihen für Finanzierungsprobleme in Amerika, zusammen mit den Ausgaben des Krieges und dem Vertrauensverlust aufgrund des Angriffs, also steigende Goldpreise.
„Bewegung des Goldpreises keinesfalls sicher“
Im Ergebnis muss jeder Anleger für sich selbst beurteilen, welches Szenario er für wahrscheinlicher hält, allerdings unbedingt bezogen auf den Anlagehorizont. Kurzfristig werden sicherlich beide Szenarios ihre Berechtigung haben, so dass die Bewegung des Goldpreises keinesfalls sicher ist. Es gibt vermutlich bessere Zeitpunkte, als aktuell mit Hebelwirkung in den Markt einzusteigen.
Langfristig wird sich jedoch bei einer Eskalation die Situation der Amerikaner eher verschlechtern, zumal die Strategie eines kurzen Krieges nach über einem Monat mit Sicherheit gescheitert ist. Das spricht dafür, dass die finanzielle Situation noch mehr in den Blickpunkt kommt, als sie es bei rund 125 Prozent Schulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sowieso schon sind.
Der Zeitpunkt für Gold wird noch kommen
Auf mittel- oder langfristige Sicht sollte daher letztere Varianten in den Vordergrund rücken, dass der US-Dollar an Wert verliert, Gold aber seinen Wert behält und dadurch im Verhältnis zum US-Dollar aufwertet. Das stimmt für den Preis von Gold zuversichtlich.
Zuletzt verlieren die Menschen und die Unternehmen viel Geld, weil sie für die gleiche Energie, also Öl und Gas, mehr Geld ausgeben müssen. Diese Ausgaben werden an anderer Stelle eingespart, was zu sinkenden Umsätzen und Gewinnen der Unternehmen führen wird. Wenn das zu einer Rezession führt, wird es die Finanzen der Staaten noch weiter belasten.
Das Argument wird ebenfalls nicht kurzfristig zum Tragen kommen, bestätigt aber die längerfristige These, dass der Zeitpunkt für Gold kommen wird. Niemand will eine weitere Eskalation, aber Besitzer von Gold oder zukünftige Investoren müssen sie aus Preissicht nicht fürchten.
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6 Kommentare
Solid analysis. Will be watching this space.
Great insights on News. Thanks for sharing!
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
Interesting update on Gold-Anleger brauchen den großen Iran-Knall nicht fürchten. Looking forward to seeing how this develops.
Good point. Watching closely.