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Gold verliert im zweiten Quartal mehr als 13 Prozent, doch Analysten sehen geopolitische Krisen und langfristige Diversifikation weiter als Kaufargument.

Für dich zusammengefasst:

Gold hat eines seiner schwächsten Quartale der vergangenen Dekade hinter sich. Die Gold-Futures verloren im zweiten Quartal mehr als 13 Prozent und verzeichneten damit den stärksten Quartalsrückgang seit 2013. Der Preisverfall erfolgte trotz anhaltender geopolitischer Spannungen und eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten – einer Marktphase, in der das Edelmetall traditionell als sicherer Hafen gefragt ist.

Seit Beginn des Iran-Konflikts sind die Gold-Futures sogar um 21 Prozent gefallen. Dabei hatte das Edelmetall noch zu Jahresbeginn neue Rekordstände erreicht und von einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Anlagen profitiert.

Verliert Gold (Goldkurs) seine Funktion als sicherer Hafen?

Die jüngste Entwicklung wirft für viele Investoren eine zentrale Frage auf: Hat Gold seine Rolle als Absicherung gegen Krisen und Marktturbulenzen verloren?

Marktexperten sehen dafür jedoch keine belastbaren Hinweise. Vielmehr warnen sie davor, die Erwartungen an das Edelmetall falsch zu interpretieren.

Roger Aliaga-Diaz, Global Head of Portfolio Construction bei Vanguard, betont, dass Gold zwar weiterhin eine wichtige Absicherungsfunktion erfülle, diese jedoch nicht in jeder Marktsituation gleichermaßen sichtbar werde.

Nach seiner Einschätzung existiere die Hedging-Funktion zwar weiterhin, sie sei jedoch deutlich weniger konstant, als viele Anleger annähmen. Gold garantiere nicht automatisch Kursgewinne bei jedem Rückgang an den Aktienmärkten.

Historische Daten sprechen weiterhin für Gold

Langfristige Analysen sprechen weiterhin für eine strategische Rolle des Edelmetalls im Portfolio. Eine Untersuchung von JPMorgan Private Bank zeigt, dass Gold zwischen 1985 und 2024 im Umfeld bedeutender geopolitischer Krisen durchschnittlich eine Vier-Wochen-Rendite von 1,8 Prozent erzielte. Der Median lag sogar bei 3 Prozent.

Im gleichen Zeitraum entwickelten sich andere klassische Anlageklassen deutlich schwächer. Zehnjährige US-Staatsanleihen sowie Aktien verzeichneten durchschnittliche Verluste von jeweils 1,6 Prozent, der Median lag bei minus 1,9 Prozent.

Die historischen Daten zeigen damit, dass Gold seine Schutzfunktion über längere Zeiträume durchaus erfüllen kann – allerdings nicht zwangsläufig unmittelbar nach dem Ausbruch einer Krise.

Gold schützt nicht vor jedem Börsenrückgang

Finanzberater weisen darauf hin, dass viele Anleger Gold mit einer direkten Versicherung gegen fallende Aktienkurse verwechseln.

Sam Huszczo, zertifizierter Finanzplaner und Gründer von SGH Wealth Management, beschreibt Gold weniger als klassischen Börsen-Hedge, sondern vielmehr als Absicherung gegen Unsicherheit und Angst an den Finanzmärkten. In kleinen Beimischungen könne das Edelmetall einen sinnvollen Beitrag zur Diversifikation leisten.

Autor: Ariva-Redaktion/pg

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