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Während die Rekordkurse von Gold die Schlagzeilen beherrschen, hat sich der Wert von Silber in dessen Schatten in nur einem Jahr fast verdreifacht. Nie zuvor kostete das Edelmetall so viel. Die Gründe sind aber andere als bei Gold.
Die Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach, das Elektroauto in der Garage, selbst das Smartphone in Ihrer Hand, mit dem Sie diesen Text gerade lesen – in all diesen Dingen steckt Silber. Zwar sind es nur kleine Mengen des Metalls jeweils, doch weil diese Produkte milliardenfach und in immer größeren Mengen gebaut werden, steigt der Silberbedarf der Welt enorm an.
Nach einer Analyse von Bloomberg stieg die Nachfrage in der Industrie 2024 auf 21.165 Tonnen an. Sie hat damit andere Sektoren wie Schmuck, Münzen oder Silberbesteck mittlerweile deutlich überholt. Und sie wird nicht stoppen: Das Silver Institute, eine globale Organisation der Industrie, geht in ihrem „World Silver Survey“ davon aus, dass die Nachfrage im Photovoltaik-Sektor sich bis 2027 vervierfachen wird und in der Elektroauto-Produktion mehr als verdreifacht.
Gold-Silver-Ratio ist eingebrochen
Entsprechend steigen die Preise. Kostete die Feinunze Silber an Neujahr 2025 noch 27,76 Euro, sind es heute bereits 78,29 Euro. Das ist ein Anstieg von 182 Prozent. Zum Vergleich: Gold hat im selben Zeitraum nur 58 Prozent an Wert gewonnen. Beide Metalle sind damit aber derzeit so teuer wie nie zuvor.
Zudem ist die Gold-Silver-Ratio auf 50 eingebrochen. Sie beschreibt, wie viel Mal teurer Gold ist als Silber, und ist damit ein Indikator dafür, welches der beiden Metalle derzeit zu günstig oder zu teuer sein könnte. Zuletzt lag sie 2011 so niedrig, seit 1985 rutschte sie überhaupt nur dreimal kurzzeitig unter den Wert von 50. Strittig ist aber, welche Rückschlüsse sich daraus auf künftige Kursbewegungen ziehen lassen.
Silber-Produktion schwächelt
Dem Silberpreis kommt dabei zugute, dass die Produktion mit der Nachfrage nicht einmal ansatzweise Schritt halten kann. Das Silver Institute schätzte, dass 2024 bereits 25.000 Tonnen zu wenig gefördert wurden, um den weltweiten Bedarf zu decken. Bisher kann dieses Defizit noch durch Recycling gedeckt werden, also etwa dadurch, dass zum Beispiel alte Foto-Utensilien ausgeschlachtet werden sowie Schmuckstücke und Silber-Besteck eingeschmolzen wird. „Aber das ist eindeutig nicht nachhaltig“, schreiben die Autoren selbst.
Das Problem bei der Silber-Förderung ist, dass das Metall selten allein im Gestein vorkommt. Zwar ist es in der Erdkruste rund 20 Mal häufiger zu finden als Gold, doch die meisten Silbervorkommen sind nur Nebenprodukte der Förderung anderer Metalle wie Blei, Zink, Kupfer oder Gold. Rund 70 Prozent der Silber-Vorkommen werden so erschlossen.
Silber ist immer schwerer zu fördern
Das führt dazu, dass die Silberproduktion stark davon abhängt, ob Bergbaukonzerne ihren bestehenden Minen für die anderen Industriemetalle ausbauen oder neue erschließen. Das geschieht seit langem nicht so stark, weil der Bedarf an den anderen Rohstoffen weniger stark wächst.
Dort, wo es reine Silberminen gibt, wird das Metall zudem immer schwerer zu fördern, weil der Anteil des Silbers im Gestein sinkt. Dadurch sind größere Minen und aufwendigere Nacharbeiten notwendig, um das Metall zu gewinnen. Ehemalige deutsche Minengebiete im Harz und dem Erzgebirge sind mittlerweile erschöpft. Neue Minen zu erschließen ist zudem aufwendig, weil es langwieriger geologischer Voruntersuchungen und Genehmigungsverfahren bedarf. Hauptförderländer sind heute Mexiko, China und Peru. Das Silver Institute schätzt, dass die Silberproduktion dieses Jahr ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen wird.
So geht es weiter
Das spricht dafür, dass der Silberkurs noch weiter steigt. Wer darauf setzen will, der kauft sich am besten in entsprechende ETFs ein. Xtrackers bietet zum Beispiel den Physical Silver ETF an, der den europäischen Silberpreis-Index abbildet und mit physischem Silber hinterlegt ist. Sein Wert stieg in den vergangenen zwölf Monaten um 192 Prozent.
Ob die Silber-Rally aber so rasant weitergeht, ist nicht sicher. Das Defizit zwischen Förderung und Nachfrage bestand schon viele Jahre, bevor der Silberpreis 2025 regelrecht explodierte. Zur aktuellen Kurssteigerung kommen deswegen auch noch andere Faktoren hinzu. So wird Silber etwa ähnlich wie Gold auch als sicherer Hafen in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten gesehen. Daneben spielte auch die Schwäche des US-Dollar eine Rolle, die Investments in andere Anlageklassen attraktiver für US-Anleger macht.
Diese Lage kann sich 2026 auch schnell wieder ändern. Besonders die aktuelle US-Regierung ist schließlich mittlerweile berüchtigt dafür, schnelle und wenig vorhersehbare Entscheidung in die eine oder andere Richtung zu treffen. Deswegen sind die meisten Analysten auch vorsichtig, was ihre Prognosen für den Silberpreis angeht. Dass dieser wieder auf sein Niveau von 2024 oder davor zurücksinkt, glaubt aber niemand. Die durchschnittlichen Prognosen rechnen mit einem Silberkurs von 86 bis 103 Euro am Jahresende. Das entspräche immerhin einem Plus von etwa 10 bis 30 Prozent.
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8 Kommentare
Der Artikel hat meine Aufmerksamkeit auf Silber gelenkt. Ich werde die Entwicklung des Gold-Silver-Ratio und der Silberproduktion in Zukunft genauer verfolgen.
Gute Idee! Es ist ein spannender Markt, der oft im Schatten von Gold steht, aber enormes Potenzial hat.
Es ist interessant zu sehen, dass Silber nicht nur ein Wertanlage, sondern auch ein wichtiger Rohstoff für Zukunftstechnologien ist. Das macht es zu einer strategischen Ressource.
Die Prognose des Silver Institute, dass die Nachfrage in der Elektroauto-Produktion mehr als verdreifacht wird, ist ein starkes Signal für die Zukunft des Silbermarktes. Das könnte die Preise noch weiter nach oben treiben.
Ich finde es faszinierend, dass der Silberbedarf so stark von der Photovoltaik- und Elektroautoindustrie getrieben wird. Die Prognose des Silver Institute, dass die Nachfrage im Photovoltaiksektor bis 2027 vervierfacht wird, ist ein starkes Argument für weiter steigende Preise.
Die Entwicklung des Silberpreises ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich technologische Trends auf die Rohstoffmärkte auswirken können. Die steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und Elektromobilität treibt den Preis in die Höhe.
Ich habe mir gerade eine Photovoltaikanlage gekauft und wusste gar nicht, dass so viel Silber darin steckt! Das erklärt, warum die Nachfrage so stark steigt und die Preise beeinflusst.
Die Aussage, dass das Recycling von Silber ’nicht nachhaltig‘ ist, ist ein wichtiger Hinweis. Wir müssen dringend nach neuen, effizienteren Fördermethoden suchen, um den steigenden Bedarf zu decken.