Auf der außerordentlichen Hauptversammlung von Hacksaw AB am 21. August 2026 in Stockholm haben die Aktionäre mehrere Beschlüsse zur Mitarbeiterbeteiligung gefasst. Im Kern geht es um einen Austausch: Das erst im April beschlossene Programm Key Employee LTIP 2026/2029:1 wird gestrichen und durch eine überarbeitete Fassung ersetzt. Das ursprüngliche Programm war auf der ordentlichen Hauptversammlung am 27. April 2026 verabschiedet worden.
Zur Begründung verweist das Unternehmen auf die Konditionen. Die Teilnehmer sollen künftig zu Bedingungen einsteigen können, die nach Einschätzung des Verwaltungsrats stärker marktüblich und für Hacksaw kostengünstiger sind. An die Stelle des alten Plans tritt das Key Employee LTIP 2026/2029:2, das die Hauptversammlung gemäß dem Vorschlag des Verwaltungsrats zugleich beschlossen hat.
Bis zu zwei Millionen Optionsscheine
Zur Umsetzung des neuen Programms billigten die Aktionäre die Ausgabe von maximal 2.000.000 Optionsscheinen der Serie 2026/2029:2. Bei vollständiger Ausübung würde das Grundkapital der Gesellschaft um höchstens 462,192642 Euro steigen. Jeder Optionsschein (Warrant) berechtigt zur Zeichnung einer neuen Aktie – es handelt sich also um ein Instrument, das im Ausübungsfall zu neuen Anteilen und damit zu einer Verwässerung der bestehenden Aktionäre führt.
Das Bezugsrecht der Aktionäre wird dabei ausgeschlossen. Zeichnungsberechtigt ist zunächst die Gesellschaft selbst, verbunden mit der Verpflichtung, die Optionsscheine in einem oder mehreren Schritten an die Programmteilnehmer weiterzureichen. Die Zeichnung durch das Unternehmen läuft vom 21. August bis einschließlich 3. September 2026, wobei der Verwaltungsrat die Frist verlängern kann. Eine Gegenleistung fällt bei dieser ersten Zeichnung nicht an.
Ausübung erst 2029, Bezugspreis mit Aufschlag
Die Optionsscheine sind langfristig angelegt. Die Ausübung ist erst zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober 2029 möglich, sofern die Optionsbedingungen keinen früheren Zeitpunkt vorsehen.
Der Bezugspreis je Aktie orientiert sich am jüngsten Börsenkurs, allerdings mit deutlichem Aufschlag: Er entspricht 150 Prozent des volumengewichteten Durchschnittskurses an der Nasdaq Stockholm zwischen dem 14. und dem 20. August 2026. Der errechnete Wert wird auf den nächsten Hundertstel einer schwedischen Krone gerundet, wobei 0,005 SEK aufgerundet werden. Unterschreiten darf der Bezugspreis den Nennwert der Aktien nicht. Ein Wertzuwachs für die Teilnehmer entsteht damit nur, wenn der Aktienkurs bis zum Ausübungsfenster deutlich über dem Referenzniveau liegt.
Zwei Teilnehmerkategorien
Die Hauptversammlung genehmigte zudem die Weitergabe von bis zu 2.000.000 Optionsscheinen der Serie an die Teilnehmer. Die Zuteilung folgt zwei Kategorien: Bis zu zwei Führungskräfte können jeweils höchstens 50.000 Optionsscheine erwerben, insgesamt also maximal 100.000 Stück. Die zweite Gruppe umfasst bis zu 160 Positionen für weitere Schlüsselpersonen mit jeweils maximal 75.000 Optionsscheinen und in Summe höchstens 1.900.000 Stück. Nicht abgerufene Optionsscheine darf die Gesellschaft zurückbehalten und später bestehenden oder künftigen Teilnehmern anbieten.
Angesprochen sind nach Angaben des Unternehmens aktuelle und künftige Schlüsselkräfte, Mitarbeiter, Berater sowie weitere Personen, die Leistungen für Hacksaw und die Gruppe erbringen. Die Übertragung erfolgt zum Marktwert der Option im Zeitpunkt der Weitergabe. Die Bewertung erfolgt nach dem Black-Scholes-Modell oder einem anderen anerkannten Verfahren und muss von einem unabhängigen Gutachter, einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder einem Bewertungsexperten vorgenommen werden. Das Black-Scholes-Modell ist ein Standardverfahren zur Preisbestimmung von Optionen.
Für Teilnehmer, die bei Hacksaw oder einer Konzerngesellschaft angestellt sind, ist ein Ausgleich der Optionsprämie vorgesehen. Die Nettolohn-Kompensation beträgt in der Regel 50 Prozent, in bestimmten Fällen bis zu 100 Prozent der Prämie; sie setzt voraus, dass das Beschäftigungsverhältnis bis zum Ende der Programmlaufzeit fortbesteht. Nach Steuern kann die Erstattung bis zu 100 Prozent der Optionsprämie erreichen. Voraussetzung für die Übertragung ist außerdem der Abschluss einer Optionsvereinbarung zwischen Gesellschaft und Teilnehmer, die unter anderem Regelungen zu Übertragungen und zum Rückkauf in bestimmten Fällen enthält.
Zweck und Hintergrund
Der Verwaltungsrat begründet den Bezugsrechtsausschluss mit dem Ziel, die Motivation von Schlüsselkräften zu erhalten und zu erhöhen sowie ein langfristiges Interesse an der Wertentwicklung der Aktie zu schaffen. Ein solches Eigentümerengagement solle die Interessen von Teilnehmern und Aktionären angleichen. Die vollständigen Beschlussvorlagen stellt Hacksaw auf der Unternehmenswebsite bereit.
Hacksaw AB (publ) ist ein B2B-Technologieanbieter und Spieleentwickler. Das modulare Portfolio umfasst digitale Slots, Rubbellose und Instant-Win-Spiele; zu den Kunden zählen nach Unternehmensangaben private und staatliche iGaming-Betreiber. Die Aktie ist an der Nasdaq Stockholm unter dem Kürzel HACK notiert.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

