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  • Münchener Rück. (Munich Re) AG – WKN: 843002 – ISIN: DE0008430026 – Kurs: 533,600 € (XETRA)
  • Hannover Rück SE – WKN: 840221 – ISIN: DE0008402215 – Kurs: 252,200 € (XETRA)

Die Münchener Rück (Munich RE) und Hannover Rück berichten übereinstimmend von einem wettbewerbsintensiveren Marktumfeld, in dem die Erstversicherer wieder mehr Verhandlungsmacht besitzen.

Im Kern geht es um Preise und Vertragsstrukturen. Für schadenfreie Programme, insbesondere im Bereich der Naturkatastrophendeckungen, sind die risikoadjustierten Preise zum Jahreswechsel vielfach um zehn bis 20 % gesunken. Gleichzeitig blieb die grundsätzliche Struktur der Verträge weitgehend stabil. Höhere Selbstbehalte oder deutliche Einschränkungen des Deckungsumfangs, wie sie in den Vorjahren üblich waren, spielten diesmal eine geringere Rolle.

Wettbewerb nimmt zu, Kapitalausstattung weiter sehr stark

Ursache dieser Entwicklung ist vor allem die hohe Kapitalausstattung der Branche. Rückversicherer haben in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich verdient, diese Mittel sind im Markt geblieben oder durch neues Kapital ergänzt worden. Die Folge ist ein Überangebot an Kapazität, speziell in attraktiven Segmenten mit moderater Schadenhistorie. Entsprechend aggressiv wurde in den Verhandlungen um Preise gerungen.

Die Hannover Rück spricht von einem weiterhin „attraktiven Markt“, betont jedoch, dass sich der Wettbewerb deutlich verschärft habe. Preisdruck sei vor allem dort spürbar, wo Programme zuletzt keine oder nur geringe Schäden verzeichneten. In schadenbelasteten Regionen und bei komplexen Risiken konnten Rückversicherer ihre Konditionen hingegen weitgehend verteidigen.

An der Börse sorgt diese Gemengelage für Zurückhaltung. Die Rückversicherungsaktien starten verhalten ins neue Jahr, da Investoren befürchten, dass sinkende Preise mittelfristig die Margen belasten könnten. Zwar liegen die Prämienniveaus weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt, der Übergang von einem harten zu einem weicheren Markt erhöht jedoch den Druck auf die Profitabilität.

Die Unternehmen verweisen dagegen auf ihre Disziplin im Underwriting. Sowohl Munich Re als auch Hannover Rück betonen, dass Wachstum nicht um jeden Preis angestrebt werde und unzureichend bepreiste Risiken konsequent gemieden würden. Zudem bietet das weiterhin hohe Zinsniveau Rückenwind auf der Kapitalanlageseite.

Fazit: Ich hatte diese Thematik rund um die Erneuerungsrunden schon mehrfach in früheren Artikeln betont, beispielsweise hier bereits im Mai. Die goldenen Zeiten sind zwar vorbei, es sind aber weiterhin gute Zeiten. Für Panik gibt es keinen Anlass. Die Outperformance der Aktien dürfte aber vorbei sein, bis sich neue Impulse ergeben. Die könnten noch einige Zeit auf sich warten lassen. Korrekturen in den Bereich um 500 EUR bieten bei der Münchener-Rück-Aktie erste Chancen zum Einstieg. Die Dividendenrendite sollte dann wieder stützen, zumindest solange die Gewinnentwicklung nicht stärker leidet.

Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.

Schätzungen für die Münchener Rück (Munich RE)

Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 74,42 77,14 80,64
Ergebnis je Aktie in EUR 48,22 51,07 53,43
KGV 11 10 10
Dividende je Aktie in EUR 22,32 23,74 25,76
Dividendenrendite 4,19% 4,45% 4,83%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei

US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

Münchener Rück. (Munich Re) AG-Aktie

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Münchener Rück. (Munich Re) AG (long) und Hannover Rück SE (long)

Offenlegung der Chefredaktion der stock3 AG wegen möglicher Interessenkonflikte

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14 Kommentare

  1. Anna Schneider am

    Die Stabilität der Vertragsstrukturen trotz sinkender Preise ist überraschend. Bedeutet das, dass die Rückversicherer bereit sind, Abstriche bei anderen Konditionen zu machen, um Marktanteile zu halten?

  2. Es ist beruhigend zu hören, dass das hohe Zinsniveau der Kapitalanlageseite Rückenwind bietet, aber wie viel kann dieser Effekt den potenziellen Margenverlust durch sinkende Preise wirklich ausgleichen?

  3. Die Erwähnung eines Preisrückgangs von 10 bis 20 % für schadenfreie Programme ist beunruhigend; wie stark wird sich das auf die Gesamtgewinne von Hannover Rück auswirken, wenn diese Programme einen signifikanten Teil ihres Geschäfts ausmachen?

  4. Peter O. Becker am

    Die Tatsache, dass in schadenbelasteten Regionen die Rückversicherer ihre Konditionen verteidigen konnten, zeigt, dass nicht alle Bereiche gleich betroffen sind; welche Regionen oder Risikotypen sind besonders anfällig für den Preisdruck?

  5. Der Hinweis auf den Artikel im Mai, der diese Entwicklung bereits antizipiert hat, zeigt eine gute Voraussicht. Wurde damals bereits die hohe Kapitalausstattung als Haupttreiber genannt?

  6. Ich finde es positiv, dass sowohl Munich Re als auch Hannover Rück Underwriting-Disziplin betonen und nicht um jeden Preis wachsen wollen, aber reicht das aus, um die Margen in einem härter umkämpften Markt zu halten?

  7. Lukas Schneider am

    Die hohe Kapitalausstattung der Branche als Ursache für das Überangebot an Kapazität klingt logisch, aber könnte es auch zu einer Konsolidierung kommen, wenn der Wettbewerb weiter zunimmt?

  8. Es ist gut zu wissen, dass die Prämienniveaus weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt liegen, aber wie lange wird dieser Zustand anhalten, wenn der Wettbewerb weiter zunimmt und die Preise sinken?

  9. Die Tatsache, dass der Wettbewerb vor allem bei Programmen ohne oder mit geringen Schäden zunimmt, deutet darauf hin, dass die Rückversicherer versuchen, sich auf risikoreichere Bereiche zu konzentrieren, um höhere Margen zu erzielen.

  10. Laura Q. Fischer am

    Die Erwähnung der WKNs (843002 für Munich Re und 840221 für Hannover Rück) ist hilfreich für Aktionäre, die ihre Portfolios überprüfen möchten. Wie entwickeln sich die Volumina im Vergleich?

  11. Der Artikel deutet an, dass die ‚goldenen Zeiten‘ vorbei sind, aber ‚gute Zeiten‘ weiterhin herrschen – ist das eine realistische Einschätzung, oder wird der Preisdruck doch stärker als erwartet?

  12. Jonas Y. Becker am

    Ich frage mich, ob die geringere Rolle von höheren Selbstbehalten und Deckungseinschränkungen ein Zeichen dafür ist, dass die Erstversicherer ihre Risikobereitschaft erhöhen, da sie mehr Kapazität zur Verfügung haben.

  13. Ich bin gespannt, ob sich die Zurückhaltung an der Börse fortsetzt, insbesondere wenn die Investoren befürchten, dass sinkende Preise die Margen belasten. Der Kurs der Munich Re bei 533,600 € scheint aktuell eine gute Beobachtungsposition zu sein.

  14. Die angedeutete Einstiegsmöglichkeit bei der Münchener Rück bei etwa 500 EUR klingt interessant, aber wie sieht es mit der Hannover Rück aus? Gibt es dort ähnliche Kursziele?

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