Das Traditionsunternehmen aus Königsbronn plant eine ungewöhnliche Kapitalmaßnahme. Der Verwaltungsrat der HWK 1365 SE hat am 1. Oktober 2026 die Ausgabe qualifiziert nachrangiger Schuldverschreibungen beschlossen, die vollständig in tokenbasierter Form begeben werden.

Das Volumen beläuft sich auf bis zu 1,365 Millionen Euro. Die Anleihe läuft fünf Jahre und wird mit 8,0 Prozent jährlich verzinst. Wer sich beteiligen möchte, muss mindestens ein Papier zum Preis von 1.000 Euro zeichnen – und das ausschließlich über die unternehmenseigene digitale Plattform.

Die Nachrangigkeit ist das Risikoelement, das Anleger kennen sollten: Im Insolvenzfall werden nachrangige Gläubiger erst nach allen anderen Gläubigern bedient, was den verhältnismäßig hohen Zinssatz erklärt.

Der Angebotszeitraum beginnt voraussichtlich am 1. November 2026 und endet spätestens sechs Monate später, also Ende April 2027. Die Ausgabe steht noch unter dem Vorbehalt, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht das zugehörige Wertpapier-Informationsblatt gestattet.

Hinter dem Vorhaben steckt ein konkreter Finanzierungsbedarf. Der Erlös soll vorrangig ein bestehendes Darlehen ablösen, das die HWK 1365 SE gegenüber ihrer vollständig im Besitz befindlichen Tochtergesellschaft Hüttenwerke Königsbronn GmbH hält. Danach sind Liquiditätssicherung und Maschinenmodernisierung bei dieser operativen Einheit vorgesehen. Die Reihenfolge zeigt, dass die Entschuldung Vorrang hat.

Wann die BaFin das Informationsblatt freigibt und ob das angestrebte Volumen tatsächlich gezeichnet wird, bleibt offen.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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