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Donald Trump bewegt mit seinen Aussagen die Aktienmärkte. Häufig wird viel Geld mit Wetten verdient, die kurz vor öffentlichen Verkündungen des US-Präsidenten platziert werden. Das Muster sieht verdächtig nach Insiderhandel aus.

Binnen einer Minute setzen Unbekannte am 17. April rund 760 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise. Etwa 20 Minuten später erklärt Irans Außenminister Abbas Araghchi, die Straße von Hormus bleibe für Handelsschiffe geöffnet. Der Ölpreis bricht ein – und jemand verdient richtig viel Geld.

Zufall? Glück? Oder hat hier jemand mit Wissen gehandelt, das andere nicht hatten?

Verdacht auf Insiderhandel: Drei Elemente kehren immer wieder zurück

Der jüngste Fall ist nicht der einzige verdächtige Fall, seit Donald Trump seine zweite Amtszeit angetreten hat. Er passt in ein Muster, das sich seither immer deutlicher abzeichnet: Immer wieder wetten Unbekannte kurz vor politisch hochsensiblen Entscheidungen große Summen – am Ölmarkt und auf Online-Wettplattformen wie etwa „Polymarket“.

Auffällig ist, dass sich die Fälle strukturell ähneln, analysiert die „BBC“. 

1. Exklusive Informationen

Es geht um Informationen, die vor ihrer Veröffentlichung nur ein sehr kleiner Kreis kennen kann – etwa Waffenruhen, Militärschläge oder abrupte Kurswechsel in der US-Außen- oder Handelspolitik. 

2. Auswahl der Märkte

Genutzt werden Märkte, auf denen sich schnell viel Geld bewegen lässt – etwa Wetten am Ölmarkt (Öl-Futures), dem Aktienmarkt oder Prognoseplattformen.

3. Der Impuls

Dann folgt die öffentliche Verkündung – oft über soziale Medien oder Interviews, die die Märkte sofort bewegen.

Der 760-Millionen-Dollar-Trade: Nur die Spitze des Eisbergs 

Der 760-Millionen-Dollar-Trade ist dabei nur der vorläufige Höhepunkt. Schon weitaus früher sorgten auffälligen Handelsbewegungen für Aufsehen. Die auffälligsten Trades im Überblick:

9. April 2025: Trumps Börsentipp vor Zollpause

Einer der frühesten und politisch brisantesten Fälle: Donald Trump selbst gibt wenige Stunden vor einer marktbewegenden Entscheidung einen öffentlichen Hinweis. 

Anders als bei späteren Fällen ist die Information hier nicht verdeckt, sondern bewusst kommuniziert. Genau das löst die Debatte über Marktmanipulation erst aus.

  • 9.37 Uhr (US-Ostküstenzeit): Trump postet auf Truth Social: „JETZT IST EIN GUTER ZEITPUNKT ZUM KAUFEN!!!“
  • Mittag: Ankündigung einer 90-tägigen Zollpause
  • kurz danach: Aktienmärkte steigen massiv (S&P 500 +9,5 Prozent)
  • Folge: Politische Forderungen nach Untersuchungen wegen möglichem Insiderhandel 

30. Dezember 2025 bis 3. Januar 2026: Polymarket-Wette auf Maduro

Ein neu erstellter Account setzt frühzeitig auf den Sturz von Nicolás Maduro, ein Ereignis, das zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich absehbar ist. Am 3. Januar 2026 nehmen US-Spezialeinheiten Maduro in einer geheim vorbereiteten Militäraktion in Caracas fest und bringen ihn in die USA.

Wer zuvor gezielt auf dieses Szenario wettet, müsste entweder außergewöhnlich spekuliert haben, oder: er hatte Zugang zu nicht öffentlichen Informationen.

  • 30. Dezember: Account „Burdensome-Mix“ wird erstellt
  • 30. Dezember – 2. Januar: Wetteinsätze von rund 32.500 Dollar
  • 3. Januar: Maduro wird festgesetzt und entmachtet
  • direkt danach: Gewinn von rund 436.000 Dollar 

28. Februar 2026: Wetten auf Iran-Schlag der USA

Mehrere neu erstellte Accounts platzieren gezielte Wetten auf einen bevorstehenden Militärschlag der USA gegen den Iran. 

Nach Wochen eskalierender Spannungen starten die USA gemeinsam mit Israel am 28. Februar eine großangelegte Offensive gegen iranische Militär- und Nuklearanlagen.

Die Entscheidung wurde nur in engsten politischen und militärischen Kreisen vorbereitet. Das Timing der Wetten: auffällig.

  • Februar: Sechs neue Konten werden erstellt
  • bis 28. Februar: koordinierte Wetten auf Militärschlag
  • frühe Morgenstunden, 28. Februar: Angriff wird bestätigt
  • danach: Gewinne von insgesamt rund 1,2 Millionen Dollar 

9. März 2026: Öl-Wetten vor Interview zum Kriegsende

Erstmals zeigt sich das Muster auch deutlich am klassischen Finanzmarkt. Hintergrund ist der laufende Krieg zwischen den USA, Israel und Iran, der die Ölpreise zuvor stark nach oben getrieben hat. 

Noch bevor ein Interview öffentlich wird, in dem Donald Trump ein mögliches baldiges Ende des Konflikts andeutet, steigen Wetten auf fallende Ölpreise sprunghaft an.

  • 18.29 Uhr (GMT): Handelsvolumen bei Brent-Futures steigt sprunghaft
  • 19.16 Uhr: Interview wird öffentlich (Trump sagt: „Der Krieg ist nahezu beendet.“)
  • direkt danach: Ölpreis fällt deutlich (zeitweise rund 25 Prozent) 

23. März 2026: Positionierung vor Iran-Annäherung

Nur zwei Wochen später folgt der nächste Fall, erneut mit fast identischem Ablauf. 
Nur kurze Zeit nach der Eskalation im Iran-Konflikt folgt eine überraschende diplomatische Wendung. Hintergrund ist ein plötzliches Signal der Entspannung durch Trump. Noch bevor dieses öffentlich wird, kommt es zu einer auffälligen Transaktion am Ölmarkt.

Innerhalb einer Minute wechseln tausende Futures-Kontrakte im Wert von 580 Millionen Dollar den Besitzer – mit klarer Ausrichtung auf fallende Preise.

  • 6.49 bis 6.50 Uhr (New Yorker Zeit): rund 6200 Brent- und WTI-Futures gehandelt (ca. 580 Millionen Dollar)
  • ca. 15 Minuten später: Trump spricht auf Truth Social von „produktiven Gesprächen“ mit Iran
  • kurz danach: Ölpreise geben deutlich nach

7. und 8. April 2026: 950-Millionen-Dollar-Wette vor Waffenruhe

Ein besonders auffälliger Fall ereignet sich Anfang April. Hintergrund ist eine überraschende Waffenruhe im Iran-Konflikt, die den zuvor stark gestiegenen Ölpreis abrupt unter Druck setzt. Stunden vor der offiziellen Ankündigung bauen Investoren eine massive Position auf fallende Preise auf.

Laut „Reuters“ werden große Teile dieser Wette in einem einzigen Zeitfenster platziert – ein ungewöhnliches Vorgehen für den Ölmarkt.

  • 19.45 Uhr (GMT): Verkauf von rund 8600 Brent- und WTI-Futures (ca. 950 Millionen Dollar)
  • ca. 22.30 Uhr: Trump kündigt Waffenruhe mit Iran an
  • daraufhin: Ölpreis fällt um rund 15 Prozent

17. April 2026: 760-Millionen-Dollar-Wette vor Hormus-Öffnung

Die 760-Millionen-Dollar-Wette ist der bislang auffälligste und am engsten getimte Fall. Innerhalb von Sekunden wird eine massive Position aufgebaut, kurz vor einer entscheidenden geopolitischen Nachricht.

  • 14.24 bis 14.25 Uhr (MESZ): Verkauf von 7990 Brent-Futures (ca. 760 Millionen Dollar)
  • 14.45 Uhr: Irans Außenminister Abbas Araghchi verkündet Öffnung der Straße von Hormus
  • kurz danach: Bestätigung durch Donald Trump
  • direkt im Anschluss: Ölpreise brechen ein

Milliarden-Wetten und offene Fragen zu den Profiteuren

Allein bei den Ölgeschäften geht es um mehr als 2,2 Milliarden Dollar binnen weniger Wochen. Ein Beweis für ein Informationsleck ist das nicht. Auffällig ist aber, wie präzise diese Wetten immer wieder kurz vor politischen Entscheidungen platziert werden.

Der Verdacht dahinter ist brisant: Verdienen hier einzelne Akteure mit Wissen aus dem innersten Machtzirkel? Brisant ist auch: Auf Plattformen für Wetten auf politische Ereignisse ist auch Donald Trump Jr. aktiv – als Investor und Beiratsmitglied bei Polymarket. Ein direkter Zusammenhang zu konkreten Trades ist nicht belegt.

Doch die Spekulation reicht weiter: Beobachter halten es für möglich, dass auch andere Personen aus dem Umfeld von Donald Trump Zugang zu sensiblen Informationen haben könnten und damit potenziell von Marktbewegungen profitieren.

Der Druck auf Trump und seine Regierung wächst entsprechend. Die US-Aufsichtsbehörde „Commodity Futures Trading Commission“ (CFTC) untersucht den jüngsten Fall nun. Prognoseplattformen verschärfen ihre Regeln. Und das Weiße Haus weist bislang alle Vorwürfe zurück.

Zu präzise für Zufall?

Im Kern zeigt sich immer wieder dasselbe Muster: Große Wetten werden platziert – kurz darauf folgt eine politische Nachricht – und die Märkte reagieren sofort.

Natürlich gibt es Gegenargumente. In angespannten geopolitischen Lagen versuchen Händler, politische Entwicklungen vorauszuahnen. Nicht jede gut getimte Wette ist automatisch Insiderhandel.

Doch je häufiger Märkte Minuten vor offiziellen Ankündigungen bereits in die richtige Richtung laufen, desto schwieriger wird es, das allein mit Zufall zu erklären.

Sollte sich herausstellen, dass einzelne Akteure tatsächlich Vorabinformationen genutzt haben, wären die Folgen erheblich: Ein massiver Vertrauensverlust in die Märkte und US-Politik – und ein Fall für Ermittler und strengere Regulierung.

Thomas Sabin

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6 Kommentare

  1. Jonas Hoffmann am

    Interesting update on Insiderhandel-Verdacht: Das auffällige Muster der Trump-Ära. Looking forward to seeing how this develops.

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