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Die EZB dürfte die Zinsen vorerst nicht anheben. Chefökonom Philip Lane hält die Auswirkungen des Iran-Kriegs bislang für zu wenig klar absehbar. Märkte und Ökonomen erwarten nun frühestens im Juni eine Reaktion.
Offenbar plant die Europäische Zentralbank, die Zinsen vorerst weiterhin nicht anzutasten und eine Bewertung der Iran-Kriegsfolgen zu vertagen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf Notenbank-Kreise.
Die Folgen des Iran-Kriegs seien weiterhin schwer abzuschätzen, erklärte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane bei den Frühjahrstagungen von IWF und Weltbank in Washington. Belastbare Prognosen seien daher kaum möglich: „Es ist noch zu früh, um wirklich klare Schlüsse zu ziehen.“
Zwar werde die Notenbank vor der nächsten Sitzung wie üblich Rückmeldungen von Unternehmen, Banken und Verbrauchern erhalten. Doch auch diese dürften kein eindeutiges Bild liefern. Die Befragten blickten auf dieselbe unsichere Lage wie die Notenbank selbst.
Zinserhöhungen eher im Juni und September
Damit bestätigt die EZB die sich an den Märkten abzeichnende Linie. Auch Investoren gehen inzwischen davon aus, dass die Währungshüter bei ihrer Sitzung am 30. April die Leitzinsen unverändert lassen, bis klarer wird, welche Auswirkungen der Krieg im Iran auf Inflation und Wachstum hat.
Im März war unter dem Eindruck stark gestiegener Energiepreise die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung zeitweise auf mehr als 80 Prozent gestiegen. Jetzt rechnen Märkte und Banken eher mit Erhöhungen im Juni und September.
Das bedeutet die EZB-Entscheidung für Sparer
- Ruhe bewahren: Die EZB dürfte die Zinsen vorerst nicht ändern
- Flexibel bleiben: Tagesgeld ist aktuell die sicherste Option
- Angebote vergleichen: Neukunden erhalten oft deutlich bessere Zinsen
- Festgeld nur kurz binden: Steigen die Zinsen später, verpassen Sie bessere Angebote
- Kaufkraft im Blick behalten: Steigen die Preise stärker als die Zinsen, verliert Ihr Geld an Wert
- Nicht alles fest anlegen: Halten Sie in unsicheren Zeiten ausreichend Geld verfügbar
- Schrittweise investieren: ETF-Sparpläne können Schwankungen abfedern
- Entwicklung beobachten: Warten Sie mehr Klarheit ab, bevor Sie größere Entscheidungen treffen
Inflation steigt, Unsicherheit bleibt hoch
Die Situation ist äußerst volatil: Die Inflation im Euroraum ist zuletzt auf 2,6 Prozent gestiegen. Zwar liegen Öl und Gas weiter über dem Vorkriegsniveau, der Preisanstieg hat sich zuletzt aber abgeschwächt.
Für die EZB bleibt unklar, ob es sich um einen kurzfristigen Effekt oder dauerhaften Inflationsdruck handelt – genau diese Unsicherheit bremst die Notenbank.
Bundesbankpräsident Joachim Nagel betonte hingegen, auch eine schnelle Zinserhöhung dürfe nicht ausgeschlossen werden. Lane machte jedoch deutlich, dass sich die EZB nicht von den Märkten treiben lassen will. Die Notenbank müsse verschiedene Szenarien berücksichtigen.
Erfahrungen aus früheren Krisen spielen ebenfalls eine Rolle. So verwies Lane auf das Jahr 2011, als die EZB Zinserhöhungen in der Eurokrise kurz darauf wieder zurücknehmen musste.
EZB steht vor schwierigem Abwägungsprozess
Die Notenbank befindet sich damit in einem klassischen Dilemma. Einerseits treiben höhere Energiepreise die Inflation nach oben. Andererseits droht eine zu schnelle Zinserhöhung die ohnehin schwächelnde Konjunktur zusätzlich zu belasten.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde vermied in Washington eine klare Festlegung. Eine Vorentscheidung gebe es nicht, betonte sie.
Solange die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs nicht besser absehbar sind, dürfte die EZB daher auf Zeit spielen und eine Zinserhöhung frühestens im Juni ins Auge fassen.
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5 Kommentare
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.
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Interesting update on Keine Zinserhöhung bis Juni – was Sparer jetzt wissen müssen. Looking forward to seeing how this develops.
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