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Die Ära billiger Speichermedien geht zu Ende. Künstliche Intelligenz treibt Preise für Chips in die Höhe und verschärft die Lieferengpässe für Handyhersteller. Wer 2026 ein neues Gerät kauft, muss mehr zahlen.

Die Verheißungen der Künstlichen Intelligenz (KI) könnten Konsumenten teuer zu stehen kommen: Denn die überhitzte Nachfrage nach Speichermedien macht Smartphones und Computer immer teurer – auch in Deutschland.

„Der KI-Boom und auch die damit einhergehenden Investitionen in Infrastruktur und Rechenzentren zeigen auf dem Markt für Speicherchips spürbar Wirkung“, erklärt Wolfgang Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung des Verbandes der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), gegenüber der Deutschen Welle.

„Preisanstieg von 50 Prozent für diese Chips”

„Analysen vom Institut für World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) weisen für das letzte Jahr einen Preisanstieg von 50 Prozent für diese Chips aus“, so Weber. Damit drohten nicht nur längere Lieferzeiten, sondern auch steigende Preise für elektronische und digitale Geräte.

„Verknappungen bei solchen Schlüsseltechnologien sind für unsere Volkswirtschaft ein massives Problem“, sagt der Verbandschef. „Allein die Chip-Knappheit von 2021 bis 2023 verursachte einen Schaden von über 102 Milliarden Euro in Deutschland.“

Boom am Halbleitermarkt

Die jüngsten Zahlen vom WSTSbelegen ein rasantes Wachstum der Branche (Grafik). So erreichte der weltweite Halbleitermarkt in der ersten Hälfte des Jahres 2025 einen Wert von 346 Milliarden Dollar (293 Mrd. Euro), was einem Anstieg von 18,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Insgesamt prognostiziert das WSTS für 2025 ein Wachstum von 22 Prozent auf 772 Milliarden US-Dollar (655 Mrd. Euro). Für 2026 werden Steigerungen von mehr als 25 Prozent auf 975 Milliarden US-Dollar (827 Mrd.. Euro) erwartet.

„Die Preise steigen zurzeit täglich an“

Wie hoch die Preisanstiege für Smartphones ausfallen, hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC (International Data Corporation) untersucht.

„In einem moderaten Szenario könnten die durchschnittlichen Verkaufspreise für Smartphones um drei bis fünf Prozent steigen“, heißt es dort. „In einem pessimistischen Szenario sogar bis zu acht Prozent.“

Das Fazit der Experten lautet: „Die Ära billiger, reichlich verfügbarer Speicher- und Speichermedien geht zu Ende. 2026 wird voraussichtlich ein Jahr sein, in dem Technologie aufgrund von Lieferengpässen und nicht aufgrund von Nachfragewachstum teurer wird.“

Samsung: Smartphones werden teurer

Bereits Ende Januar hatte der Präsident von Samsung Electronics, Won-Jin Lee, gegenüber dem Wirtschaftsdienst Bloomberg Preiserhöhungenangekündigt. „Die Preise steigen zurzeit täglich an“, erklärte Lee.

„Natürlich wollen wir diese Belastung nicht an die Verbraucher weitergeben, aber wir werden an einen Punkt kommen, an dem wir tatsächlich eine Neufestsetzung der Preise für unsere Produkte in Betracht ziehen müssen.“

Anbieter Apple hat sich bisher nicht öffentlich zu möglichen Preissteigerungen geäußert. Die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley gehen in ihrem Outlook 2026davon aus, dass der Konzern die Preise für das Basismodell auf hohem Niveau stabil halten wird, allerdings Aufpreise für höhere Speicherkapazitäten vorsehen könnte.

Mehr Speicher, mehr Kosten

Der Einsatz und die Kosten von Speicherchips bei der Produktion von Smartphones ist in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen. Nach Branchenangaben machte zum Beispiel ein Speicher im Jahr 2020 etwa acht Prozent der Komponentenkosten in einem Gerät wie dem iPhone 12 Pro Max aus.

Bis September 2025 war dieser Anteil beim iPhone 17 Pro Max auf etwa zehn Prozent gestiegen. Durch die anhaltenden Preissteigerungen für Speicherchips kann der Anteil sogar auf 20 Prozent steigen, schätzen die Analysten vom Beratungsunternehmen Counterpointresearch.

Stagnation auf dem deutschen Markt

Der Digitalverband Bitkom rechnet angesichts der aktuellen Chipengpässe auf dem deutschen Markt mit einer gewissen Stagnation oder sogar einem leichtem Rückgang: „Grundsätzlich ist in Deutschland die Konsumnachfrage derzeit eher schwach“, erklärt Sebastian Klöß, Leiter Märkte und Technologien beim Digitalverband, gegenüber der DW.

Die Umsätze der Branche verzeichnen dennoch weiterhin ein kontinuierliches, wenn auch schwaches Wachstum. Dies liegt allerdings daran, dass die Gerätepreise kontinuierlich ansteigen. Laut einer Bitkom-Studieerhöhte sich der durchschnittliche Preis für ein neues Smartphone in Deutschland von 591 Euro 2024 auf 605 Euro im vergangenen Jahr.

Gewinner refurbished Smartphones

Im Gegensatz zur stockenden Nachfrage bei neuen Geräten weist der Markt für gebrauchte Smartphones starke Zuwachsraten auf. Laut einer gemeinsamen Analysedes Marktforschungsunternehmen NIQ, der Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik GFU und des IFA Management erreichten generalüberholte (refurbished) Smartphones in der EU im Juli einen Marktanteil von neun Prozent. Im Januar 2025 waren es fünf Prozent.

„In einigen Märkten machen generalüberholte Modelle mittlerweile über 40 Prozent des Online-Umsatzes im Segment unter 600 Euro aus“, heißt es in der Analyse. „Refurbished Geräte entwickeln sich dabei vom Nischenprodukt zu einer festen Größe im Markt.“

Von Astrid Prange de Oliveira

Das Original zu diesem Beitrag „Macht der Chipmangel Smartphones zum Luxusgut?“ stammt von Deutsche Welle.

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6 Kommentare

  1. Interesting update on Lieferengpässe für Handyhersteller

    Jetzt trifft der Chipmangel die Smartphone-Preise: "Steigen zurzeit täglich"

    Finanzen100
    13:26. Looking forward to seeing how this develops.

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