Der digitale Vermögensverwalter LIQID hat den Aufbau seines Private-Equity-Fonds für Privatanleger abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben hält LIQID Private Equity NXT zwei Jahre nach Auflage über 90 Beteiligungen und investiert gemeinsam mit mehr als 50 Private-Equity-Managern weltweit. Das Fondsvolumen ist seit dem Start Mitte 2024 auf über 330 Millionen Euro gewachsen. Insgesamt verwaltet das Berliner Unternehmen nach eigenen Angaben ein Vermögen von mehr als vier Milliarden Euro.

Bei dem Produkt handelt es sich um einen ELTIF (European Long-Term Investment Fund) – ein europäisch regulierter Fondstyp, der Privatanlegern den Zugang zu langfristigen, illiquiden Anlagen wie Private Equity oder Infrastruktur eröffnen soll. Der Mindestanlagebetrag liegt laut LIQID bei 10.000 Euro, kombinierbar mit einem Sparplan.

„Private Equity war lange ein geschlossener Club für große Vermögen und institutionelle Investoren. Vor zwei Jahren haben wir versprochen, das zu ändern: zu gleicher Qualität und gleichen Konditionen, ab 10.000 Euro mit Sparplan“, sagt Christian Schneider-Sickert, Gründer und CEO von LIQID.

Zwei Beteiligungen bereits realisiert

Für ELTIFs mit Private-Equity-Fokus sind Rückflüsse aus verkauften Beteiligungen ein zentraler Prüfstein, weil Bewertungen bis zum Verkauf nur modellhaft ermittelt werden. LIQID verweist hier auf zwei Vorgänge: Den ersten Exit verzeichnete der Fonds im Frühjahr 2026 mit dem Versorgungstechnik- und Beratungsanbieter Entrust. Der Private-Equity-Manager Kohlberg veräußerte das Unternehmen für rund 2,4 Milliarden US-Dollar an den börsennotierten Technologiekonzern Leidos.

Anfang Juli 2026 folgte der zweite Vorgang: Das Portfoliounternehmen Bending Spoons ging an der Nasdaq an die Börse, bewertet mit rund 18 Milliarden US-Dollar. Nach Darstellung von LIQID war dies einer der größten Börsengänge eines europäischen Unternehmens im laufenden Jahr. Zu dem Mailänder Softwarehaus gehören die Marken Komoot, Vimeo und WeTransfer.

„Exits sind der Realitätstest für jede Bewertung“, sagt Dr. Martin Meuter, Head of Portfolio Management bei LIQID. „Dass bereits nach zwei Jahren die ersten Beteiligungen realisiert wurden, unterstreicht die Qualität des Portfolios sowie die Robustheit des Investmentprozesses.“

Portfolio von Discountern bis Raumfahrt

Das Portfolio ist nach Angaben des Anbieters über Sektoren, Länder, Strategien und Manager gestreut. Zu den Beteiligungen zählen der niederländische Non-Food-Discounter Action, die Secondhand-Plattform Vinted, die Münchner Hotelgruppe Motel One und der Bildungsanbieter Nord Anglia Education. Im Technologiebereich nennt LIQID unter anderem den Raumfahrtdienstleister Vantor. Hinzu kommen spezialisierte Anbieter wie The Rock-it Company, ein Logistikdienstleister für zeitkritische Transporte im Live-Entertainment.

Aufgebaut wurde das Portfolio über die Co-Investment-Plattform des Partners Neuberger, der nach eigenen Angaben mehr als 100 Milliarden US-Dollar in Private Markets investiert hat. Über diese Struktur beteiligt sich der Fonds direkt an den Unternehmen – an der Seite von Managern wie EQT, KKR, Blackstone, Advent International, TPG und Carlyle. Die Konditionen entsprechen laut LIQID denen institutioneller Investoren.

„Von rund 800 Transaktionen, die wir jedes Jahr prüfen, schafft es weniger als jede zehnte in das Portfolio“, sagt José Luis González Pastor, Managing Director bei Neuberger.

Wertentwicklung seit Auflage

Zur Performance nennt der Anbieter konkrete Zahlen: Seit Auflage erzielte Private Equity NXT eine Nettorendite von 15,7 Prozent, in den vergangenen zwölf Monaten lag das Plus bei 17,6 Prozent. In 16 der 24 Monate seit dem Start sei die Wertentwicklung positiv gewesen.

Die sogenannte J-Curve – die für Private-Equity-Fonds typische Anfangsphase, in der Kosten und noch nicht wertsteigernde Beteiligungen zunächst zu einer negativen Entwicklung führen – blieb nach Darstellung des Unternehmens kurz. Bereits fünf Monate nach Start habe der Fonds dauerhaft über seinem Ausgabekurs notiert. Als Grund führt LIQID die frühe Beimischung von Secondaries und Mid-Life-Beteiligungen an, also von Anteilen an bereits laufenden Fonds beziehungsweise an Unternehmen, die sich in einem späteren Stadium der Halteperiode befinden.

Beim Thema Liquidität, das bei ELTIFs regelmäßig im Fokus steht, erklärt der Anbieter, Anteilsrückgaben seien seit Auflage jederzeit bedient worden. Das rollierende Portfolio werde laufend um neue Beteiligungen ergänzt – als Mischung aus etablierten Buyout-Beteiligungen, Growth-Investments und Sonderopportunitäten aus dem Netzwerk von Neuberger.

Zum Unternehmen

LIQID ist ein bankenunabhängiges Wealth-Tech-Unternehmen mit Standorten in Berlin und München. Neben Private-Market-Lösungen bietet es Kapitalmarktportfolios ab 100.000 Euro an. Zu den Partnern zählen die liechtensteinische Privatbank LGT, das Multi-Family-Office HQ Trust und der Infrastrukturanbieter Upvest. Die Financial Times führte LIQID 2024 und 2025 unter den am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas; die Ratingagentur Scope zeichnete das Unternehmen als „Besten Asset Manager 2026“ in der Kategorie ELTIF aus.

Quelle: FinanzNachrichten.de: Aktuelle Nachrichten

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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