Ein rund 400 Kilogramm schwerer Kleinsatellit hat Bremen verlassen. ATHENE-1, entwickelt und gebaut von der OHB-Tochter LuxSpace gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München, ist auf dem Weg zur Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Von dort soll ihn eine Falcon-9-Rakete von SpaceX Anfang Oktober in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen.

OHB SE

WKN 593612 · ISIN DE0005936124

Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 27. August 2026

ATHENE-1 ist das Herzstück des Forschungsprojekts SeRANIS, was für Seamless Radio Access Networks for Internet of Space steht. Das Projekt wird von der Universität der Bundeswehr München geleitet und vom Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr gefördert. Für Aktionäre ist das relevant, weil OHB damit einen technologisch anspruchsvollen Bundeswehr-Auftrag in die Startphase bringt – und die eigene Kleinsatellitenplattform unter realen Bedingungen testet.

Im Orbit soll der Satellit als Plattform für insgesamt fünfzehn wissenschaftliche Experimente dienen. Die Themen reichen von satellitengestützter Kommunikation und Aufklärung über Navigation bis zu Künstlicher Intelligenz und Datenverarbeitung direkt an Bord. Ein weiterer Schwerpunkt sind Verfahren zum Schutz satellitengestützter Navigationssysteme gegen Störungen.

Technisch basiert ATHENE-1 auf der modularen Kleinsatellitenplattform Triton-X Heavy von LuxSpace, ergänzt um eine von der Universität der Bundeswehr München entwickelte Experimentalnutzlast. Mit der Durchführung der Startkampagne hat OHB seine Tochtergesellschaft OHB Orbital Access betraut.

OHB-Chef Marco Fuchs sagte, die Mission werde wichtige Erkenntnisse für satellitengestützte Kommunikationssysteme liefern, sowohl für zivile als auch für militärische Anwendungen. Andreas Knopp, Programmleiter von SeRANIS, betonte das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller aus dem Labor in die Anwendung zu bringen und gemeinsam mit der Bundeswehr zu erproben.

Die OHB-Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 190,20 Euro und gab damit gegenüber dem Vortag rund 2,4 Prozent nach.

Der Start im Rahmen der SpaceX-Transporter-18-Mission markiert zugleich einen praktischen Test für LuxSpace als Satellitenentwickler und für OHB Orbital Access als Kampagnenverantwortlichen. Wie schnell aus den Experimenten im Orbit konkrete Fähigkeiten für die Bundeswehr werden, hängt vom Verlauf der Mission ab.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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