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China hat den internationalen Markt lange mit billigen Solarmodulen geflutet. Das ist jetzt vorbei. Ab April kostet Photovoltaik mehr.

Verbraucher müssen für Photovoltaik-Module mehr zahlen, denn China schafft die wichtigen Mehrwertsteuer-Exportrabatte zum 1. April 2026 ab. „Dadurch wird den Modulpreis um rund zehn Prozent steigen“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer des Solarunternehmens 1Komma5°. „Liegt man also bisher bei einem Balkonkraftwerk bei 600 Euro, werden es möglicherweise im Laufe des Jahres eher 660 Euro sein“, sagt ein 1Komma5°-Sprecher zu FOCUS online. 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • China kippt wichtige Exportvergünstigungen
  • Noch sind keine Auswirkungen spürbar
  • Sobald die Preissteigerung in Deutschland ankommt, kostet Photovoltaik ein Zehntel mehr
  • Verbraucher können schnell handeln und sich günstigere Module sichern

Dach-Photovoltaik mit Speicher kann je nach Anlagengröße und Ausstattung zwischen 10.000 und 22.000 Euro kosten. Hier zahlen Verbraucher also 1000 oder gar 2200 Euro drauf. Das verlängert die Amortisationsdauer, also die Zeit, bis die gesparten Stromkosten den Kaufpreis wieder hereingeholt haben.

China dominiert Photovoltaik-Markt

Hinter diesen Exportvergünstigungen steckt China, der weltweit führende Hersteller und Lieferant von Photovoltaik- und Batterieprodukte. Im vergangenen April hat der chinesische Präsident Xi Jinping dazu gesagt, dass China „die größte und vollständigste Produktionskette für neue Energietechnologien“ gebaut habe. Damit meinte er neben den erneuerbaren Energien auch unterstützende Technologie wie Batterien. 

China kontrolliert praktisch alle Schritte der Produktion von Photovoltaik. Laut der Internationalen Energieagentur hatte das „Reich der Mitte“ 2024 die folgenden Anteile an der globalen Produktion: 

  • Installation: 61 Prozent
  • Module: 78 Prozent
  • Wafer: 97 Prozent
  • Polysilizium: 86 Prozent

Photovoltaik-Flut bringt China-Konzerne in „Todeskreislauf“

Diese große Stärke war aber gleichzeitig eine erhebliche Schwäche. Chinesische Solarhersteller haben massiv überproduziert. Exportrabatte sollten die Branche im internationalen Wettbewerb stärken. Chinesische Module haben Europas Solarindustrie an den Rand der Zerstörung gebracht. 

2025 haben die fünf größten Solarunternehmen Chinas über Verluste von mehr als acht Milliarden Yuan berichtet (umgerechnet etwa eine Milliarde Euro). Der britische „Guardian“ sprach kurz darauf von einem „Todeskreislauf“, in dem sich Chinas Solarindustrie befinde. 

Einzelteile für Photovoltaik werden teurer

Fast 90 Prozent aller Solarmodule in Deutschland stammen aus China, die Bundesrepublik ist also stark abhängig von den Importen. Verbraucher können der Teuerung kaum entgehen. 1Komma5° warnt außerdem davor, dass auch die Einzelteile zum Bau von Solarmodulen teurer werden. Unter anderem betrifft das Aluminium, das aktuell 26 Prozent teurer ist als noch im Oktober 2025, Silber und der Batterie-Grundstoff Lithiumcarbonat.

Einzig bei Polysilizium gibt es eine leichte Erholung. Das Material kostet zwar immer noch 37 Prozent mehr als im Sommer 2025, ist aber nach einer Januar-Spitze wieder im Preis gefallen.

Verbraucher müssen Preisanstieg zuvorkommen

Für Verbraucher heißt all das: Wer sich überlegt, eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, muss sich beeilen. „Sobald sich die politischen Maßnahmen, Produktionskürzungen und hohen Rohstoffpreise vollständig in den Lieferketten widerspiegeln, ist mit steigenden Preisen auf dem deutschen Markt zu rechnen“, warnt Schall. 

Zuerst sollten Käufer aber prüfen, ob es sich überhaupt lohnt. Scheint genügend Sonne auf das eigene Dach oder den Balkon? Werfen andere Gebäude oder hohe Bäume einen Schatten dorthin, wo das Solarmodul liegen würde? Im Idealfall ist das Dach oder der Balkon nach Süden ausgerichtet. Für Dächer ist ein Neigungswinkel zwischen 30 und 45 Grad optimal.

Vor dem Kauf sollten Verbraucher diese Schritte befolgen: 

  • Preise vergleichen und Angebote einholen
  • Lieferzeit klären
  • Förderung prüfen

Besonders nützlich ist Photovoltaik dann, wenn Verbraucher den Strom nicht ins Netz einspeisen, sondern größtenteils selbst verbrauchen. Damit können sie etwa eine Wärmepumpe oder eine Ladestation für Elektroautos versorgen. Ein zusätzlicher Stromspeicher erlaubt es, den Strom auch nachts oder bei wolkigem Wetter zu nutzen.

So fördert Deutschland Photovoltaik-Projekte

Die KfW-Bank stellt für Solarprojekte den Kredit Nr. 270 zur Verfügung. Dieser deckt die Errichtung, Erweiterung und den Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, inklusive Planungs-, Projektierungs- und Installationskosten. Das umschließt auch Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen. 

Privatpersonen müssen aber zumindest einen Teil des erzeugten Stroms oder der erzeugten Wärme einspeisen. Der Zinssatz kann je nach Standort und der wirtschaftlichen Verhältnisse variieren. 

Lars-Eric Nievelstein

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