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Die wichtige Druschba-Pipeline liefert kein Öl mehr nach Europa. Das Wirtschaftsministerium gibt Entwarnung: Deutschland ist davon nicht betroffen.

Schon seit Ende Januar stehen die Lieferungen still – was zwei EU-Länder in Alarmbereitschaft versetzt. An slowakischen Tankstellen drohen Engpässe; das Land hat den „Erdöl-Notstand“ ausgerufen. Was heißt das für Deutschland?

EU-Abhängigkeit von Öl-Lieferungen durch „Druschba“

Zum Hintergrund: Die Druschba-Pipeline liefert normalerweise russisches Öl an Raffinerien in Ost- und Mitteleuropa. Für diejenigen Länder, die auf russische Öl-Exporte angewiesen sind, ist sie unverzichtbar. Nachdem viele andere europäische Staaten sich von diesen Exporten gelöst haben, stehen hier vor allem Ungarn und die Slowakei im Fokus. 

Kein Wunder also, dass gerade diesen beiden Ländern daran gelegen ist, die Öl-Lieferungen wieder fließen zu lassen. Mitte Februar haben sie den europäischen Nachbarn Kroatien um Unterstützung bei russischen Öl-Lieferungen gebeten; einen halben Monat lang floss schon kein Öl durch „Druschba“ Richtung EU. 

Was ist los mit der Druschba-Pipeline?

Wegen ihrer enormen Bedeutung für russische Öl-Lieferungen steht die Pipeline quasi unter Dauerbeschuss. Immer wieder fällt sie aus – zum Beispiel durch ukrainische Drohnenangriffe im Spätsommer 2025 – und kann dann für ein paar Tage kein Öl liefern. Diesmal aber hat die ukrainische Seite angegeben, ein russischer Angriff sei verantwortlich.

In Ungarn und der Slowakei sorgen diese Ausfälle regelmäßig für mediale Aufschreie und ungehaltene Reaktionen. So auch diesmal: Péter Szijjártó, der ungarische Außenminister, hatte der Ukraine im sozialen Netzwerk „X“ vorgeworfen, die Lieferungen aus „politischen Gründen“ noch zurückzuhalten. Ein paar Tage nach Szijjártós Vorwurf eskaliert der Streit weiter. Am 18. Februar berichteten deutsche Medien, dass Ungarn und die Slowakei zur Vergeltung Diesel-Importe in die Ukraine blockieren wollen.

„Lieferung aus Deutschland steht nicht zur Frage“

Könnte diese Krise auf Deutschland übergreifen? Muss die Bundesrepublik eine Verteilerrolle für Ungarn und die Slowakei einnehmen, so wie es beim Gas mit Österreich und Tschechien passiert war?

Nein, sagt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) zu FOCUS online. Die Druschba-Pipeline habe keinen Einfluss auf die Versorgung Richtung Deutschland. „Es gibt feste Verträge der Anteilseigner, eine Lieferung von Rohöl aus Deutschland steht dabei nicht zur Frage.“ Innerhalb Deutschlands sei die Versorgungssicherheit „weiter gewährleistet“.

Russlands Öl-Exporte schwächeln

Auf der Gegenseite spielt Druschba vor allem darum eine wichtige Rolle, weil sie dem Kreml Millionen an Export-Einnahmen beschert. Die russische Regierung ist von ihren Einnahmen aus Energieverkäufen mindestens so abhängig wie Ungarn und die Slowakei von Öl- und Gaslieferungen. Durch westliche Sanktionen und eine anhaltende ukrainische Angriffsserie auf russische Infrastruktur gehen diese Einnahmen aktuell immer weiter zurück. 

Das Center für Research on Energy and Clean Air (CREA) ging in einer aktuellen Analyse davon aus, dass Russland im Januar nurmehr 464 Millionen Euro pro Tag durch den Verkauf von fossilen Treibstoffen erwirtschaftet hat – was der niedrigste Wert seit Beginn der Vollinvasion in der Ukraine sei.

Lars-Eric Nievelstein

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