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  • Roche Holding AG – WKN: 855167 – ISIN: CH0012032048 – Kurs: 337,913 Fr (BX Swiss)
  • Roche Holding AG – WKN: 851311 – ISIN: CH0012032113 – Kurs: 373,600 € (XETRA)

Der Kernbetriebsgewinn (Core Operating Profit) legte auf 21,8 Mrd. CHF (erwartet 21,99 Mrd. CHF) zu, was 5% in Franken und 13% zu konstanten Wechselkursen entspricht. Beim Kerngewinn je Aktie (Core EPS) stehen 19,46 CHF (erwartet 19,71 CHF), ein Plus von 4% in Franken und 11% zu konstanten Wechselkursen. Für 2026 peilt Roche erneut ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich beim Umsatz und einen Zuwachs im hohen einstelligen Bereich beim Kernergebnis an, jeweils zu konstanten Wechselkursen.

Ausblick: Gewinn soll erneut schneller wachsen als der Umsatz

Dass der Gewinn auch 2026 wieder stärker steigen dürfte als die Erlöse, ist Teil des Kalküls. Roche setzt auf Effizienzgewinne und auf die zunehmende Schlagkraft der Pipeline, um die Lücke zu schließen, die Patentabläufe und Preisdruck in einzelnen Märkten reißen. Konzernchef Thomas Schinecker betont die operative und forschungsgetriebene Grundlage: „2025 war ein starkes Jahr für Roche.“ Zehn Wirkstoffkandidaten seien in die späte Entwicklung vorgerückt, dazu habe es eine Reihe positiver Spätphasen-Studien gegeben.

Gleichzeitig zeigt der Quartalsverlauf, wie empfindlich der Markt auf Abweichungen bei den Wachstumsträgern reagiert. Beim Augenmedikament Vabysmo, das als neuer Pfeiler das schwindende Geschäft älterer Blockbuster ersetzen soll, fiel das Wachstum im Schlussquartal zwar solide aus, blieb aber unter den Erwartungen: Die Erlöse stiegen zu konstanten Wechselkursen um 7% auf 1,04 Mrd. CHF. Jefferies-Analyst Michael Leuchten brachte das Risiko auf den Punkt: „Ein Verfehlen der Erwartungen bei Vabysmo dürfte im Fokus stehen.“ Roche verweist darauf, in den USA zusätzliche Mittel zur Patientenunterstützung bereitzustellen, nachdem ein Wettbewerber entsprechende Programme zurückgefahren habe.

Pharma zieht an, Diagnostik bremst

Die Pharmasparte lieferte 2025 den Großteil des Wachstums. Ihr Umsatz kletterte auf 47,7 Mrd. CHF, ein Plus von 3% in Franken und 9% zu konstanten Wechselkursen. Treiber waren unter anderem Ocrevus, Hemlibra, Phesgo, Xolair und Vabysmo. Ocrevus blieb mit 7,0 Mrd. CHF Umsatz der größte Einzelposten. Hemlibra kam auf 4,8 Mrd. CHF, Vabysmo auf 4,1 Mrd. CHF. Demgegenüber setzte sich der Rückgang bei reifen Produkten fort, deren Erlöse zu konstanten Wechselkursen insgesamt um rund 0,7 Mrd. CHF schrumpften.

In der Diagnostik ist das Bild deutlich gemischter. Die Division erzielte 13,8 Mrd. CHF Umsatz, das sind minus 3% in Franken, zu konstanten Wechselkursen aber ein Plus von 2%. Der entscheidende Gegenwind kommt aus China, wo Gesundheitsreformen die Preise drücken und in der Region Asien-Pazifik einen zweistelligen Rückgang auslösten. Für Roche ist das mehr als ein temporäres Ärgernis, weil die Diagnostik traditionell als stabilisierender Cashflow-Lieferant gilt. Positiv ist, dass Wachstumsfelder wie Pathologie und Molekularlösungen zulegen konnten und Roche die Innovationsfrequenz hochhält, etwa mit Sequenzierung und digitalen Anwendungen.

Pipeline: Brustkrebs und Adipositas im Rampenlicht

Die wichtigste strategische Frage bleibt, wie schnell Roche neue Therapien in den Markt bringen kann, um das Wachstum der kommenden Jahre abzusichern. Besondere Aufmerksamkeit gilt zwei Bereichen: einer Brustkrebs-Tablette und einem Einstieg in den boomenden Markt für Adipositas-Medikamente. Bei Giredestrant meldete Roche in einer Phase-III-Studie in der adjuvanten Behandlung von ER-positivem frühem Brustkrebs eine Risikoreduktion für Rückfall oder Tod um 30%. Sollte sich das in der weiteren Entwicklung und in Zulassungsverfahren bestätigen, könnte das Präparat die Behandlungspraxis in einem sehr großen Segment prägen, da ER-positive Tumoren den Großteil der Brustkrebsfälle ausmachen.

Noch größer ist der kommerzielle Sog im Adipositas-Markt. Roche will trotz späterem Start in die Spitzengruppe vorstoßen. Schinecker setzt dabei auf eine Positionierung über Kombinationstherapien und Diagnostik, um Patienten gezielter auszuwählen. Jüngste Phase-II-Daten zur wöchentlichen Injektion CT-388 sorgten für Aufmerksamkeit, weil die Gewichtsreduktion in die Nähe dessen rückt, was Marktführer wie Eli Lilly erzielen. Roche kündigte an, noch in diesem Quartal mit zulassungsrelevanten Studien zu starten und die Substanz sowohl als Monotherapie als auch in Kombination zu testen. Für Investoren ist das ein klassischer Optionswert: hohe Fantasie, aber ebenso hohe Anforderungen an Studiendesign, Sicherheit, Erstattung und Wettbewerbsdifferenzierung.

Neben Forschungserfolgen entscheidet die Makrolage über die Qualität der Berichtszahlen. Roche erzielt den Großteil der Erlöse in den USA, während ein erheblicher Kostenblock in der Schweiz anfällt. Ein schwacher Dollar trifft damit die Marge in Franken besonders stark. 2025 war der starke Franken bereits ein Bremsklotz. Dass Roche dennoch zulegen konnte, spricht für die Preissetzungsmacht in wichtigen Indikationen, aber es erhöht auch den Druck, Produktivität und Mix weiter zu verbessern.

Fazit: Roche liefert 2025 robuste operative Zahlen und legt für 2026 einen Ausblick vor, der weiteres Wachstum verspricht: Beim Umsatz im mittleren einstelligen Bereich, beim Gewinn je Aktie im hohen einstelligen Bereich, jeweils zu konstanten Wechselkursen. Die Story steht und fällt mit zwei Faktoren: erstens der Fähigkeit, neue Blockbuster wie Giredestrant und CT-388 zügig in späte Studien und Richtung Zulassung zu bringen, und zweitens der Stabilisierung der Diagnostik in einem schwierigen China-Umfeld. Nach der Kursrally würde ich mit einem Neueinstieg zunächst abwarten.

Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.

Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. CHF 61,56 63,09 65,54
Ergebnis je Aktie in CHF 19,72 20,57 21,93
KGV 18 17 16
Dividende je Aktie in CHF 9,80 10,11 10,34
Dividendenrendite 2,83% 2,89% 2,95%

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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Roche Holding AG (long)

Offenlegung der Chefredaktion der stock3 AG wegen möglicher Interessenkonflikte

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