Im ersten Halbjahr 2025 schrieb Salzgitter noch rote Zahlen. Ein Jahr später weist der Konzern vorläufigen Zahlen zufolge ein Ergebnis vor Steuern von 258 Millionen Euro aus. Der Schwenk ist so deutlich, dass der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr nach oben korrigiert hat.

Salzgitter Aktiengesellschaft

WKN 620200 · ISIN DE0006202005

Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 21. August 2026

Die Verbesserung trägt unmittelbar auf die Erwartungen für Aktionäre durch: Das Ergebnis vor Steuern soll 2026 zwischen 325 und 425 Millionen Euro liegen – bislang waren 200 bis 300 Millionen Euro das Ziel. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wurde nach oben gesetzt, auf eine Spanne von 725 bis 825 Millionen Euro nach zuvor 625 bis 725 Millionen Euro. Der erwartete Umsatz wurde von rund 9,5 auf rund 10,0 Milliarden Euro angehoben.

Im ersten Halbjahr lagen der Umsatz bei rund 4,6 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei 459 Millionen Euro – nach 117 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Den stärksten Schub lieferten laut Mitteilung die Bereiche Stahlerzeugung und Handel sowie das Segment Technologie. Hinzu kommt ein Beitrag von 193 Millionen Euro aus der Beteiligung an der Aurubis AG, die nach der IFRS-Methode der Equity-Bilanzierung in den Abschluss einfließt.

In die angehobene Prognose ist auch die Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH eingerechnet. Das Unternehmen erwartet durch die Vollkonsolidierung einen zusätzlichen Beitrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich auf das bereinigte Ergebnis, der Außenumsatz soll sich um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag erhöhen. Einmalige Effekte aus der Kaufpreisallokation sind dabei ausdrücklich ausgeklammert.

Die Kennzahlen tragen das Kürzel VX, weil Salzgitter seit dem laufenden Geschäftsjahr Bewertungseffekte einer im Oktober 2025 platzierten Umtauschanleihe – ein Instrument, das Gläubigern die Option gibt, die Anleihe gegen Aktien zu tauschen – aus den Steuerungsziffern herausrechnet. Ohne diese Bereinigung können Schwankungen in der Bewertung dieses Papiers das Ergebnis verzerren.

Die Aktie legte am Tag nach Veröffentlichung der Mitteilung auf 52,75 Euro zu, ein Anstieg von rund acht Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Den vollständigen Halbjahresbericht will Salzgitter am 11. August 2026 vorlegen – dann zeigt sich, wie belastbar die vorläufigen Zahlen sind.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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