Der Schweizer Dentalspezialist Straumann Holding AG bekommt einen neuen Konzernchef. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, tritt CEO Guillaume Daniellot zurück, Nachfolger wird Christopher Norbye. Der Wechsel erfolgt nach Angaben des Unternehmens im Rahmen eines geplanten Führungsübergangs.
Norbye übernimmt die Aufgabe mit Wirkung zum 1. Dezember. Daniellot führt sein Mandat bis Ende November zu Ende und bleibt bis dahin im Amt. Die entsprechende Ad-hoc-Mitteilung veröffentlichte Straumann am Morgen des 19. August.
Übergabe beginnt schon im Oktober
Um den Wechsel vorzubereiten, stößt Norbye bereits im Oktober zum Unternehmen. In dieser Phase soll die Übergabe organisiert werden. Daniellot wiederum begleitet den Übergang nach Unternehmensangaben aktiv und kümmert sich dabei unter anderem um die Betreuung wichtiger Kunden. Das Unternehmen betont damit die Kontinuität im Kundengeschäft – ein Punkt, der in der Dentalbranche mit ihren langfristigen Beziehungen zu Kliniken, Praxen und Fachhändlern von Bedeutung ist.
Daniellot verlässt Straumann nach knapp 20 Jahren im Unternehmen. Er hatte innerhalb der Gruppe verschiedene Aufgaben inne, bevor er an die Spitze rückte. Angaben zu den Gründen für den Rückzug oder zu einer neuen Aufgabe des scheidenden Konzernchefs enthält die Mitteilung nicht.
Der neue CEO kommt aus Schweden
Christopher Norbye wechselt vom schwedischen Kälte- und Klimatechnik-Distributor Beijer Ref zu Straumann, wo er als Chief Executive Officer tätig war. Zuvor hatte er nach Angaben aus der Mitteilung eine Führungsrolle beim schwedischen Schließtechnikkonzern ASSA ABLOY inne. Beide Unternehmen sind an der Börse in Stockholm notiert.
Bemerkenswert ist damit, dass der neue Straumann-Chef nicht aus der Medizintechnik- oder Dentalbranche kommt, sondern aus dem industriellen Vertriebs- und Distributionsumfeld. Weitere Details zur künftigen Zusammensetzung der Konzernleitung oder zu Veränderungen in der Strategie nannte das Unternehmen im Zusammenhang mit der Personalie nicht.
Halbjahreszahlen am selben Tag
Der Führungswechsel wurde parallel zur Berichterstattung über das erste Halbjahr bekannt. Straumann ist in den ersten sechs Monaten deutlich gewachsen, wobei das Geschäft laut Unternehmensangaben besonders in den Regionen EMEA – also Europa, Nahost und Afrika – sowie in Nordamerika lief. Zugleich meldete der Konzern einen höheren Gewinn, getragen vom Umsatzwachstum.
Das Management sieht sich nach eigener Darstellung auf gutem Weg, die eigenen Ziele zu erreichen. Straumann bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr. Konkrete Zielgrößen wurden in den vorliegenden Mitteilungen nicht weiter ausgeführt.
Die Kombination aus Zahlenvorlage und Personalie ist für Anleger insofern relevant, als beide Meldungen am selben Morgen veröffentlicht wurden und der Markt sie gemeinsam einordnen muss: ein bestätigter Ausblick auf der einen Seite, ein Chefwechsel mit einem Kandidaten von außen auf der anderen.
Kurs und Notierungen
Die Straumann-Aktie hatte den Handel am Dienstag an der Schweizer Börse 0,79 Prozent niedriger bei 99,66 Franken beendet. Am Mittwochmorgen notierte das Papier im Handel auf Tradegate in Frankfurt bei 105,70 Euro und damit 0,28 Prozent unter dem Vortagesschluss. Die Aktie ist unter anderem im SMI MID sowie im europäischen Auswahlindex Europa 600 vertreten und wird dem Gesundheitssektor zugeordnet.
Straumann ist im Kern auf Dentalimplantate, Zahnersatzlösungen und Kieferorthopädie ausgerichtet. Das Unternehmen mit Sitz in Basel gehört zu den international bekanntesten Anbietern in diesem Marktsegment und ist über Tochtergesellschaften und Vertriebspartner in zahlreichen Ländern präsent. Neben klassischen Implantatsystemen zählen digitale Anwendungen wie Intraoralscanner und Software für die Behandlungsplanung sowie Aligner-Produkte für die Zahnkorrektur zum Portfolio.
Was offen bleibt
Zu den finanziellen Konditionen des Wechsels, zu einer möglichen Beteiligung Daniellots an Gremien der Gruppe oder zu Anpassungen der Organisationsstruktur machte Straumann keine Angaben. Auch ein Zeitplan für eine mögliche Vorstellung strategischer Prioritäten durch den neuen CEO wurde nicht kommuniziert. Weitere Angaben zu Vergütung oder Strategieplänen nannte das Unternehmen nicht.
Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres bleibt damit vor allem entscheidend, ob Straumann die bestätigten Jahresziele erreicht. Der eigentliche Amtsübergang fällt in das Schlussquartal – Norbye übernimmt die Verantwortung erst zum Dezember und damit kurz vor dem Jahresende.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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