Die Straumann Group hat im zweiten Quartal 2026 mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 5,9 Prozent auf 707,0 Millionen Schweizer Franken, wechselkursbereinigt und organisch lag das Plus bei 8,5 Prozent. Im ersten Halbjahr kam der Basler Dentaltechnikkonzern auf einen Umsatz von 1,38 Milliarden Franken, ein Anstieg von 2,3 Prozent in Berichtswährung und von 7,8 Prozent auf organischer Basis. Die Differenz zwischen beiden Werten geht auf Währungseffekte zurück – organisches Wachstum blendet Wechselkursveränderungen sowie Zu- und Verkäufe aus.

Wachstum in allen Regionen

Das Unternehmen verzeichnete in sämtlichen Berichtsregionen Zuwächse. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika legte der Umsatz im zweiten Quartal organisch um 8,6 Prozent zu. Nordamerika wuchs organisch um 8,4 Prozent und entwickelte sich nach Unternehmensangaben trotz zurückhaltender Konsumstimmung besser als der zugrunde liegende Implantatmarkt.

In Asien-Pazifik betrug das organische Plus 7,4 Prozent. Ohne China lag das Wachstum in der Region bei 25 Prozent. Für den chinesischen Markt verweist Straumann auf einen im Vergleich zum Vorquartal verbesserten Patientenzulauf und höhere Lagerbestände der Distributoren. Am dynamischsten fiel die Entwicklung in Lateinamerika aus, wo der Umsatz organisch um 11,8 Prozent zulegte.

Implantate, Scanner und Kieferorthopädie als Treiber

Als wesentliche Wachstumstreiber nennt der Konzern die Premium- und Challenger-Implantologie, digitale Lösungen sowie die Kieferorthopädie. Das Premiumsystem iEXCEL habe in wichtigen Märkten weitere Marktanteile gewonnen und machte im ersten Halbjahr fast 40 Prozent des Premium-Implantatvolumens aus. Die Marke Neodent, die Straumann im preisgünstigeren Challenger-Segment positioniert, weitete ihre Präsenz aus.

Impulse kamen zudem aus dem Digitalgeschäft: Straumann verweist auf hohe Verkaufszahlen bei Intraoralscannern, insbesondere beim Modell SIRIOS X3, sowie auf eine steigende Nutzung der cloudbasierten Plattform Straumann AXS. Bei der Zahnschienenmarke ClearCorrect komme der Umbau hin zu einem skalierbareren und profitableren Geschäftsmodell voran.

Marge und Cashflow verbessert

Operative Skaleneffekte und Produktivitätsfortschritte wirkten sich auf die Ertragslage aus. Die Kern-EBIT-Marge erreichte zu konstanten Wechselkursen 26,9 Prozent, einschließlich Währungseffekten waren es 25,7 Prozent. Die Kennzahl beschreibt das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz.

Der Kern-Reingewinn stieg um 15,7 Prozent auf 262 Millionen Franken. Deutlich zulegen konnte auch der freie Mittelzufluss: Nach einer Phase mit hohen Kapazitätsinvestitionen erhöhte sich der Free Cashflow um 49 Prozent auf 168,6 Millionen Franken. Parallel dazu gingen die Investitionsausgaben auf 74,1 Millionen Franken zurück.

Prognose für 2026 bestätigt

An seinem zuvor angehobenen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr hält das Unternehmen fest. Straumann erwartet 2026 ein organisches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich sowie eine Verbesserung der Kern-EBIT-Marge um rund 140 bis 170 Basispunkte zu konstanten Wechselkursen. Ein Basispunkt entspricht einem Hundertstel Prozentpunkt.

Norbye übernimmt die Konzernspitze

Gleichzeitig mit den Halbjahreszahlen gab Straumann einen Wechsel an der Unternehmensspitze bekannt. Christopher Norbye übernimmt am 1. Dezember 2026 den Posten des CEO. Er folgt auf Guillaume Daniellot, der nach knapp 20 Jahren im Konzern zurücktritt, davon sieben Jahre als Vorsitzender der Konzernleitung.

Norbye kommt vom schwedischen Industriekonzern Beijer Ref und soll nach Angaben von Straumann die Strategie des profitablen, digital gestützten Wachstums fortsetzen. Eine Übergabephase beginnt bereits im Oktober, um den Wechsel vorzubereiten.

Aktie im Handel

Die Straumann-Aktie (ISIN CH1175448666, WKN A3DHHH) wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Zahlen bei 104,0 Euro und unverändert gehandelt – erfasst am 20. August 2026 um 8:00 Uhr auf der Handelsplattform Lang & Schwarz. Auf Sicht von zwölf Monaten weist das Papier laut den verfügbaren Kursdaten ein Plus von 1,22 Prozent aus, über drei Jahre steht ein Minus von 23,90 Prozent zu Buche.

Quelle: Nachrichten Ticker – Kategorie: Aktien & Indizes – www.wallstreet-online.de

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Teilen.

berichtet über Aktien, Indizes und Makro-Trends mit Fokus auf klare Einordnung und praktische Relevanz. Sein/ Ihr Schwerpunkt: Marktbewegungen verstehen, Chancen und Risiken transparent machen – ohne unnötigen Lärm.

Einen Kommentar hinterlassen

/* Remove related articles only from post 95581 */ body.postid-95581 section.related-posts { display: none !important; }
Exit mobile version