Die STS Group AG hat ihren Halbjahresbericht 2026 vorgelegt. Der im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierte Automobilzulieferer steigerte den Konzernumsatz um 9,3 Prozent auf 156,8 Millionen Euro, nach 143,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Alle drei Segmente trugen zum Wachstum bei. Der Vorstand bestätigte die Jahresprognose, kündigte für die zweite Jahreshälfte aber eine schwächere Geschäftsdynamik an.

Plastics liefert größten absoluten Zuwachs, China wächst am stärksten

Den größten absoluten Beitrag zum Umsatzanstieg leistete das Segment Plastics: Die Erlöse legten um 11,0 Millionen Euro auf 130,7 Millionen Euro zu, ein Plus von 9,2 Prozent. Die höchste Wachstumsrate erzielte das Segment China mit 26,1 Prozent auf 19,5 Millionen Euro. Das Segment Materials kam auf 17,2 Millionen Euro nach 15,8 Millionen Euro, ein Zuwachs von 8,9 Prozent.

Regional stützten laut Unternehmen vor allem der Euroraum und China die Entwicklung. Auch das US-Werk habe einen wichtigen Beitrag geleistet, nachdem dort die operative Stabilisierung fortgeschritten sei. In Mexiko lagen die Umsatzerlöse leicht unter dem Vorjahresniveau. Als Treiber nennt STS eine steigende Nachfrage von Nutzfahrzeugkunden in China und Europa.

EBITDA-Marge auf 9,5 Prozent

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 3,9 Millionen Euro auf 14,9 Millionen Euro, gegenüber 11,0 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Die EBITDA-Marge stieg von 7,7 auf 9,5 Prozent. Das Unternehmen führt dies auf Ergebnisbeiträge aus China, dem Euroraum und dem US-Werk sowie auf Kosteneffekte der in den vergangenen Jahren eingeleiteten Effizienzmaßnahmen zurück. In Mexiko lag das EBITDA trotz rückläufiger Erlöse leicht über dem Vorjahreswert.

Auf Segmentebene erhöhte sich das EBITDA in Plastics um 32,4 Prozent auf 12,3 Millionen Euro und in China um 57,3 Prozent auf 1,8 Millionen Euro. Das Segment Materials verharrte bei 0,8 Millionen Euro.

Bei stabilen Abschreibungen, geringeren Finanzaufwendungen und höheren Steuern erzielte STS ein positives Konzernergebnis von 2,6 Millionen Euro nach einem Verlust von 0,7 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie belief sich unverwässert und verwässert auf 0,40 Euro, im Vorjahreszeitraum hatte es bei minus 0,11 Euro gelegen.

Nettofinanzschulden nahezu halbiert

Die Bilanzkennzahlen verbesserten sich ebenfalls. Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. Juni 2026 auf 46,7 Millionen Euro, verglichen mit 42,9 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Neben dem positiven Konzernergebnis wirkten dabei Währungseffekte. Die Eigenkapitalquote lag bei 19,0 Prozent nach 18,9 Prozent.

Die frei verfügbaren Zahlungsmittel stiegen um 9,3 Millionen Euro auf 44,9 Millionen Euro. Der Netto-Cashflow aus operativer Tätigkeit erreichte 19,0 Millionen Euro nach 9,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum; dazu trugen das verbesserte Konzernergebnis, ein leichter Mittelzufluss aus dem Net Working Capital und höhere Zuflüsse aus der Veränderung sonstiger Schulden bei. Die Nettofinanzschulden sanken um 9,1 Millionen Euro auf 10,9 Millionen Euro, nach 20,0 Millionen Euro zum 31. Dezember 2025. Das entspricht einem Rückgang um 45,5 Prozent und ist im Wesentlichen auf den höheren Kassenbestand zurückzuführen.

Neues Werk in Taixing soll 2026 anlaufen

Im Fokus der Investitionstätigkeit steht der Aufbau eines neuen Standorts in Taixing in China. Der Produktionsstart ist nach aktuellem Plan noch für 2026 vorgesehen. Errichtet wird das Werk von Gesellschaften der Adler Pelzer Group; die Produktionsflächen sollen anschließend gemeinsam von Adler Pelzer und STS genutzt werden. Das Unternehmen verweist auf Synergien und eine effizientere Nutzung von Flächen und Investitionen. Mit dem Standort will STS zugleich das Geschäft mit Pkw-Kunden, insbesondere in der Elektromobilität, ausbauen.

„Trotz des weiterhin anspruchsvollen und regional uneinheitlichen Marktumfelds konnten wir im ersten Halbjahr 2026 eine sehr gute Geschäftsentwicklung erzielen“, so Alberto Buniato, CEO der STS Group AG.

Prognose 2026 bestätigt

Der Vorstand bestätigte die im Geschäftsbericht 2025 veröffentlichte Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach werden Konzernumsatzerlöse auf dem Niveau des Vorjahres von 292 Millionen Euro erwartet. Die EBITDA-Marge soll leicht ausgebaut werden und sich im höheren einstelligen Prozentbereich stabilisieren, das EBITDA leicht über dem Vorjahreswert von 23,0 Millionen Euro liegen. Für das zweite Halbjahr rechnet STS mit einer gegenüber dem ersten Halbjahr abgeschwächten Geschäftsdynamik.

Die Prognose steht nach Angaben des Unternehmens unter dem Vorbehalt, dass sich die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen nicht nachhaltig weiter verschlechtern. Als wesentliche Unsicherheiten nennt STS die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise, möglicherweise gestörte Lieferketten, handelspolitische Maßnahmen sowie die regional unterschiedliche Nachfrage auf den Nutzfahrzeugmärkten.

Die STS Group beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter und produziert Kunststoff-Spritzguss sowie Komponenten aus Verbundwerkstoffen (Sheet Molding Compound) in Frankreich, Deutschland, Mexiko, China und den USA. Zum Kundenkreis zählen Hersteller von Nutzfahrzeugen, Pkw und Elektrofahrzeugen. Der Halbjahresbericht steht auf der Unternehmenswebsite zum Download bereit.

Quelle: FinanzNachrichten.de: Aktuelle Nachrichten

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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