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- Symrise AG – WKN: SYM999 – ISIN: DE000SYM9999 – Kurs: 70,840 € (XETRA)
Wenn man so will, ist es bereits die dritte Warnung des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2025 und bildet damit den Abschluss eines Horrorjahres für die Aktionäre. Parallel dazu kündigt der Vorstand erstmals ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 400 Mio. EUR an. Die Maßnahmen markieren eine Zäsur in der Portfoliostrategie und senden zugleich ein deutliches Signal an den Kapitalmarkt.
Symrise ist ein internationaler Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen sowie von funktionalen Inhaltsstoffen. Das Unternehmen beliefert vor allem die Lebensmittel-, Getränke-, Kosmetik-, Parfüm-, Haushalts- und Pharmaindustrie.
Hohe Abschreibungen belasten Ergebnis, nicht den Cashflow
Den größten Ergebniseffekt verursacht der geplante Verkauf des Terpengeschäfts. Symrise befindet sich nach eigenen Angaben in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren Interessenten in einem strukturierten Bieterprozess. Auf Basis der bislang vorliegenden Angebote wird das Geschäft nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten bilanziert. In der Folge nimmt der Konzern im vierten Quartal 2025 eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von rund 145 Mio. EUR vor. Diese mindert das EBIT entsprechend, ohne Auswirkungen auf Liquidität oder operatives Geschäft.
Hinzu kommt eine weitere, noch deutlichere Belastung aus dem Beteiligungsportfolio. Wertverluste an der börsennotierten schwedischen Gesellschaft Swedencare AB führen nach vorläufigen Berechnungen zu einer Abweichung von den bisherigen Kapitalmarkterwartungen. Symrise wird die Beteiligung im Schlussquartal 2025 um etwa 150 Mio. EUR wertberichtigen. Dieser Effekt schlägt auf das EBITDA durch. Beide Abschreibungen sollen in der externen Berichterstattung bereinigt dargestellt werden.
Damit ordnet der Konzern die Maßnahmen als konsequente Fortsetzung der Fokussierung ein. Das Terpengeschäft gilt seit Längerem als nicht zum Kerngeschäft gehörend. Mit dem geplanten Verkauf will Symrise Kapital freisetzen und die Komplexität im Portfolio reduzieren. Gleichzeitig erhöht die Wertberichtigung auf Swedencare die Transparenz über den tatsächlichen Wert der Finanzbeteiligungen.
Trotz der bilanziellen Belastungen sieht sich das Management finanziell gut gerüstet. Der freie Cashflow ist nach Unternehmensangaben stark, zusätzliche Mittel erwartet Symrise aus weiteren Portfoliomaßnahmen. Die Liquiditätslage bleibt unberührt.
Erster Aktienrückkauf der Unternehmensgeschichte
Vor diesem Hintergrund beschließen Vorstand und Aufsichtsrat ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 400 Mio. EUR. Das Programm läuft vom 1. Februar bis zum 31. Oktober 2026 und dient der Einziehung eigener Aktien mit entsprechender Herabsetzung des Grundkapitals.
Vorstandschef Jean-Yves Parisot spricht von einem „wichtigen Schritt, um Unternehmenswerte freizusetzen“ und verweist auf das Vertrauen in die eigene Zukunft. Die aktuelle Bewertung der Aktie biete eine attraktive und risikoarme Gelegenheit, Kapital effizient einzusetzen. Gleichzeitig betont der Konzern, dass Investitionen in organisches Wachstum, strategische Übernahmen und eine starke Bilanz weiterhin Priorität haben.
Fazit: Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre wurde die Symrise-Aktie mit einem KGV von 31 bewertet. Aktuell müssen Anleger aber „nur“ ein KGV von 18 bezahlen. Das ist genau der richtige Zeitpunkt für einen Aktienrückkauf! Das Gröbste dürfte endlich durch sein. Das Management muss aber jetzt endlich anfangen, wieder verlässlich zu liefern. Antizyklisch orientierte Anleger können eine Wette mit Stoppkurs 65 EUR eingehen. Früher als Qualitätsunternehmen gefeiert, hat Symrise vom Image her schwer gelitten. Das freut den Antizykliker.
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| Jahr | 2025e* | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 4,93 | 5,07 | 5,35 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 3,69 | 4,00 | 4,40 |
| KGV | 20 | 18 | 16 |
| Dividende je Aktie in EUR | 1,28 | 1,37 | 1,49 |
| Dividendenrendite | 1,78% | 1,90% | 2,07% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |
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27 Kommentare
Der Verkauf des Terpengeschäfts scheint eine klare strategische Entscheidung zu sein, da es nicht zum Kerngeschäft gehört. Wie lange laufen die Gespräche mit den Interessenten schon?
Symrise beliefert so viele verschiedene Industrien – ist das nicht auch eine Stärke, die das Unternehmen widerstandsfähiger macht gegenüber konjunkturellen Schwankungen?
Die Aussage, dass die Abschreibungen ’nicht zahlungswirksam‘ sind, ist beruhigend, aber wie hoch ist der tatsächliche Einfluss auf das ausgewiesene Ergebnis und damit auf die Wahrnehmung der Anleger?
Die Wertberichtigung auf Swedencare AB ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Beteiligung nicht die erwartete Rendite bringt. Das sollte man sich für zukünftige Investitionen merken.
Die angekündigte Wertberichtigung von 150 Mio. EUR auf Swedencare AB ist besorgniserregend; deutet das auf eine Fehleinschätzung bei der ursprünglichen Beteiligung hin?
Die Ankündigung des Aktienrückkaufprogramms wirkt angesichts der vorherigen Gewinnwarnungen etwas widersprüchlich. Ist das wirklich der richtige Zeitpunkt dafür?
Der freie Cashflow ist stark, das ist positiv. Aber wie sieht es mit den Investitionen in Forschung und Entwicklung aus? Werden diese dadurch beeinträchtigt?
Gute Frage! Innovation ist in dieser Branche entscheidend, und Kürzungen hier könnten langfristig schaden.
Jean-Yves Parisot spricht von ‚Unternehmenswerte freisetzen‘. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Aktie unterbewertet ist, oder eine Rechtfertigung für das Rückkaufprogramm?
Die dritte Gewinnwarnung für 2025 lässt mich skeptisch werden. Kann das Management die Strategie wirklich erfolgreich umsetzen, oder sind weitere negative Überraschungen zu erwarten?
Ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 400 Mio. EUR nach einem so schwierigen Jahr – ist das nicht ein riskantes Unterfangen, besonders wenn weitere Portfoliomaßnahmen nötig sind, um den Cashflow zu stärken?
Die Tatsache, dass Symrise in einem strukturierten Bieterprozess für das Terpengeschäft ist, deutet auf ein starkes Interesse hin. Erwartet man dadurch einen besonders guten Preis?
Ich finde es gut, dass Symrise das Terpengeschäft verkaufen will, um die Komplexität zu reduzieren, aber wie wird sich das auf die langfristige Innovationsfähigkeit auswirken?
Ich bin kein Experte, aber die Kombination aus Abschreibungen und Rückkaufprogramm klingt nach einem Versuch, den Aktienkurs künstlich zu stützen. Hoffentlich täusche ich mich.
Die Belastung durch Swedencare AB in Höhe von 150 Mio. EUR ist erheblich. Gibt es Pläne, die Beteiligung komplett aufzulösen, wenn sich die Situation nicht verbessert?
Die Wertberichtigung von 145 Mio. EUR auf das Terpengeschäft ist zwar nicht zahlungswirksam, aber sie zeigt, dass die bisherige Bewertung zu optimistisch war. Das ist ehrlich, aber schmerzhaft für die Aktionäre.
Absolut, die Transparenz ist wichtig, aber der Zeitpunkt ist unglücklich. Es wirft Fragen nach der Sorgfaltspflicht bei früheren Akquisitionen auf.
Ein Aktienrückkaufprogramm in dieser Größenordnung könnte den Aktienkurs kurzfristig stützen. Aber ist das nachhaltig, wenn die fundamentalen Probleme nicht gelöst sind?
Ich bin gespannt, wie sich die regulatorischen Änderungen, die im Artikel erwähnt werden, auf Symrise auswirken werden. Gibt es hier potenzielle Risiken oder Chancen?
Ich frage mich, ob die 23% Tourismussteigerung, die in anderen Branchen beobachtet wird, Symrise ebenfalls zugutekommen wird, da sie Zulieferer für die Kosmetikindustrie sind.
Die Erwähnung des IFRS 5 Standards im Zusammenhang mit dem Terpengeschäft ist wichtig. Das zeigt, dass Symrise die Rechnungslegungsstandards einhält und transparent agiert.
Ich bin gespannt, wie sich die Bereinigung der Abschreibungen in der externen Berichterstattung auswirken wird. Wird das Bild dadurch wirklich klarer, oder nur verzerrt?
Die Aussage, dass die Liquiditätslage unberührt bleibt, ist beruhigend. Aber wie lange wird das so bleiben, wenn die Verkaufsgespräche für das Terpengeschäft länger dauern als erwartet?
Es ist interessant, dass dies der erste Aktienrückkauf in der Unternehmensgeschichte ist. Warum hat man diesen Schritt bisher vermieden, trotz potenzieller Wertsteigerung?
Die Fokussierung auf das Kerngeschäft durch den Verkauf des Terpengeschäfts ist nachvollziehbar. Welche anderen Portfoliomaßnahmen sind geplant, um den Cashflow weiter zu verbessern?
Ich bin neu bei Symrise und finde es gut, dass das Unternehmen seine Strategie überdenkt und sich stärker auf das Kerngeschäft konzentriert. Das gibt mir Hoffnung.
Die Tatsache, dass der Vorstand das Rückkaufprogramm beschlossen hat, deutet auf ein gewisses Vertrauen in die zukünftige Entwicklung hin. Aber reicht dieses Vertrauen aus, um die Risiken zu kompensieren?