Das Ölangebot dürfte die Ölnachfrage im Jahr 2026 deutlich übertreffen (siehe Grafik 2). Letztere dürfte laut Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) um rund 860.000 Barrel pro Tag steigen und damit ähnlich stark wie 2025. Das globale Nachfragewachstum hat sich in den vergangenen Jahren erheblich abgeschwächt, weil die Ölnachfrage in China weniger stark wächst. Das daraus resultierende Überangebot dürfte zu einem Anstieg der Lagerbestände führen. Dass die kommerziellen Ölvorräte in den OECD-Ländern bislang nur leicht gestiegen sind, liegt vor allem an den Vorratskäufen Chinas. China hat im Jahr 2025 mehr Rohöl importiert, als es für den Eigenbedarf benötigt hat. Das hat dazu beigetragen, das sichtbare Überangebot am Ölmarkt zumindest teilweise zu absorbieren, da zu den Lagerbeständen in China keine offiziellen Daten berichtet werden. Zudem ist die Menge von in Tankern auf See lagerndem Rohöl (Floating Storage) deutlich gestiegen. Ende November erreichte sie laut Daten des Analysehauses Vortexa ein 5-Jahres-Hoch von 130 Millionen Barrel. Die Frage ist daher, ob die Vorratskäufe Chinas auch im neuen Jahr im selben Ausmaß anhalten werden. Falls nicht, dürfte sich das Überangebot in stärker steigenden Lagerbeständen außerhalb Chinas und damit auch in den OECD-Ländern niederschlagen, was die Ölpreise belasten würde. Gleiches gilt, falls das in Tankern lagernde Öl an Land gelangt.

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