Statt des erwarteten Zuwachses von 80.000 gingen die Neueinstellungen im Juli um 23.000 zurück. Das Beschäftigungswachstum wurde für die vergangenen beiden Monate um insgesamt 103.000 nach unten korrigiert. Die Arbeitsplatzverluste konzentrierten sich auf den öffentlichen Dienst (-53.000), das Freizeit- und Gastgewerbe (-40.000) sowie den Finanzsektor (-14.000). Die einzigen Sektoren, die nennenswerte Zuwächse verzeichneten, waren das Gesundheitswesen (+23.000) und das Baugewerbe (+22.000), wobei es sich bei Letzterem hauptsächlich um den Nichtwohnungsbau handelte. Die Arbeitslosenquote sank von 4,2 auf 4,1 Prozent, was auf einen Rückgang der Erwerbsquote zurückzuführen war, die von 61,5 auf 61,4 Prozent fiel. Die Zahl der Arbeitslosen blieb mit 6,9 Millionen weitgehend unverändert. Das Lohnwachstum schwächte sich weiter ab; die durchschnittlichen Stundenlöhne sanken im Jahresvergleich von 3,4 auf 3,2 Prozent, was mit einem nachlassenden Inflationsdruck im Einklang steht.
Der Bericht sendet eine klare Botschaft an die Zentralbanker. Ein gleichzeitiger Rückgang von Arbeitsnachfrage und -angebot signalisiert in der Regel eine Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit. Angesichts der aktuellen Situation scheinen einige Arbeitskräfte entmutigt zu sein, eine Beschäftigung zu suchen. Doch auch der demografische Wandel und niedrigere Migrationsraten könnten eine Rolle spielen. Auf der Nachfrageseite halten sich die Unternehmen möglicherweise zurück, da sie mit höheren Kosten zu kämpfen haben, die sich nur schwer weitergeben lassen. Alternativ könnten sie ihren Bedarf an Arbeitskräften angesichts der KI neu überdenken. Aus der Perspektive der informationseffizienten Marktphilosophie von Fed-Chef Kevin Warsh deutet die erste Marktreaktion darauf hin, dass die Fed bei ihrer kommenden Sitzung die Leitzinsen wahrscheinlich unverändert lassen wird, anstatt diese anzuheben. Dennoch bleibt unklar, wie die neue Fed auf das zunehmende Risiko einer stagflationsähnlichen Situation reagieren wird. Die Daten stützen erneut unsere Prognose, dass die Leitzinsen in diesem Jahr unverändert bleiben werden, doch das politische Risiko bleibt bestehen.
Christian Scherrmann, Chefvolkswirt USA
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