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Das Urteil gegen die US-Zölle erleichert die Märkte. Investoren blicken gebannt nach China. Und Europa muss Geopolitik und Geschäftsklima gleichermaßen im Blick haben.

Die Handelswoche stand zunächst noch unter dem Eindruck der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in den USA, der einen Großteil der im vergangenen Jahr eingeführten Zölle für rechtswidrig erklärt hat. Ein erstes Aufatmen an den Märkten wich in der abgelaufenen Woche der Überzeugung, dass Zölle trotz der höherer rechtlicher Hürden Zölle weiterhin ein Mittel der US-Regierung bleiben, um eigene geopolitische Interessen offensiv durchzusetzen. Generelle Zölle sind vom US-Präsident bereits avisiert. Von dieser Seite bleibt es für deutsche und europäische Unternehmen weiterhin herausfordernd. 

China dürfte sein Wachstumsziel wohl herunterschrauben

Das Stichwort „Herausforderung“ tauchte auch auf der China-Reise von Bundeskanzler Merz wiederholt auf. Mit Macht, hohen Kapazitäten und erschwerten Beziehungen zu den USA drängen chinesische Industrieunternehmen verstärkt nach Europa. 

In der nächsten Woche beginnt in China der Nationale Volkskongress. Wohl dürfte das Wirtschaftswachstumsziel auf eine Spanne von 4,5 bis 5,0 Prozent leicht heruntergenommen werden. 

Im neuen 15. Fünfjahresplan sollten neben wirtschaftlicher Stabilität insbesondere technologischen Fortschritt im Zentrum stehen. Digitalisierung, KI und Robotik sind Stichworte, die die Märkte in der abgelaufenen Woche im Blick hatten. 

Märkte setzen auf chinesische Tech-Schwergewichte

Dabei stehen die Märkte am Ende einer starken US-Berichtssaison und doch haben die sehr hohen Erwartungen an die dortigen Tech-Schwergewichte Kursfreudensprünge ausbleiben lassen. 

Unsicherheiten über die Auswirkungen von KI auf andere Branchen bleiben ein marktrelevantes Thema. Die digitalen Zukunftsthemen werden maßgeblich über Wohlstand von Volkswirtschaften entscheiden. Hier muss sich Europa zwischen den großen Blöcken USA und China seinen Platz noch erarbeiten.

Geopolitik und Geschäftsklima werden wichtiger

Der Blick nach vorn wird von den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran beeinflusst. Noch ist ein Durchbruch nicht zu erkennen, und das Ultimatum der USA bis nächste Woche droht weiterhin. Hinter einer möglichen militärischen Eskalation im Iran würden Konjunkturindikatoren natürlich zurückstehen. 

Ungeachtet dessen hat die unlängst gemeldete Verbesserung beim ifo-Geschäftsklima und die zuletzt stärker gefüllten Auftragsbücher deutscher Industrieunternehmen für eine konjunkturelle Besserung gesprochen. Sollte es bei der Veröffentlichung der Auftragseingänge zum Rückgang kommen, wäre das nach hohen Großaufträgen zuvor kein Beinbruch. Ein moderater Beschäftigungsaufbau in den USA dürfte die Märkte zum Wochenschluss ebenfalls kaum in Bewegung versetzen.

Ulrich Kater

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