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Nach den Ereignissen am Wochenende in Venezuela, bringen sich die Investoren für das marode Land in Stellung. Die Ölindustrie wird die Szenerie anführen. Wir werfen einen Blick auf die Protagonisten und sagen, warum das für Deutschland Chancen birgt. Zunächst einen Blick auf die Fakten, dann auf die Szenarien und zuletzt auf das, was nicht offensichtlich ist, am Markt aber schon Wirksamkeit entfaltet.

Wir sind jetzt besser informiert über Venezuela als noch vor dem Wochenende. Das Land hat mit 300 Mrd. Barrel die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt. Zum Vergleich: das in vielen Köpfen als Öl-Land Nummer eins verankerte Saudi-Arabien folgt mit 260 Mrd. Barrel auf Platz zwei. Aktuell produziert Venezuela aber nur 700.000 bis 800.000 Barrel pro Tag. In Spitzenzeiten waren es mehr als 3 Mio. Barrel pro Tag. Saudi-Arabien schafft aktuell hingegen um 10 Mio. Barrel pro Tag.

Wird die ökonomische & politische Blockade in Form bestehender Sanktionen nun gelöst, macht das den Weg für Investitionen frei. Mittelfristig wird das zur Expansion der Fördermenge führen und langfristig zu einem höheren Ölangebot weltweit. Kurzfristig ist aber kaum mit zusätzlichen Fördermengen zu rechnen, da die Infrastruktur marode ist und Investitionssicherheit und Fachpersonal fehlen. Der Wiederaufbau der Ölindustrie in Venezuela wird unter der Führung von US-Unternehmen stattfinden. Das eröffnet ein erhebliches Investitionsvolumen entlang der gesamten Ölwertschöpfungskette. Wer profitiert davon?

Als operativ gut positioniert gilt CHEVRON, das bereits vor Ort tätig ist, über bestehende Strukturen verfügt und für rund ein Drittel der venezolanischen Produktion steht. Doch größere Chancen könnten sich für spezialisierte Ölfelddienstleister ergeben, da sie unabhängig von Eigentumsfragen tätig werden können. Analysten gehen davon aus, dass Milliardeninvestitionen nötig wären, um die Produktion nachhaltig zu steigern. Ein neuer Capex-Zyklus wäre die Folge. Unternehmen wie SCHLUMBERGER und HALLIBURTON verfügen über umfassende Erfahrung bei komplexen Schwerölprojekten – teils auch in Venezuela – wie im Orinoco-Gürtel. Hier schlummert das strategische Potenzial für ausgewählte Energie- und Servicekonzerne. Beide Titel notieren heute im europäischen Handel neun bzw. elf Prozent fester.

Darüber brauchen wir uns hierzulande keine Gedanken zu machen, weil Deutschland solche Konzerne nicht hat. Das sieht in Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden anders aus. Aber momentan fehlt angesichts der Gemengelage die Fantasie, wie europäische Konzerne profitieren können. Für US-Unternehmen mit Expertise in den genannten Bereichen offenbart sich hingegen eine Chance. Wer dort mitspielen möchte, kann sich die oben genannten Protagonisten anschauen. Wir weisen in dem Zusammenhang aber darauf hin, dass das auch letztes Jahr schon nicht geklappt hat. Trotz KI-Hype und US-Dominanz in Technologie und Militär hat der DAX letztes Jahr in Euro gerechnet doppelt so gut performt wie die US-Indizes, nicht zuletzt auch wegen der Dollarschwäche.

Wir hatten es heute Vormittag im Marktbericht schon angerissen: Der DAX reagiert mit Kursaufschlägen und hat heute Vormittag gegen kurz vor 10 Uhr bei 24.825 Punkten ein neues Allzeithoch markiert. Das deutsche Börsenbarometer schreibt damit den Trend der Outperformance gegenüber der Wall Street weiter fort: 2025 war besser, der Dezember war besser und der Jahresauftakt 26 ist besser.



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18 Kommentare

  1. Die Abhängigkeit von US-Unternehmen für den Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie wirft die Frage auf, wie groß der politische Einfluss auf diese Projekte sein könnte. Ist eine unabhängige Entwicklung Venezuelas überhaupt möglich?

  2. Karl F. Müller am

    Der Artikel betont die Bedeutung von US-Unternehmen, insbesondere Chevron, bei der möglichen Revitalisierung der venezolanischen Ölindustrie. Ist es wahrscheinlich, dass andere amerikanische Firmen, trotz politischer Risiken, ebenfalls investieren werden, oder dominiert Chevron das Feld?

  3. Lukas Schäfer am

    Die Erwähnung des Orinoco-Gürtels als Gebiet mit strategischem Potenzial ist wichtig. Könnte der Fokus auf dieser Region die Komplexität des Wiederaufbaus reduzieren, da dort bereits Erfahrungen mit Schwerölprojekten vorhanden sind?

  4. Die Aussage, dass europäische Konzerne derzeit keine Fantasie haben, wie sie von der Situation profitieren könnten, klingt frustrierend. Gibt es keine Möglichkeiten für strategische Partnerschaften oder Investitionen in die vorgelagerten Bereiche der Ölwertschöpfungskette?

  5. Die Tatsache, dass Venezuela 300 Milliarden Barrel Ölreserven hat, während Saudi-Arabien nur 260 Milliarden besitzt, ist erstaunlich. Könnte diese Reservenmenge in Zukunft eine Verschiebung der globalen Ölpolitik bewirken, wenn die Infrastruktur erst einmal wieder funktioniert?

    • Das ist durchaus möglich, aber die Abhängigkeit von US-Unternehmen für den Wiederaufbau könnte Venezuelas Verhandlungsposition schwächen.

  6. Die heutige Kurssteigerung von Schlumberger und Halliburton um 9 bzw. 11 Prozent ist ein deutliches Signal, dass der Markt die Chancen in Venezuela bereits einpreist. Bleibt abzuwarten, ob sich diese Dynamik auch tatsächlich in nachhaltigen Investitionen und Produktionssteigerungen manifestiert.

  7. Es ist interessant zu beobachten, wie geopolitische Ereignisse wie in Venezuela den DAX beeinflussen können. Auch wenn Deutschland nicht direkt involviert ist, scheint die Erwartung einer gesteigerten Ölförderung die Stimmung zu heben.

  8. Die Tatsache, dass ein Capex-Zyklus notwendig sein wird, mit Milliardeninvestitionen, ist eine große Hürde. Wer wird diese Summen aufbringen und welche Renditeerwartungen haben diese Investoren?

  9. Peter Schneider am

    Es ist gut, dass der Artikel die Diskrepanz zwischen dem KI-Hype und der tatsächlichen Performance des DAX im Vergleich zu den USA aufzeigt. Venezuela könnte hier ein Katalysator für eine andere Entwicklung sein.

  10. Ich finde es bemerkenswert, dass der Artikel nicht nur die Chancen, sondern auch die Schwierigkeiten und Risiken der Investition in Venezuela hervorhebt. Die marode Infrastruktur und der Fachkräftemangel sind ernst zu nehmende Probleme.

  11. Jonas Hoffmann am

    700.000 bis 800.000 Barrel Ölproduktion pro Tag im Vergleich zu den 3 Millionen Barrel in Spitzenzeiten – das zeigt das enorme Potenzial, aber auch die Herausforderung für einen Wiederaufbau. Wie realistisch ist der Zeitrahmen für die Steigerung der Produktion, angesichts des Mangels an Investitionssicherheit und Fachkräften?

  12. Die Sanktionen scheinen der Schlüssel zur Entfaltung von Investitionen zu sein. Wann und unter welchen Bedingungen ist mit einer vollständigen Aufhebung oder zumindest einer Lockerung der Sanktionen zu rechnen?

  13. Es ist auffällig, dass Deutschland von dieser Entwicklung kaum direkt profitieren wird, da es keine vergleichbaren Ölfeld-Dienstleister wie Chevron, Schlumberger oder Halliburton gibt. Das betont die Notwendigkeit, die europäische Energieinfrastruktur strategisch zu überdenken.

  14. Wenn Venezuela seine Ölproduktion auf das Niveau von Saudi-Arabien anheben könnte, welche Auswirkungen hätte das auf die globalen Ölpreise und die Energiewende?

  15. Der Vergleich der Ölreserven zwischen Venezuela und Saudi-Arabien ist sehr aufschlussreich. Das impliziert, dass Venezuela potenziell ein wesentlich bedeutenderer Akteur auf dem Weltölmarkt sein könnte, wenn es die Probleme bewältigt.

  16. Ich bin skeptisch, ob der Wiederaufbau der Ölindustrie in Venezuela tatsächlich so reibungslos verlaufen wird. Der Artikel erinnert daran, dass ähnliche Versuche im letzten Jahr bereits gescheitert sind. Welche konkreten Faktoren haben damals zum Scheitern geführt und wie können diese jetzt vermieden werden?

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