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Elon Musk und Mark Zuckerberg könnten Luxusvillen problemlos bar bezahlen. Trotzdem greifen Superreiche wie sie bewusst zur Hypothek – aus verschiedenen finanziellen Gründen.

Selbst extrem vermögende Menschen bezahlen ihre Immobilien oft nicht vollständig aus eigener Tasche. Stattdessen setzen viele Milliardäre bewusst auf Hypotheken – obwohl sie die Häuser problemlos bar kaufen könnten.

Ein Beispiel ist Tesla-Chef Elon Musk. Nach einem Bericht der „Los Angeles Times“ nahm er für mehrere Immobilien in Kalifornien Kredite auf, darunter eine Hypothek über rund 61 Millionen Dollar bei der US-Bank Morgan Stanley.

Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich: Warum sollte jemand mit einem riesigen Vermögen Schulden aufnehmen? Finanzexperten wissen jedoch, dass dahinter oft eine klare Strategie steckt.

Superreiche denken anders über Verschuldung

Ein Großteil des Vermögens sehr reicher Menschen steckt in Investments wie Aktien, Unternehmensanteilen oder Anleihen – nicht in Bargeld. „Ultra-vermögende Personen denken anders über Liquidität und Verschuldung“, erklärt Miltiadis Kastanis vom Immobilienunternehmen Compass gegenüber dem Magazin „Fortune“. 

Statt Kapital komplett in einer Immobilie zu binden, lasse man das Geld lieber weiter für sich arbeiten – etwa in Unternehmen, Wertpapieren oder andere Anlagen.

Warum Hypotheken für Reiche sinnvoll sein können

Finanzexperten nennen mehrere Gründe, warum selbst Milliardäre Immobilien oft finanzieren statt bar zu bezahlen:

  • Kapital bleibt investiert: Geld kann weiter in Aktien, Unternehmen oder andere Anlagen investiert bleiben.
  • Höhere mögliche Rendite: Wenn Investments mehr Ertrag bringen als der Hypothekenzins kostet, lohnt sich die Finanzierung wirtschaftlich.
  • Niedrige Zinsen: Besonders in den 2010er-Jahren konnten viele Vermögende Kredite zu extrem niedrigen Zinssätzen sichern.
  • Steuerliche Vorteile: In den USA können Hypothekenzinsen teilweise steuerlich abgesetzt werden.
  • Inflation: Steigende Preise können die reale Belastung langfristiger Schulden verringern.

Investitionen sollen weiter Rendite bringen

Auch Meta-Chef Mark Zuckerberg nutzte eine solche Strategie. Laut dem US-Sender CNBC refinanzierte er 2012 sein Haus im kalifornischen Palo Alto mit einer variabel verzinsten 30-Jahres-Hypothek zu rund 1,05 Prozent.

Bei so niedrigen Zinsen sei es wirtschaftlich oft sinnvoller, das eigene Kapital in Investments zu lassen, statt es vollständig in eine Immobilie zu stecken. „Wenn jemand erwartet, dass seine Anlagen mehr Rendite bringen als der Hypothekenzins kostet, ergibt es finanziell mehr Sinn, die Immobilie zu finanzieren“, so Kastanis.

Neben der möglichen Rendite spielt auch die steuerliche Behandlung eine Rolle. In den USA können Hypothekenzinsen unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abgesetzt werden, was die effektiven Kreditkosten senken kann.

Inflation kann Schulden langfristig entwerten

Ein weiterer Faktor ist die Inflation. Steigen Preise über Jahre hinweg, verliert Geld an Wert. Kredite, die heute aufgenommen werden, können dadurch real günstiger werden, wenn sie über lange Zeit zurückgezahlt werden.

„Hypotheken können auch steuerliche Vorteile bringen, da Zinszahlungen in manchen Ländern absetzbar sind“, erklärt Islay Robinson, Chef des Hypothekenmaklers Enness Global, gegenüber „Fortune“. „Und in Phasen hoher Inflation kann es vorteilhaft sein, heute Geld zu leihen und später zurückzuzahlen.“

Für viele sehr vermögende Menschen ist ein Immobilienkredit deshalb kein Zeichen finanzieller Notwendigkeit, sondern Teil einer langfristigen Vermögensstrategie.

Hannah Petersohn

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