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Ruhiger Handel: Die deutschen Aktienbörsen haben sich in der vergangenen, stark verkürzten Handelswoche ohne einheitlichen Trend präsentiert. Dabei blieben die Börsenumsätze sehr überschaubar, der Handel verlief ruhig.
Rückblick: Weihnachtsurlaub statt Börse
Viele Anleger befanden sich bereits im Weihnachtsurlaub, große institutionelle Investoren hatten bereits ihre Bücher geschlossen. Vor diesem Hintergrund reichten bei Einzelwerten teils schon kleinere Order, um Kursbewegungen auszulösen. Nennenswerte Impulse gab es kaum, Konjunkturdaten aus den USA fielen gemischt aus und blieben ohne größere Auswirkungen an den Märkten.
Der Deutsche Aktienindex (Dax) rückte im Wochenvergleich um 0,2 Prozent vor auf 24.340,06 Punkte. Der MDax gab dagegen 0,2 Prozent ab auf 30.302,78 Zähler. Der TecDax legte um 0,6 Prozent zu auf 3.586,84 Punkte. Der m:access All-Share büßte 1,1 Prozent ein auf 1.195,21 Zähler.
Wochen- und Jahressieger
Gefragt im Dax waren in der vergangenen Woche Bankwerte: Der Kurs der Deutschen Bank legte um 4,7 Prozent zu, der der Commerzbank um 3,5 Prozent. Beide Werte zählen auch zu den ganz großen Jahresgewinnern, so verteuerte sich die Aktie der Deutschen Bank in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 110 Prozent, die der Commerzbank sogar um rund 140 Prozent. Übertroffen wird dies im Dax lediglich von den Titeln von Rheinmetall, die ein Jahresplus von fast 150 Prozent aufweisen. In der vergangenen Woche ging es um 2,6 Prozent nach oben. Im MDax gehörten die Papiere von Hensoldt mit einem Plus von 5,2 Prozent zu den größten Wochengewinnern, auf Jahressicht steht hier ein Anstieg um über 110 Prozent zu Buche. Fast verdoppelt hat sich im Jahresverlauf der Kurs von United Internet, in der vergangenen Woche betrug der Zuwachs 6,5 Prozent.
Anleihen: Leicht zugelegt
Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben in der vergangenen Woche geschwankt und leicht zugelegt. Auch hier verlief der Handel ruhig und ohne größere Impulse. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die am Montag noch auf 2,91 Prozent und damit den höchsten Stand seit März gestiegen war, sank im Wochenvergleich von 2,89 auf 2,86 Prozent. Die Umlaufrendite reduzierte sich von 2,81 auf 2,80 Prozent.
USA: Deutliche Zugewinne
Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche merklich zugelegt, hatten dafür aber auch mehr Zeit: Hier wurde lediglich am ersten Weihnachtsfeiertag nicht gehandelt, am 24. Dezember war der Handel verkürzt. Herausstechende Impulse gab es auch hier nicht, aber die zuletzt wieder größer gewordenen Bedenken in Bezug auf die Bewertung einiger Tech-Unternehmen traten in den Hintergrund. Der Dow-Jones-Index stieg im Wochenvergleich um 1,2 Prozent auf 48.710,97 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500, der im Wochenverlauf neue Rekordhochs erreichte, gewann 1,4 Prozent auf 6.929,94 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100 zog um 1,2 Prozent an auf 25.644,39 Punkte.
Ausblick: Kaum Bewegung erwartet
Wesentlich lebhafter dürfte das Geschehen an den deutschen Aktienbörsen auch in der erneut verkürzten Handelswoche, der letzten des Jahres, nicht werden, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten. Das Gros der Anleger befindet sich in Urlaub, institutionelle Investoren dürften erst in der Folgewoche wieder aktiv werden. Insofern dürfte auch der Jahresauftakt 2026 verhalten ausfallen.
Trotz des zu erwartenden ruhigen Handels und der ausgebliebenen Jahresendrally dürften die Anleger zufrieden mit 2025 sein. Beim Dax zeichnet sich ein Jahresplus von über 20 Prozent ab, was das zu Ende gehende Jahr zum besten seit 2019 machen könnte.
Von Seiten der Konjunkturdaten dürften neben Einkaufsmanagerindizes besonders das Protokoll der vergangenen Ratssitzung der US-Notenbank Fed interessieren. Marktteilnehmer erhoffen sich Hinweise auf die weitere Geldpolitik, auch wenn hier nach Ende der Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell im Mai die Karten neu gemischt werden könnten. Zwar gilt die Wahl des bisherigen Favoriten Kevin Hassett, einem früheren Berater von Donald Trump, nicht mehr als gesetzt, ein als möglicherweise aussichtsreich betrachteter anderer Kandidat gilt aber laut Beobachtern ebenso als Vertreter einer lockeren Geldpolitik.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 29.12.: Warenhandelsbilanz der USA; Dallas Fed Herstellungsindex (USA)
Dienstag, 30.12.: Protokoll der vergangenen Ratssitzung der US-Notenbank; Chicagoer Einkaufsmanagerindex (USA); Immobilienpreisindex für die USA
Mittwoch, 31.12. (Silvester): Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China; Dienstleistungsindex für China
Donnerstag, 01.01. (Neujahr)
Freitag, 02.01.: Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone
Ulrich Kirstein ist Pressesprecher der Börse gettex. Der Betriebswirt und Kunsthistoriker schreibt über Literatur und Börse, interviewt alle 14 Tage in Börse am Donnerstag den Leiter Marktsteuerung und hat u.a. mit Christine Bortenlänger Börse für Dummies und Aktien für Dummies verfasst.
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10 Kommentare
Die Tatsache, dass die Bankwerte Deutsche Bank (plus 4,7%) und Commerzbank (plus 3,5%) in der letzten Woche so gut abgeschnitten haben, ist bemerkenswert, besonders wenn man bedenkt, dass viele andere Investoren bereits im Urlaub waren. Ist das ein Zeichen für ein wachsendes Vertrauen in den deutschen Finanzsektor?
Der m:access All-Share hat im Vergleich zu den anderen Indizes mit einem Minus von 1,1% deutlich schlechter abgeschnitten. Gibt es spezifische Gründe für diese Underperformance, die im Artikel nicht erwähnt werden?
United Internet hat seinen Kurs im Jahresverlauf fast verdoppelt. Das ist beeindruckend, aber auch ein Grund für Vorsicht. Wie bewerten Analysten die aktuelle Kursentwicklung im Verhältnis zum Unternehmensfundament?
Die geringen Umsätze an den deutschen Börsen während der Weihnachtszeit sind verständlich, aber die Tatsache, dass selbst kleinere Orders Kursbewegungen auslösen konnten, deutet auf eine gewisse Fragilität des Marktes hin. Besteht die Gefahr größerer Schwankungen, wenn das Handelsvolumen wieder anzieht?
Der Rückgang der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe von 2,89% auf 2,86% ist zwar gering, aber in einem Umfeld steigender Zinsen doch bemerkenswert. Könnte das ein Vorbote für eine Veränderung der Zinspolitik sein?
Ich bin etwas skeptisch, ob die gemischten Konjunkturdaten aus den USA wirklich keine größeren Auswirkungen hatten. Oftmals werden solche Daten nachträglich stärker bewertet, wenn mehr Marktteilnehmer wieder aktiv sind.
Die Tatsache, dass große institutionelle Investoren bereits ihre Bücher geschlossen hatten, erklärt die geringe Dynamik. Dennoch ist der Anstieg des DAX um 0,2% auf 24.340,06 Punkte in dieser Situation positiv zu bewerten.
Es ist interessant zu sehen, dass die US-Börsen mit einem Plus von 1,2% beim Dow Jones und 1,4% beim S&P 500 deutlich stärker gestiegen sind als die deutschen. Liegt das an unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen oder an einer anderen Risikobereitschaft der Anleger?
Hensoldt im MDax mit einem Wochenplus von 5,2% und einem Jahresanstieg von über 110% – das zeigt, dass auch kleinere Werte von der aktuellen Marktentwicklung profitieren können. Ist das ein Trend, der sich fortsetzen wird?
Ein Anstieg von fast 150% für Rheinmetall im Jahresverlauf ist eine enorme Leistung. Allerdings frage ich mich, ob diese Entwicklung nachhaltig ist oder ob es sich um eine spekulative Blase handelt, die irgendwann platzen könnte.