am Freitag auf Talfahrt geschickt. Die nachbörsliche Veröffentlichung am Vortag nur wenige Stunden nach Vorlage des Halbjahresberichts nannte Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank ein „extrem unglückliches Timing“, das schwer nachvollziehbar sei.

Schon die am Donnerstag publizierten Geschäftszahlen hatten dem Entwickler und Betreiber von Wind- und Solarparks einen Kursrutsch von knapp 7 Prozent eingebrockt. Gegen Freitagmittag büßten die Titel weitere gut 15 Prozent auf 27,30 Euro ein und waren abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax . Sie sackten damit zudem unter die Chartunterstützung bei 30 Euro ab, die im März und im November noch gehalten hatte, und markierten den tiefsten Stand seit 6 Jahren. Im bisherigen Jahresverlauf steht nun ein Minus von rund 23 Prozent zu Buche.

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Energiekontor hatte am Donnerstagmorgen sein Jahresziel eines Ergebnisses vor Steuern (EBT) von 40 bis 60 Millionen Euro noch bestätigt – Analysten hatten mit rund 50 Millionen Euro gerechnet. Die kalte Dusche für Experten und Anleger kam dann nach Handelsende mit einer massiven Prognosesenkung auf nur noch 5 bis 10 Millionen Euro. Dies zeige, „wie schwierig planbar das Projektentwicklungsgeschäft im Bereich Onshore-Wind ist“, konstatierte DZ-Experte Reigber.

Als Grund nannte das Unternehmen deutlich spätere Netzanschlusstermine mehrerer schottischer Windparkprojekte und daraus resultierende Auswirkungen auf bisher vorgesehene ergebnisrelevante Projektverkäufe. Zwei der drei betroffenen Projekte seien zentraler Bestandteil der Prognose gewesen. Aktuell sei eher von einer Ergebnisverschiebung ins nächste Geschäftsjahr auszugehen.

In Reaktion auf die Unternehmensaussagen stellte Analyst Philipp Kaiser von Warburg Research seine Kaufempfehlung für die Aktie sowie das Kursziel von 77 Euro auf den Prüfstand. Er betonte zwar, dass die Verzögerungen eher wettbewerbsrechtliche als operative Gründe hätten. Doch die Frage sei nun, wie viel von dem aufgeschobenen Ergebnisbeitrag letztlich erhalten bleibe. Dies sowie andere Fragen – wie etwa der Einfluss der Verschiebung auf die Preisgestaltung – könnten derzeit noch nicht beantwortet werden.

Energiekontor hatte am Donnerstagabend auf ein laufendes Rechtsverfahren gegen die an den Netzbetreiber Scottish Power Transmission erteilte Genehmigung für den Bau einer für den Netzanschluss erforderlichen Überlandleitung verwiesen. Eine gerichtliche Klärung wird in der ersten Jahreshälfte 2027 erwartet. Bis dahin können die erforderlichen Arbeiten nicht fortgeführt werden./gl/lew/mis

Quelle: dpa-AFX

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