Im April 2024 öffnete Autodoc erstmals seine Eigentümerstruktur für externe Investoren. Nun ist sie wieder geschlossen: Die drei Gründer Alexej Erdle, Max Wegner und Vitalij Kungel halten über ihre Beteiligungsgesellschaft AutoTech GmbH & Co. KG erneut alle Anteile an der Autodoc SE.
Den Rückkauf der Minderheitsbeteiligung der Apollo-Fonds finanzierten die Gründer über einen sogenannten Term Loan B – ein Unternehmenskredit, der in der Regel an institutionelle Investoren syndiziert wird – in Höhe von 530 Millionen Euro. Die Transaktion wurde im Juli 2026 angekündigt und ist nun abgeschlossen. Als Apollo im Jahr 2024 einstieg, lag die damalige Unternehmensbewertung bei 2,3 Milliarden Euro.
Für Anleger, die einen möglichen Börsengang im Blick behalten, sind die strukturellen Veränderungen relevant. Autodoc hat nach eigenen Angaben in der Zusammenarbeit mit Apollo seine Finanzberichterstattung umgebaut, interne Prozesse professionalisiert und erstmals Zugang zu den institutionellen Kreditmärkten erhalten. Dieser Zugang war Voraussetzung für das Term-Loan-B-Darlehen, das den Rückkauf überhaupt ermöglichte.
Im Aufsichtsrat zieht die Transaktion personelle Konsequenzen. Die beiden Apollo-Vertreter scheiden aus dem Gremium aus. Künftig besteht der Aufsichtsrat aus den drei Gründern und drei unabhängigen Mitgliedern.
Zum Jahresende 2025 erzielte Autodoc einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro, nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Das Unternehmen betreibt Onlineshops in 27 europäischen Ländern und beschäftigt mehr als 5.500 Mitarbeiter.
Einen Börsengang hält Autodoc weiterhin für möglich – allerdings ohne festen Zeitplan und abhängig von den Marktbedingungen.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.


