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  • Avis Budget Group Inc. – WKN: A0KEE9 – ISIN: US0537741052 – Kurs: 608,800 $ (Nasdaq)

Unter einem Short-Squeeze versteht man Zwangseindeckungen von sogenannten Leerverkäufern, die aufgrund stark steigender Kurse gezwungen werden, ihre Spekulation auf fallende Kurse in einem Basiswert zu beenden, damit die Verluste nicht vollends aus dem Ruder laufen. Genau ein solches Beispiel liefert aktuell die Avis-Budget-Aktie.

Der dortige Short-Squeeze entstand vor allem aus einer extremen Verknappung des frei handelbaren Aktienbestands: Ein sehr großer Teil der Aktien ist bei zwei Großaktionären gebunden, während gleichzeitig ein außergewöhnlich hoher Anteil leerverkauft ist. Dadurch reichte schon Kaufdruck aus, um Shortseller zum Eindecken zu zwingen und den Kurs weiter nach oben zu treiben.



Größte Anteilseigner

Die Eigentümerstruktur von Avis Budget ist stark konzentriert. Größte Halter sind SRS Investment Management mit 49,34 % und Pentwater Capital Management mit 19,95 %, danach folgen unter anderem UBS Financial Services, Jane Street, HSBC und Morgan Stanley.

Eine kompakte Übersicht:

Investor Anteil
SRS Investment Management LLC 49,34%
Pentwater Capital Management LP 19,95 %
UBS Financial Services / UBS Securities LLC 8,39 %
Jane Street Capital LLC 5,41%
HSBC Bank Plc 4,82 %
Morgan Stanley 4,74 %
Vanguard 4,31 %
BofA Global Research

Was den Squeeze ausgelöst hat

Der zentrale Mechanismus war ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Barclays beschreibt, dass das Short-Interesse zeitweise nahezu 100 % des Free Floats erreicht habe, während die zwei Großaktionäre einen erheblichen Teil der direkt gehaltenen Aktien kontrollierten. Und tatsächlich weisen Daten von Morningstar für Ende März einen Short Interest von 25,55 % gemessen an allen ausstehenden Aktien und sage und schreibe 92,95 % am Streubesitz aus.

Dort setzte anscheinend Pentwater Capital Management an. Der Fonds verkaufte viele tief im Geld liegende Puts. Die Gegenpartei bzw. Market Maker mussten diese Positionen delta-hedgen und kauften dafür Aktien. Dieser Hedge-Kaufdruck traf auf einen sehr engen Float und verstärkte den Kursanstieg.

Hinzu kam, dass der Kursanstieg selbst neue Zwangskäufe auslöste: Je stärker die Aktie stieg, desto teurer wurde das Zurückkaufen für Shortseller. Der Anstieg spiegelt somit keine fundamentale Neubewertung wider, sondern ist vor allem das Resultat eines technisch getriebenen Squeeze, der danach von Momentum-Käufen weiter angefacht wurde.

Doch es ging noch weiter: Während der Kurs explodierte, nutzte Avis Ende März das Momentum für eine Ankündigung. Bis zu 5 Mio. neue Aktien sollen durch ein sogenanntes ATM-Programm verkauft werden. Bei einem ATM-Programm verkauft das Unternehmen Aktien nach und nach direkt in den Markt, abhängig vom aktuellen Kurs und der Marktliquidität. Da kommt ein solcher Bullrun natürlich gelegen.

Fundamental völlig abgehoben

Dass der Kursanstieg mit der operativen Performance von Avis Budget aktuell nichts gemein hat, zeigen die blanken Zahlen. Analysten erwarten 2026 einen minimalen Umsatzanstieg und eine leichte Verbesserung beim Ergebnis. Für den Autovermieter muss man aktuell aber das 136-fache des erwarteten Gewinns hinblättern. Zudem ist das Unternehmen mit dem mehr als siebenfachen EBITDA verschuldet und wird nach aktuellen Prognosen vor 2028 keinen positiven Free Cashflow erzielen. Die neuen Aktien, die bald auf den Markt kommen werden, sind bei dieser Betrachtung noch gar nicht berücksichtigt.

BTIG bringt es heute schön auf den Punkt: „Das kennen wir schon – Parabeln enden nur in eine Richtung…“

Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 11,65 11,76 11,98
Ergebnis je Aktie in USD 3,84 4,47 7,37
Gewinnwachstum 16,41% 64,88%
KGV 159 136 83
KUV 1,8 1,8 1,8
PEG 8,30 1,27
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei

US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
Avis-Budget-Group-Aktie (Monatschart)

Fazit

Dieser Short-Squeeze kann für jedes Lehrbuch herhalten. Trader sollten sich das Schauspiel von der Seitenlinie aus anschauen. Was noch fehlt, ist der finale Blow-off, eventuell auf 1.000 USD. Dann können sich Mutige auf der Short-Seite einklinken.

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