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Die größte Kryptowährung steckt in einer Verlustserie. Ein Grund dafür ist die Zinspolitik in den USA. Banken erwarten einen neuen Aufschwung.

Der Preisverfall beim Bitcoin setzt sich fort. Wie Bloomberg berichtete, sollen Massenverkäufe dazu geführt haben, dass die Kryptowährung auf ein zehnmonatiges Tief gestürzt ist. Am Montagmorgen sackte der Preis auf 75.325 US-Dollar. Jetzt steht er nur knapp über dem Niveau, auf dem der Bitcoin zu Donald Trumps Vereidigung als US-Präsident stand. Angesichts breiterer Turbulenzen am Markt sei die Stimmung angespannt.

Bitcoin verliert deutlich an Wert

Mittlerweile geht der Einbruch beim Bitcoin in den vierten Monat. Im Januar verlor die digitale Münze elf Prozent an Wert. Bloomberg bezeichnete das als die längste Einbruchserie seit 2018. „Ein weiterer Rückgang unter die Höchststände von 2021 bei rund 70.000 US-Dollar würde einen schädlichen langfristigen Vertrauensverlust bedeuten“, sagte Caroline Mauron, Mitbegründerin von Orbit Markets, zu Bloomberg.

Im laufenden Jahr kommt es für den Bitcoin darauf an, wie Notenbanken den Kurs der Kryptowährungen beeinflussen. Einige Banken haben trotz der aktuellen Entwicklung neue Rekorde prognostiziert. Die Investmentbank Goldman Sachs erwartete Ende 2025 noch einen Bitcoin-Stand von bis zu 150.000 US-Dollar für 2026. Standard Chartered hat die Erwartung von 300.000 US-Dollar auf die Hälfte gekürzt, und J.P.Morgan geht von 170.000 Euro aus. 

Warum Krypto-Fans auf Zinsverfall hoffen

Die Banken zeigen sich also optimistisch, auch wenn sich der Preis für diese Prognosen mindestens verdoppeln müsste. 

Allerdings spielen hierbei die Notenbanken eine erhebliche Rolle. Je nachdem, welche Regulierungen noch folgen, können sie die Preisentwicklung drastisch beeinflussen. In 2025 hatte sich das gezeigt, als die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen nicht so stark gesenkt hatte wie erwartet. Der Bitcoin begann seinen Sinkflug. Wären die Zinsen dagegen niedriger, werden alternative Anlageklassen, zu denen auch Kryptowährungen gehören, attraktiver. 

„Ganz klar, vor allen Dingen riskante Anlageklassen wie etwa der Bitcoin können natürlich angesichts von Zinsenttäuschungen entsprechend unter die Räder kommen“, warnte Timo Emden von Emden Research gegenüber der Tagesschau. Sollte die Fed auch in 2026 nichts an den Zinsen verändern, könnte eine weitere Talfahrt bei den Kryptowährungen folgen.

Neben dem Bitcoin erlitten auch kleinere Kryptowährungen Rückschläge. Ether stürzte um etwa vier Prozent ab, Solana um 1,6 Prozent.

Federal Reserve könnte Bitcoin beeinflussen

Hier kommt die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Präsident der Federal Reserve ins Spiel. Trump legt derzeit Hoffnungen in Warsh, dass dieser nach Amtsantritt die Zinsen drücken könnte. Zwei Experten des Thinktanks Council of Foreign Relations (CFR) schrieben dazu in einer aktuellen Analyse, dass Warsh sich in mehreren Punkten Trumps Zentralbank-Politik angeschlossen hätte. Auch er hätte einen „Regimewechsel“ bei der Fed gefordert. 

Der CFR geht jedoch nicht davon aus, dass ein Wechsel der Führung bei der Fed einen schnellen Umschwung mit sich bringt. Erstens macht der Vorsitz der Fed die Zinsentscheidungen nicht alleine. Das Federal Open Market Committee (FOMC) muss seine Zustimmung bei wichtigen Entscheidungen geben; ohne die Unterstützung des FOMC kann die Fed keine geldpolitischen Entscheidungen treffen. 

Darüber hinaus stünde Warsh vor denselben Problemen, mit denen der aktuelle Fed-Chef Jerome Powell kämpft: Die Inflation steht noch immer über der Zwei-Prozent-Marke und ein aggressiver Zinsschnitt könnte den Preisdruck treiben. Angesichts dessen, dass 2026 im Herbst die wichtigen Midterms anstehen und die Lebenshaltungskosten einer der wichtigsten Punkte für Wähler sind, müssten Trump und Warsh darauf achten, die Preise nicht unter Druck zu setzen.

Bei Bitcoin-Anlage aufpassen

Wie es langfristig mit dem Bitcoin weitergeht, bleibt abzuwarten. Innerhalb der Kryptobranche besteht jedoch Optimismus. So gab Matt Hougan, CIO von Bitwise, gegenüber Morningstar an, dass Bitcoin einen inhärenten Wert als digitale Geldanlage habe. Er leiste „einen Dienst, den die Welt wünscht“: Die Option, Vermögen in digitaler Form zu speichern, abseits des Zugriffs von Banken oder Regierung.

Alex Kuptsikewitsch, Chefmarktanalyst bei FxPro, hat da seine Zweifel. „Plötzlich erscheinen Kryptowährungen nicht mehr als Alternative zu Fiatgeld und als Absicherung gegen die nicht gerade verantwortungsvolle Finanzpolitik großer Länder”, sagte er zu Bloomberg.

So oder so gilt für Anleger zu beachten, dass Kryptowährungen extrem volatil sein können. Sogenannte Whales, also Mega-Käufer, können ganze Märkte verschieben, indem sie ihre Investments verkaufen. Ähnlich wie bei Aktien-Investments gilt, immer nur Geld anzulegen, das nicht unbedingt morgen gebraucht wird.

Lars-Eric Nievelstein

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6 Kommentare

  1. Peter H. Schäfer am

    Interesting update on Bitcoin rutscht weiter ab – welche Trump-Maßnahme ihn retten könnte. Looking forward to seeing how this develops.

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