Im Kernsegment von BRAIN Biotech läuft es nicht rund. Schwache Nachfrage bei Backenzymen und Produktionsunterbrechungen durch einen laufenden Standortwechsel in den Niederlanden haben die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 belastet. Der Konzernumsatz des Spezialenzymherstellers aus Zwingenberg lag im Berichtszeitraum bei 34,6 Millionen Euro – rund zehn Prozent unter dem Vorjahreswert von 38,7 Millionen Euro. Im dritten Quartal allein fiel der Rückgang mit gut 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum besonders deutlich aus, wofür das Unternehmen auch eine hohe Vergleichsbasis aus dem starken Vorjahresquartal verantwortlich macht.

BRAIN Biotech AG

WKN 520394 · ISIN DE0005203947

Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 26. August 2026

Das bereinigte Konzern-EBITDA – das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, bereinigt um Sondereffekte – verschlechterte sich leicht von minus 0,4 Millionen Euro auf minus 0,7 Millionen Euro. Eine Meilensteinzahlung von 1,0 Million Euro im Pharma-Entwicklungsprojekt Deucrictibant sowie strikte Kostendisziplin verhinderten laut Unternehmen eine stärkere Ergebnisverschlechterung.

Das Segment BRAINBiocatalysts, in dem Enzyme, Mikroorganismen und Inhaltsstoffe entwickelt und vermarktet werden, erzielte einen Umsatz von 30,8 Millionen Euro, nach 35,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA dieses Segments sank deutlich. Das Forschungs- und Entwicklungssegment BRAINBioIncubator entwickelte sich dagegen besser als im Vorjahr: Der Umsatz stieg auf 3,9 Millionen Euro, und das bereinigte EBITDA drehte von minus 1,1 Millionen Euro ins Positive – wesentlich dank der Deucrictibant-Meilensteinzahlung und gesunkener Personalkosten.

Die Prognose für das Kernsegment passte das Unternehmen nach unten an: Der Umsatz im Segment BRAINBiocatalysts soll nun unter dem Vorjahresniveau liegen, bisher hatte die Gesellschaft ein Ergebnis um das Vorjahresniveau erwartet. Die entsprechende bereinigte EBITDA-Marge soll nun unter zehn Prozent fallen statt um zehn Prozent. Für BRAINBioIncubator hingegen erhöhte das Unternehmen die Prognose auf einen Umsatz um 6,0 Millionen Euro und ein positives bereinigtes EBITDA von mindestens 1,0 Million Euro. Am Gesamtziel, das bereinigte Konzern-EBITDA nahe dem Nullpunkt zu halten, hält BRAIN Biotech fest.

Die Aktie legte am 26. August um rund 5,7 Prozent auf 2,80 Euro zu, bei einem mittleren Tagesumsatz von wenigen tausend Euro – einem Volumen, das einzelne Orders bewegen können.

CEO Adriaan Moelker, der seinen letzten Quartalsbericht als Vorstandschef verantwortet, kündigte an, dass sein designierter Nachfolger Dr. Sven Weber die Gesellschaft übernehmen wird. Moelker nannte den Aufbau der Produktumsätze im Enzymsegment als entscheidende Aufgabe für die kommenden Quartale – eine offene Baustelle, die sein Nachfolger als Erstes angehen muss.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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