Listen to the article
Kernaussagen
🌐 Translate Article
📖 Read Along
💬 AI Assistant
Interview Martin Matzke, Head of Northern & Central Europe bei Bull.
Bull hat für Airbus eine neue Supercomputing-Infrastruktur geliefert. Was macht dieses Projekt so
bedeutend?
Martin Matzke: Das Projekt ist aus mehreren Gründen ein wichtiger Meilenstein. Zum einen ermöglicht die neue
HPC-Infrastruktur von Bull bei Airbus eine deutliche Erweiterung der Simulationskapazität – konkret wird sie damit verdreifacht. Zum anderen geht es nicht nur um mehr Rechenleistung, sondern um
eine hochflexible, energieeffiziente und standortübergreifende Lösung. Für Airbus ist das entscheidend, weil die Entwicklung künftiger Flugzeuggenerationen immer stärker auf komplexen Simulationen
basiert.
Warum ist High Performance Computing gerade in der Luftfahrt so wichtig?
Die Luftfahrtindustrie steht vor enormen technologischen Herausforderungen. Neue Flugzeuge müssen effizienter, leiser,
sicherer und nachhaltiger werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Entwicklungszyklen, Materialeinsatz und regulatorische Nachweise. High Performance Computing ermöglicht es, viele dieser
Fragestellungen im digitalen Raum zu simulieren, bevor physische Tests stattfinden. Airbus nutzt die neue Umgebung unter anderem für aerodynamische Berechnungen, Akustiksimulationen sowie Struktur-
und Belastungsanalysen.
Welche konkreten Aufgaben werden auf der neuen Supercomputing-Infrastruktur berechnet?
Die Infrastruktur wird für besonders rechenintensive Simulationsaufgaben eingesetzt. Dazu zählt etwa das aerodynamische
Design, also die Analyse der Luftströmung um das Flugzeug. Ein weiterer Bereich ist die Akustik – vom Cockpit über Rumpf und Kabine bis hin zum gesamten Flugzeug. Auch Strukturanalysen und
Belastungstests spielen eine zentrale Rolle. So können Ingenieurinnen und Ingenieure bestehende Flugzeugmodelle weiterentwickeln und gleichzeitig an völlig neuen Flugzeugprogrammen
arbeiten.
Bull spricht von einer Multi-Site-Infrastruktur. Was bedeutet das?
Die neue Supercomputing-Infrastruktur wurde an mehreren Airbus-Standorten implementiert. Der erste Supercomputer wurde 2025
in Toulouse in Betrieb genommen – nur 14 Monate nach Vertragsunterzeichnung. Der zweite Supercomputer folgte 2026 in Hamburg. Mit der Inbetriebnahme des Hamburger Systems ist das Programm nun
abgeschlossen und Airbus verfügt über eine vollständig betriebsbereite, standortübergreifende HPC-Umgebung.
Was unterscheidet Bulls Lösung von einem klassischen Rechenzentrumsprojekt?
Bull liefert eine vollständig integrierte Gesamtlösung im HPC-as-a-Service-Modell. Das bedeutet: Bull ist nicht nur für die
Rechensysteme verantwortlich, sondern auch für Speicher, Infrastruktur und modulare Rechenzentren. Besonders ist dabei der modulare Ansatz. Die Rechenzentren bestehen aus vorgefertigten,
austauschbaren Modulen, in denen das HPC-System bereits am Bull-Standort in Angers vorintegriert wird. Anschließend werden diese Module vor Ort zusammengesetzt. Dadurch lässt sich eine hochkomplexe
Infrastruktur deutlich effizienter umsetzen.
Energieeffizienz ist bei Supercomputern ein zentrales Thema. Wie wurde das in diesem Projekt gelöst?
Supercomputer erzeugen sehr viel Wärme und benötigen deshalb besonders effiziente Kühlung. Bull setzt hierfür auf
Direct-Liquid-Cooling-Technologien. Diese Flüssigkeitskühlung hilft Airbus dabei, Stromverbrauch, Kühlung und Wärmeabfuhr zu optimieren. Besonders interessant ist, dass die entstehende Wärme nicht
einfach ungenutzt abgeführt wird, sondern zur Versorgung benachbarter Gebäude wiederverwendet werden kann. Dadurch ist die Lösung nicht nur leistungsstark, sondern auch deutlich
nachhaltiger.
Welche Rolle spielt Bull über die reine Hardware-Lieferung hinaus?
Bull bringt nicht nur Infrastruktur ein, sondern auch tiefes Know-how im industriellen High Performance Computing.
Expertinnen und Experten aus Deutschland unterstützten Airbus unter anderem bei der Entwicklung innovativer Simulationsumgebungen. Dazu gehört auch die Optimierung von Anwendungen. Gerade in der
Luftfahrt ist das besonders wichtig, weil Software, Rechnerarchitektur und industrielle Anforderungen sehr eng zusammenspielen müssen.
Was bedeutet die Zusammenarbeit mit Airbus strategisch für Bull?
Die Zusammenarbeit zeigt, dass Bull als strategischer HPC-Partner für besonders anspruchsvolle industrielle Anwendungen
anerkannt ist. Airbus ist ein global führendes Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt. Dass Bull eine zentrale Supercomputing-Infrastruktur für ein solches Unternehmen liefert, unterstreicht die
technologische Stärke von Bull in High Performance Computing, KI und industrieller Digitalisierung.
Bull betont die Rolle von HPC als Treiber industrieller Innovation. Warum ist das so zentral?
HPC ist längst nicht mehr nur für Forschungseinrichtungen relevant. In Branchen wie Luftfahrt, Automobilindustrie, Energie
und Maschinenbau entscheidet Rechenleistung zunehmend darüber, wie schnell Unternehmen neue Produkte entwickeln, simulieren und validieren können. Die Partnerschaft mit Airbus zeigt nicht nur eine
langfristige technologische Zusammenarbeit, sondern unterstreicht auch die entscheidende Rolle von HPC für Innovation und wegweisende Programme in der Luftfahrt und
Fertigungsindustrie.
Was macht dieses Projekt zu einem Schlüsselprojekt?
Für Bull sendet das Projekt ein starkes Signal an den Markt. Es zeigt, dass das Unternehmen in der Lage ist, komplexe,
energieeffiziente und standortübergreifende HPC-Infrastrukturen für globale Industriekunden bereitzustellen. Dass Airbus Bull als strategischen HPC-Partner anerkennt, ist deshalb mehr als ein
einzelner Projekterfolg. Es stärkt Bulls Position im internationalen High-Performance-Computing-Geschäft und zeigt, dass industrielle Supercomputing-Lösungen eine zentrale Rolle in künftigen
Innovationsprogrammen spielen.
Was können andere Branchen aus diesem Projekt lernen?
Das Projekt zeigt sehr deutlich, wohin sich industrielle IT-Infrastrukturen entwickeln: weg von isolierten Rechensystemen
und hin zu integrierten, skalierbaren und energieeffizienten HPC-Plattformen. Unternehmen benötigen heute Rechenleistung, die flexibel bereitgestellt werden kann, aber zugleich zuverlässig, sicher
und nachhaltig betrieben wird. Genau hier liegt die Stärke von Bulls Ansatz: industrielle Supercomputing-Infrastruktur als vollständige, betriebsbereite Lösung – kombiniert mit tiefem
Anwendungs-Know-how.
Über Martin Matzke:
Dr. Martin Matzke ist ein Senior Executive mit über 20 Jahren Erfahrung im Bereich datengetriebener Technologien und
umfangreicher Managementerfahrung in internationalen Technologieunternehmen. Aktuell ist er als Head of Northern and Central Europe bei Bull tätig, wo er die Geschäftsaktivitäten sowie die
strategische Weiterentwicklung des Unternehmens in einer für Bull zentralen Region verantwortet.
Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften war Dr. Matzke als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität
Augsburg tätig, wo er auch promovierte. Seine berufliche Laufbahn begann er bei der Siemens AG, wo er verschiedene Positionen im Management Consulting innerhalb
des M&A-Teams der Konzernzentrale sowie im Management der IT-Sparte innehatte.
Im Jahr 2011 wechselte Martin Matzke zur Atos-Gruppe, wo er seine Karriere über verschiedene Marken hinweg – von Atos
bis hin zu Bull – weiterentwickelte und mehrere Führungspositionen in den Bereichen Big Data, Security und Public Sector übernahm. Vor seiner aktuellen Rolle leitete er unter der Marke Eviden
(einschließlich der Bull- Aktivitäten) die Division Big Data and Security in Zentraleuropa und verantwortete zentrale strategische Kunden, insbesondere in den Bereichen öffentliche Verwaltung und
Gesundheitswesen.
In seiner Funktion bei Bull verantwortet Martin Matzke die Bereitstellung und den Ausbau leistungsfähiger
Rechenlösungen, darunter HPC-, KI- und Datenplattformen, und unterstützt Kunden aus Forschung, öffentlichem Sektor und Industrie. Zudem ist er verantwortlich für die Förderung des
Geschäftswachstums, den Ausbau von Kundenbeziehungen sowie die Stärkung der Position von Bull als vertrauenswürdiger Technologiepartner in Deutschland sowie in Nord- und
Zentraleuropa.
Den vollständigen Artikel hier lesen


6 Kommentare
Great insights on ETF-News. Thanks for sharing!
Solid analysis. Will be watching this space.
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.
Good point. Watching closely.
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
Interesting update on Bull liefert neue HPC-Infrastruktur für Airbus in Toulouse und Hamburg. Looking forward to seeing how this develops.