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Gewinnwachstum treiben die Kurse

Es sind die jüngsten Quartalszahlen, die weiter für Optimismus sorgen. Denn der starke Eindruck der
US-Berichtssaison für das erste Quartal bestätigt sich, nun, da rund zwei Drittel der Unternehmensberichte des S&P 500 vorliegen. Es zeichnet sich gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum bei den
Gewinnen von beachtlichen 28 Prozent ab. Zwar ist dieser Wert durch Sondereffekte einzelner Großkonzerne nach oben verzerrt, doch mit 83 Prozent übertroffenen Analystenschätzungen ist auch die
Ergebnisbreite klar positiv. Und was besonders auffällt ist, dass die gestiegenen Ölpreise, die ja zuletzt wieder zurückgekommen sind, in der aktuellen Berichtssaison bislang nur eine
untergeordnete Rolle spielen. Trotz zunehmender Risikohinweise der Unternehmen blieben konkrete Anpassungen der Ausblicke weitgehend aus. Dies dürfte daran liegen, dass Energiekosten für die
meisten Firmen nur einen geringen Anteil der Gesamtkosten ausmachen und Konsumschwächen sich üblicherweise erst mit einer Verzögerung von ein paar Monaten bemerkbar machen.

Die erneut höher als erwartet ausgefallenen Investitionsausgaben der großen Tech-Konzerne für KI
wurden dagegen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Unbestritten ist jedoch, dass der Investitionsboom anhält. Nach Berechnungen der Deutschen Bank dürfte das Investitionswachstum der S&P
500-Unternehmen gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal so hoch sein wie seit 2001 (!!!) nicht mehr. Insgesamt stützen die Quartalszahlen aber die jüngste Aktienrally an der Wall Street.
Schließlich haben 87 Prozent aller S&P-500-Unternehmen in Q1 die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Der Fünfjahresdurchschnitt liegt bei gerade mal 78 Prozent. Das hört sich wenig an,
ist aber viel.

Profis sind überraschend bullish

Hinzu kommt: Eine aktuelle Umfrage unter 105 professionellen Portfoliomanagern und Strategen, erhoben
zwischen dem 25. März und 10. April, liefert eine überraschend klare Antwort. 54 Prozent der Teilnehmer geben an, bullish für die nächsten zwölf Monate zu sein – HSBC bezeichne ihre Haltung sogar
als „turbo bullish“. Im Oktober 2025 waren es noch 47 Prozent. Gleichzeitig sank das Bärenlager von 19 auf 17 Prozent.

Ähnlich optimistisch gehen auch wir in die nächsten Monate. So werden die „Magnificent Seven“ mit
unseren Portfoliounternehmen Alphabet, das sehr gute Quartalszahlen vorgelegt hat, und Microsoft aus dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem
Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value, in diesem Jahr um geschätzte 24,6 Prozent beim Gewinn je Aktie wachsen. Bemerkenswert ist dabei, was dahinter passiert: Die restlichen 493 Unternehmen im
S&P 500 kommen auf 15,9 Prozent Gewinnwachstum, so der Durchschnitt der Analysten. Das sind schon sehr breite Schultern, auf denen die aktuelle Rally ruht.

Diploma und IMCD klar vorne

Zu den Top-Performern aus unseren Portfolios zählen zudem der britische Technologie-Konzern Diploma,
sowie der niederländische Chemiehandelsspezialist IMCD, die beide sehr gute Quartalszahlen vorgelegt haben und auch beim Ausblick für den Rest des Jahres überzeugen konnten.

Öl-Schock nur halb so schlimm?

Zum Schluss noch ein paar Anmerkungen zum Ölpreis. Dieser ist seit Beginn des Iran-Konflikts in der
Spitze um etwa 70 Prozent gestiegen. Dennoch liegen die globalen Aktienmärkte – trotz Schwankungen – über dem Niveau vor dem Konflikt. Der laut der Internationalen Energiebehörde „schlimmste
Öl-Schock der Geschichte“ dürfte jedoch geringere Auswirkungen haben als vorherige Ölschocks. Durch den Konflikt mit dem Iran gingen täglich rund 12 Millionen Barrel Öl verloren – mehr als doppelt so viel wie beim OPEC-Embargo 1973. Allerdings war der weltweite Ölverbrauch damals auch nur etwa halb so hoch wie vor dem
Iran-Konflikt – die Angebotsverknappung ist also vergleichbar und nicht größer. Und trotz vergleichbarer Angebotsverknappung dürften die Auswirkungen geringer sein, da die wirtschaftliche Bedeutung
von Öl abgenommen hat. Der Wert des globalen Ölverbrauchs im Verhältnis zum globalen Bruttoinlandsprodukt beträgt nur noch etwa ein Drittel des Wertes von 1973. Gründe hierfür sind
Effizienzsteigerungen durch technologischen Fortschritt, die steigende Nutzung erneuerbarer Energie sowie ein struktureller Wandel von Industrieländern zu Dienstleistungssektoren. Solange sich die
Ölpreise innerhalb der aktuellen Handelsspanne bewegen und kein signifikanter Preisanstieg erfolgt, dürften sich die Ängste der Investoren in Grenzen halten.

 

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